Wie lernte ich Chinesisch?

April 9th, 2009  |  Published in chinesisch lernen  |  13 Comments

Die Frage kam als Kommentar und soll hiermit beantwortet werden.
Zuerst mal startete ich mein Chinesisch-lernen an der Hochschule Konstanz, wo ich Wirtschaftssprachen Asien / Management China studierte. So hatte ich pro Woche glaub ich 10 Stunden Chinesischunterricht, von denen ich am Anfang die meisten versäumte ;-)


Warum? Weil man mich behandelte wie den letzten Dreck. Gut, ich war schon immer etwas leicht abzulenken und musste mir mein Studium auch mehr oder weniger selbst finanzieren, da ich mein erstes Studium zu spät abgebrochen hatte und meinen Bafög Anspruch “verwirkt” hatte (das ist die verpisste bürokratische Formulierung, die einen dazu nötigt sein bisserl Freizeit mit Webdesign zu verplempern, nur um seine Rechnungen, seine Miete und sein Essen zahlen zu können).

Ich hatte also einen schlechten Start. Da ich schon früh unmusikalisch war (ich wollte mit sechs Jahren Schlagzeug lernen, sollte aber zuerst in einen Flötenkurs, was ich abgelehnt habe [nein, meine Eltern sind NICHT die antiauthoritäre "unser Kind darf alles selbst entscheiden Schiene" gefahren]) hab ich es auch nicht so mit Tönen und erst gar nicht mit unterschiedlichen Tönen. Außerdem bin ich ein Todfeind von stupiden Aufgaben, wozu meiner Meinung nach das ständige wiederholen von Ma-Ma-Ma-Ma-Ma, welches zu allem Überfluss noch in verschiedenen Tonlagen von einem verlangt wird, gehört. Bei unserer Chinesischlehrerin war ich also schon mal unten durch. Ich hatte aber den Eindruck, das ich es relativ richtig, oder zumindest genauso wie die anderen, sagte. Damals hatte ich noch lange Haare und die gleiche große Klappe wie jetzt, was bei Chinesischen Lehrern nicht besonders gut ankommt.

Richtig schiss hatte ich vor meinem einen Lehrer, der richtige Gestapo-Methoden anwandte. Er wusste das ich nicht das Ass der Klasse war, pochte aber jedes mal darauf von mir eine Antwort zu hören, obwohl ich ihm widerholt sagte das ich keine hätte. Irgendwann meinte ich dann zu ihm das ich mich nicht zum Gespött der Klasse machen lassen würde und auch gut und gerne meine Sachen packen könnte. Seine Kollegin ging dann sogar so weit mich zu überspringen! Dumme Sau (mit Verlaub, aber die habe ich gefressen).

So kam es, dass ich absolut unvorbereitet (damals hatte ich noch das falsche Ehrgefühl unbedingt an einer Klausur teilzunehmen), in die erste Chinesischprüfung marschierte, die natürlich ein Fiasko war. Unsere Hochschule meinte es aber gut und hatte die Regelung eingeführt, dass Klausuren, die im ersten Semester nicht bestanden wurden, nach den Semesterferien widerholt werden mussten. Das waren bei mir 3 Wochen und ich bin wie gesagt kein Sprachgenie, welches sich in diesem Zeitraum den Grundschatz des Chinesischen aneignen könnte. So kam es, dass ich bei meinem Prof. im Büro saß und ihm sagte das ich die Prüfung nicht ablegen würde und mir den Konsequenzen bewusst wäre. Da wir ihn im zweiten Semester auch in Chinesischer Geschichte hatten (ich interessierte mich schon seit Kindesbeinen für Geschichte im Allgemeinen), meinte ich später auch zu ihm, als er mich fragte warum ich sonst sehr gute Noten hätte, das ich nicht total bescheuert wäre. Zu guter letzt nahm er mich zur Seite, nachdem er meinen Härteantrag gelesen hatte, in dem ich bis auf die Nachkommastelle schildern konnte, dass ich zu dem Zeitpunkt mehr als 2.000€ Fixkosten jeden Monat stemmen musste (Mr. Ultraschlau hatte nämlich vorher noch ein Büro zu Hause gemietet ;-)), und sagte er würde sich immer mehr über mich wundern, was positiv gemeint war. Ich sagte ihm, dass ich Chinesisch erst in China lernen würde und wir wurden Freunde. Er war sogar mit meinen besoffenen Freunden und mir beim Public Viewing zur WM2006…

