Wohl dem der eine Heizung hat…
January 9th, 2010 | Published in Allgemein | 4 Comments
Da ich gerade mal wieder im Spiegel gestöbert habe mal wieder ein etwas nachdenklicherer Bericht, bevor ich später meinen Wochensenf tippere (zwischendurch muss ich auch mal schlafen, die Pepsi hilft nicht mehr…).
Meiling war es glaub ich, die mich neulich mal ansprach ob es wirklich Obdachlose im ach so schönen Deutschland geben würde. Auch in China weiß man davon, dass in unserem Wohlstandsland, evtl. in dem Moment in dem Du diese Zeilen ließt, Menschen einfach so erfrieren, weil sie keine Wohnung haben und evtl. von dem Restfunken Ehre, den sie sich noch nicht versoffen haben, davon abgehalten werden in eine Notunterkunft zu gehen.
Andere haben diese Möglichkeit einfach nicht, da es in der näheren Umgebung schlicht und ergreifend keine gibt.
Ich bin hier nicht der virtuelle Moralapostel und habe selbst zwei Absätze über diesem ein absolutes Klischee getippert, aber ab und an sollte man sich mal etwas über den eigenen Ekel hinweg setzen. Ich sage nicht das man einen Penner zu sich nach Hause einladen müsste oder ihm aber etwas Geld (oder besser etwas essbares oder warme Kleidung die man nicht mehr unbedingt braucht) geben sollte, sondern das man sich einfach mal an die eigene Nase fassen sollte. Wen man sich mal länger als 10 Sekunden mit einem Tippelbruder beschäftigt stellt man nämlich fest das einen genau dieses Schicksal auch ganz schnelle ereilen kann. Und dann ist man froh wenn man nicht nur angewiderte Blicke sondern etwas “Wärme” und evtl. eine Einladung zu einer Mahlzeit erhält. Es könnte nämlich die letzte sein.
Genug der Worte, ich geb mir noch ne halbe Stunde bevor ich noch auf dem Lapi einschlafe,
cheers,
Sven
January 10th, 2010 at 12:13 (#)
Nunja, der einzige Pennner, den ich kenn’, ging mit mir zur Primarschule. Seine Eltern sind Multimillionäre, aber er will mit ihnen nichts zu tun haben, versoff sein ganzes Bankkonto und trägt auch sonst keine Verantwortung. Seine Eltern wollten ihm alles geben, schickten ihn auf die besten Privatschulen, doch er schmiss jede von ihnen, disste nur die Lehrer und wollte der coole sein. Arbeiten ist für ihn auch nicht drin und seine Eltern wissen nicht mehr, was man noch mit ihm tun kann. Mir hat er gesagt, dass er darauf warte, dass seine Eltern sterben, da er dann fett erben und geil leben könne. Ich hab’ ihn gefragt, warum er nicht jetzt geil leben könne, und er antwortete: “Weil die 4000 Franken (2600 Euro), die ich pro Monat von meinen ELtern bekomme, nicht zum geil leben ausreichen”.
Leben tut er wirklich nicht so toll; sein Geld reicht nicht für eine Wohnung, den Sommer verbrachte er in einem Zelt im Walde, jetzt lebt er wieder mal zu Hause.
Aber die meisten Penner sind wohl nicht vor so einem Hintergrund… bei uns werden sie aber in der Stadt von der Polizei aufgegabelt und in eine Notunterkunft oder Ausnüchterungszelle gesteckt. Das passiert einem auch, wenn man nach einer allzu wilden Party auf ‘ner Parkbank einschläft :P
January 11th, 2010 at 19:39 (#)
Moinsen,
in Deutschland nennt sich sowas “Punk”. Auch meistens Kinder aus reichem Hause, denen die “gute Erziehung” mehr geschadet als gebracht hat…
4.000SFR sind in der Tat nicht soo viel, aber man sollte sich doch zumindest eine Wohnung leisten können? Glaube das ist bei Euch der Sozialhilfesatz, oder? Im Wald zu leben wäre mein Grauss!
Normal kümmert sich die Polizei auch um Landstreicher, aber ab und an ist es denen halt auch zu kalt um auf Streife zu gehen…
January 12th, 2010 at 00:52 (#)
Hallo,
also 2.600,- reichen nicht um geil zu leben?
Was versteht man denn unter “geil zu leben”?
Ein Spätrevoluzzer der sich gegen das Establishment auflehnt?
Vielleicht ist er so genial daneben das er keinen normalen Fuß fassen kann?
Wie dem auch sei, mit 2.600,- kann man(Frau) leben, gut sei dahingestellt.
Vielleicht scheitert er nur an seiner Ziel- und Hoffnungslosigkeit.
Normal ist es ein Teufelskreis… keine Arbeit – keine Wohnung und umgekehrt…
Ich kenne genug die durch unser ach so gutes Sozialsystem durchfallen und genug ( siehe eigene Familie )die die reinsten Schmarotzer sind und am Schluß vielleicht noch eine Mindestrente bekommen für die Du Idiot zig Jahre gebuckelt hast….
Solange ich was ändern kann und ich über mein Leben bestimmen kann werde ich dieses tuen……
Mein Lieblingsspruch ist… es gibt keine Garantie ….
ein anderer lautet: Weniger ist mehr….
In diesem Sinne…
Oliver ( mit reichlich chin. alc. Getränk mit Zimtblüten aroma )
Freitag on Tour….
January 12th, 2010 at 12:17 (#)
Moinsen,
bin auch nicht sicher was ein “geiles Leben” ausmachen soll. Der Kollege wird wohl immer auf der Flucht vor sich selbst sein. Jetzt träumt er noch vom geilen Leben wenn die Alten mal erst unter der Erde sind und wird dann doch feststellen das er die vermeintlich besten Jahre schon hinter sich hat. Arme Sau! Aber jedem das seine (mein Lieblingsspruch, ungeachtet davon wo er mal angebracht wurde)…
Cheers,
Sven