Sprach es und tat es, machte ich mich also 2006 nach China auf, um in Qingdao Chinesisch zu lernen. Dort wollte man mir was gutes tun und setzte mich in die HSK Klasse, also die höchste Stufe die es gab. Verstanden hab ich, umgeben von hochmotivierten Koreanern, absolut nichts. Nachdem ich dann, müde, beim Mittagessen nichts verstanden habe, wurde ich glücklicherweise downgegraded und es ging Berg auf.

Später zog ich dann, bewaffnet mit einem DAAD Stipendium (gut, das nennt sich Selbstzahlerprogramm, weil man “nur” kostenlos studiert) nach Chongqing, um hier Chinesisch zu lernen. Das hat mir dann den Rest gegeben ;-) Mittlerweile bin ich hier sehr gut sozial involviert, habe mit Meiling wohl die Frau meines Lebens gefunden und einen Freundeskreis der fast nur aus Chinesen besteht (von der Bar ganz zu schweigen).

Doch wie würde ich, im Rückblick, Chinesisch lernen?

Zuerst mal würde ich nach China gehen. Die Adresse meiner ehemaligen Sprachschule, die zwar nicht ganz billig aber dafür sehr gut ist, gibt es gerne auf Anfrage.

Dann würde ich, um die Schrifzeichen schneller zu lernen, die Radikale zuerst lernen. In Konstanz gab es das zwar früher mal, aber nach der Umstellung auf den Bachelor wurde die Schrifzeichenkunde gekillt. Dafür durfte ich mir so einen Mist wie Entwicklungsökonomie auf Englisch antun ;-)

Eine ganz gute Software gibt es von Rosetta Stone, die zwar einen gesalzenen Preis aber dafür saugute Bewertungen hat. Meine Version liegt immer noch unausgepackt in Deutschland ;-)

Wenn Du zudem noch die Möglichkeit hast, z.B. an deiner Uni oder in deiner Stadt, ein Sprach-Tandem mit einem Chinesen oder einer Chinesin zu machen, sollte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Ganz kurz noch, sei keine Schabe und beschränke das NICHT auf die sprachliche Komponente. Ich weiß es aus eigener Erfahrung wie einsam man im Ausland sein kann. Meine Chinesischen Freunde in Deutschland lud ich weniger zum Lernen als zum Essen ein und die kamen immer alle sehr sehr gerne vorbei. Das fördert zwar nicht unbedingt dein sprachliches Vorankommen, aber es macht dich zu einem besseren Menschen. Oder auch nicht, haha.


Btw. hilft auch fernsehen! Ich schau zwar immer nur nebenbei fern, aber es hilft das Hörverständnis aufzupolieren, da bin ich mir recht sicher ;-) Außerdem hat man meistens noch Schriftzeichen unten dran, da manche Chinesen das Gesprochene ebenfalls nicht verstehen können…

Genug der Worte, bei Fragen nen Kommentar hinterlassen, ich freue mich natürlich auch zu lesen wie Du Chinesisch oder sonst was lernst,
Sven

Kommentare

  1. Maxi says:

    April 9th, 2009 at 19:22 (#)

    Danke schoen :)

  2. Aremonus says:

    April 10th, 2009 at 03:52 (#)

    WTF, 2000€ fixkosten?

    Ich lern’ mein Chinesisch auch gleich hier vor Ort, alles andere macht kaum Sinn – wobei ich mich aber für eine Uni und nicht für ‘ne Sprachschule entschieden hatte. Hatte da ziemliches Glück und ‘ne Uni erwischt, wo wir nette Lehrer und ‘ne sehr kleine Klasse haben.
    Ein Freund von mir ging zur Beida, einer der “besten Universitäten” des Landes. Im ersten Semester lernte er garnichts, seine Klasse war gross und das Unterrichtssystem antiquiert – es geht also auch anders, von dem her ist die Sprachschule wahrscheinlich schon die sicherere Nummer.

    Warum muss man für die Töne musikalisch sein? Die meisten Chinesen sind ja auch alles andere als musikalisch, nicht jeder hier heisst Lang Lang^^ Halte das also für ein Gerücht :D
    Beherrschst du die Töne jetzt? Ich für meinen Teil hab’ da noch meine Probleme, da ich mir fast nicht merken kann, wie was betont wird (prügle mir das aber auch nicht rein, da es reicht, wenn mich die andern verstehn. Einen Akzent zu haben stört mich nicht^^)

    Was war für dich der Grund, in Konstanz chinesisch zu lernen?

  3. admin says:

    April 10th, 2009 at 08:47 (#)

    @Maxi: Bitte, hatte es ja angekündigt ;-)

    @ Aremonus: Es können auch noch ein paar Euro mehr gewesen sein. Büromiete, DSL und Telefon für´s Büro, Miete in Konstanz (einer der teuersten Städte Deutschlands wenn es um das Thema Miete geht), Bücher, Kosten für Zugfahrten, Essen und Trinken usw. Das summiert sich sehr sehr schnell auf!

    Jepp, bei der Uni brauchste wirklich Glück. Ich will mich bei meiner nicht beschweren, nur hat es irgendwann keinen Sinn mehr gemacht Sätze zu lernen wie “der Himmelstempel (?) in Beijing hat 4 Farben und dies aus folgenden Gründen…”. Solch einen Mist brauch ich in meinem Alltagsleben nicht.

    In einer Sprachschule kannst Du, wenn Du das Geld hast, halt auch Einzelunterricht nehmen. Wie gesagt, als ich in Brasilien lebte, waren meine ersten Prioritäten nicht Vokabular wie “schimmen, tanzen” oder sonstiger Mist, sondern Restaurant- und Busportuguese. Da kann man in einer Sprachschule halt auch wesentlich genauer drauf eingehen. Da wo ich war, in Qingdao, kann man auch bei den Lehrern oder ner Gastfamilie wohnen, was auch die soziale Integration erleichtert…

    Sagen wir es mal so, wenn Du etwas Gefühl für Musik hast, fällt es dir auch leichter rauszuhören welcher Ton es gerade war. Hat man mir zumindest mal gesagt ;-) Ein Bayer lernt auch automatisch ein rollendes “r”, ein Ostfriese dagegen ein “sp”, welches der andere jeweils nur schwierig sprechen kann. Für mich hört sich ab und an QI an wie JI, was natülrich schnell zu Verwirrung führt ;-)

    Ob ich die Töne beherrsche? Nein! Wie Du schon meintest, es ist einfach zu schwierig. Das ist in etwa wie die jeweils richtigen Artikel im Deutschen. Wir, als Muttersprachler, machen das normalerweise automatisch richtig, ein Ausländer darf sich das aber aneignen, wobei es mich auch nicht stört wenn dann Dinge wie “die Huhn” oder “das Baum” bei rauskommen. Genau diese Tolereranz erwarte ich ebenfalls ;-)

    Warum Konstanz? Erst mal hat es für den Studiengang nicht den schlechtesten Ruf und dann gibt es den in der Art nur noch in Bremen und Zwickau. Gut, in Ludwigshafen gibt es ein ähnliches Programm, welches aber anders heißt. Von da wo ich wohne nach Konstanz sind es nur knapp 300km, weshalb ich Beruf und Freundin noch irgendwie unter den Hut bringen konnte. Wie weiß ich allerdings auch nicht. Das war ein Kraftakt erster Güte und irgendwann hat es auch nicht mehr funktioniert. Zwickau war mir, wie Bremen zu weit weg und die Uni wo ich ursprünglich hin wollte, nämlich in Köln, hatte alleine schon 700€ Studiengebühren pro Monat (Privatuni…).

    So landete ich dann am Bodensee. Hab mich auch nirgends anders beworben und war sogar im Bewerbungstermin zu spät ;-)

  4. Andre Buchholz says:

    April 15th, 2009 at 19:24 (#)

    Ja, ich kann mich noch gut an die Zeit mit der Dame erinnern ;)

  5. admin says:

    April 15th, 2009 at 20:12 (#)

    Moin André,

    ich hoffe doch ohne Alpträume ;-)
    Ich versuche es zu verdrängen, haha. Mit Chinesisch hatte ich, dank der Dame, einen wirklich beschissenen Start, aber nun klappt es.

    Das einzige an was ich mich noch sehr gerne erinnere, war meine letzte mündliche Prüfung, in der mich Madame anschnauzte, weil ich mich nicht vorbereitet hatte. Habe vorher extra höflich per E-Mail gefragt ob sie mich noch auf dem Radar hätte, aber sie hatte es versäumt mich auf die VORBEREITUNG von Fragen hinzuweisen.

    Das ganze Gespräch natürlich, in ihrem maschinengewehrton, auf Chinesisch. Das war es Wert! Aber jeder macht mal nen Fehler, von dem her bin ich ihr auch nicht böse, haha.

    Viele Grüße,
    Sven

  6. mark says:

    May 6th, 2009 at 12:59 (#)

    hallo.
    1.geile seite.
    2. ich( 28 ) und meine freundin planen für nächstes jahr eine reise mit dem rucksack durch china.
    meine frage wäre ob man mit englisch zurecht kommt, oder ob man dafür chinesisch können muss?
    wir würden halt auch gern etwas abseits vom tourismus reisen, und ob das ganz ohne chinesisch geht wäre meine frage.
    was meinst du dazu?

    bin um jeden tipp dankbar.

    mark

  7. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    May 6th, 2009 at 21:06 (#)

    Moin Mark,

    willkommen an Bord! Sorry, Kommentar Nr. 1 wird moderiert und Du hast genau die Wcche erwischt in der ich zu busy bin ;-)
    1) besten Dank, das freut einen zu hören.
    2) Nein. Ich kenne Leute die hier schon seit mehr als einem Jahrzehnt leben und nicht mal nen Kaffee bestellen können. Leider. Für Backpacking reicht der Lonely Planet (irgendwo im Blog fährt noch ein Artikel zum Warum rum ;-)). Wenn ich am Wochenende Zeit hab schreib ich auch mal nen Artikel dazu!

    Wenn Du noch Fragen hast dann einfach wieder melden,
    cheers,
    Sven

  8. Nele says:

    June 8th, 2009 at 16:10 (#)

    Hallo,
    mir kam gerade der gedanke dass wir wohl an der gleichen schule in qingdao waren, in der zhangzhou yilu? Die Li Li hat mir mal was erzaehlt von einem Deutschen der ihr bei der Website behilflich gewesen sei, ich erinnere mich gerade dunkel…fand ich jedenfalls witzig als ich gerade zufällig drauf gestoßen bin.
    kann die schule auch nur weiter empfehlen, super lehrer.
    Liebe Grüße aus der schoenen industriezone qingdaos,
    Die Nele

  9. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    June 8th, 2009 at 17:50 (#)

    Moin Nele,

    das ist in der Tat witzig! Genau der bin ich ;-) Bist Du noch ab und an dort? Wenn ja sag der Lyly nen schönen Gruß, das sie mal ihre Mails durchsehen möchte ;-)

    Kleine Welt!
    Zhangzhou Yilu 35 war glaub ich die Adresse…
    Liebe Grüße, evt. ziehen wir ja auch nach Qingdao, sind noch nicht sicher,
    Sven

  10. Thomas says:

    July 27th, 2009 at 02:01 (#)

    Hallo Sven & Meiling.

    Erst einmal toll das ich Eure Seite gefunden habe die ich sehr gelungen und informativ finde.
    Da ich irgendwann im Zeitraum Januar bis Ende März zum Urlauben nach China will, lese ich mich sicherlich im Internet ein, gerade um mehr über die Verhaltensformen kennen zu lernen. Man kennt das sicherlich, ein fester Händedruck wird in Deutschland als freundschaftlich aufgefasst, hingegen in anderen Ländern nicht.
    Zwar werde ich, wie ich das in anderen Ländern auch gemacht habe „auf mich selbst“ als Mensch verlassen und Gesten beobachten, zumal ich nicht der chinesischen Sprache mächtig bin.
    Bis her weiß ich, dass Chinesisch selbst aus 235 Spracharten besteht auch wenn einige schon ausgestorben sind, aber immer noch von 100 Leuten gesprochen werden und somit zu den 235 zählen. Ich glaube, dass Jeder Chinese auch eine Macke bekommen würde, wenn Ihm ein feines Plattdeutsch über sächsische bis hin zum bayrischen als Aussprachemöglichkeiten angeboten werden und nun lern mal schön.
    Aber wie sagte schon Theodor Fontane?
    „Das menschlichste am Menschen ist seine Sprache“ und ohne die Sprache ist man nicht gleich unmenschlich, aber man wirkt und ist so unpersönlich, neben den Dingen – mitten drin.

    Persönlich empfand ich die Deutsch Sprache immer als die Schwierigste, zum einen weil ich ein Legastheniker bin der die Fehlerrate um 95% reduzieren konnte zum anderen weil ich diese immer unlogisch fand, wenn man Schifffahrt damals noch mit nur 2 „ff“ schreiben dürfte.

    Hingegen und ich hatte eine Ausbildung zum Rettungssanitäter genossen und auch noch pflegende Medizin Krankenhaus und Altersheim, empfand ich die „Doktorsprache“ als total simpel obwohl im Gegensatz ein Patient nur „Fachchinesisch“ versteht, wenn ein Doktor „Doktorsprache“ spricht.

    Das schöne an dieser Doktorsprache ist, dass diese sehr bildlich ist und eigentlich nur aus Vor-, Haupt- und Endsilben besteht und man „fast schon“ beliebig sich die Wörter zusammenstellen kann, was so meiner Ansicht auch gemacht wird, also wenn ein Doktor eine neue Krankheit entdeckt oder was völlig Neues beschreiben will.

    Ich habe dieses jetzt ein mal mit den Chinesischen Zeichen und deren Erklärungen verglichen und stelle fest, das die chinesischen Zeichen nichts anderes als Bilder sind, jedes Bild eine Bedeutung hat, wo es dann anhand der bildlichen Vorstellung doch nicht so einfach ist zum Beispiel aus dem Zeichen der „Sonne“ was mich eher an eine Leiter erinnert, eine Sonne zu erkennen.
    Aber OK, das Zeichen der Sonne mit einem Strich oben dran deutet auf Ihre Aufgabe hin und steht für „hell“ oder „weiß“ was im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtet.
    Vielleicht mag gerade meine Phantasie mit mir durchgehen, aber wenn die Sonne was Sie auch macht über Einem (Zeichen) steht und der Mensch als solches nicht böse sondern korrekt ist, dann entsteht daraus das „sein“ – ich schreib mal vorsichtig „im Glanze der Korrektheit stehend. Na ja usw. zumindest stelle ich mir das jetzt mal so vor.

    Ein Frage hätte ich an einem Beispiel schon noch an Euch.
    Jeder kenn die DNA, aber kaum einer wofür die 3 Buchstaben stehen.
    Wenn ich jetzt Desoxyribonukleinsäure schreibe, rollt jeder mit den Augen und lass mich mal damit zufrieden.
    Teile ich das Wort aber auf in Des – Oxy – Ribo – Nuklein – Säure auf erkennt man schon fast die „Zeichen“ besser geschrieben Silben.
    Des = nicht oder kein Bsp. Desorientiert oder Desinteresse.
    Oxy = oxydieren oder Oxidanzen z.B. Sauerstoff
    Zusammen Desoxy = kein Sauerstoff.
    Ribo = OK das muss man wissen, steht für Ribosomen Eiweißkörperchen die nachher den DNA Strang ausmachen.
    Nuklein = Kern wie Nuklearwaffen = Kernwaffen
    Säure dürfte klar sein nur das man wissen muss das A beim DNA steht für Acid deswegen der wissenschaftliche Streit ob es nun DNS oder DNA heißt?

    Zusammengefasst aus diesen bildlichen Silben, entsteht daraus:
    Eine unter Sauerstoffverschluss bestehende Eiweißkörperkette, die sich im Kern (Zellkern) in einer Säure befindet.
    Nun meine Frage.
    Bin ich was meine erste Einschätzung betrifft auf dem richtigen Weg?
    Also das man sich nicht unbedingt alle Zeichen stupide einpauken muss, sondern anhand der Kombination oder mit viel Phantasie im Textzusammenhang erkennen oder erraten kann, was mit der Kombination an Zeichen gemeint ist?
    Und bitte auch noch die Frage: Ist es dann auch möglich, mit den Zeichen und Ihrer Kombination (*löl*) nicht unbedingt ein neues Wort, aber ein neues Zeichen zu „Designern“ was eventuell noch kein Chinese kennt?
    z.B. das hier was ich zugegeben Mal schnell mit dem Onlineübersetzer angefertigt habe ???????? und eigentlich DNA heißen müsste.
    Sehr naiv ich weiß “grins” aber wenn es den so wäre oder ist, dann ist das erlernen der chinesichen Zeichen “fast” schon wieder einfach behaupte ich einmal.

    Aber mal sehen was Ihr schreibt.

    Vielen Dank für die Antwort.

    LG Thomas

  11. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    July 27th, 2009 at 22:36 (#)

    Moin Thomas,

    danke für den sehr ausführlichen Kommentar und willkommen an Bord.

    Ich gehe mal auf ein paar deiner Punkte ein:

    Ist Chinesisch eine bildhafte Sprache?
    Jepp. Ich hab mir mal bei Weltbild, im Laden von denen, ein Buch gekauft in dem die alten Schriftzeichen erklärt wurden, also Ihre ursprünglichste Variante und dann die Änderungen bis in die Neuzeit. Einige Schriftzeichen kannst Du dir also so herleiten.

    Wie lerne ich die verdammten Dinger?
    Lerne erst mal die Radikale. Die sind sozusagen die DNA (ich bin einer der wenigen die bei Desoxyribonukleinsäure nicht die Augen verdrehen und bevorzuge die Englische Schreibweise) der Schrifzeichen. Ein paar kleine Schriftzeichen, die auch ne Bedeutung haben. Hast Du dann die einzelnen, nennen wir es mal Komponenten, kannst Du dir ne Eselsbrücke bauen und dir das “richtige” leichter einprägen… Hätte ich das früher schon gewusst ;-)

    Zu deinen Schrifzeichen:
    Mein Chinesisch ist wirklich nicht von schlechten Eltern, aber a) habe ich schon mehr Zeichen verlernt als gelernt und b) zeigt mein Computer zwei dergleichen nicht richtig an. Ich bin aber bald wieder zu Hause und frag dann mal Meiling. Ab und an hast Du aber auch ne Übersetzung die es ins Schwarze trifft. Die lehnt sich dann an englischem Zeugs an und wird noch mit einer Bedeutung versehen ;-) So heißt Coca-Cola in etwa “Getränk das den Mund glücklich macht”. Schicke Sprache!

    Und noch kurz ne Anmerkung zu den Verhaltensregeln: Ich lebe schon seit knapp 3 Jahren dort und mache immer noch alles falsch. Wenn Freunde von mir mich aus Höflichkeit als “Chinaexperten” bezeichnen, habe ich da nur eine Antwort drauf und zwar die, dass mir wohl ein Leben nicht reichen würde. Aber da ist eh drauf geschissen, da es in China schon sehr begrüßt wird wenn man die Grundspielregeln kennt:

    - Nicht alleine rauchen
    - Nicht alleine trinken
    - keine Uhren verschenken
    - Geschenke mitbringen

    Das reicht schon für´s erste Socialising. Für den Rest gibt es, wie Du schon erkanntest, nur eines und zwar Chinesisch zu lernen. Das ist der Schlüssel der dir Zugang zu einer fremden Kultur ermöglicht.

    In diesem Sinne,
    l.g
    Sven

  12. Verena says:

    August 31st, 2010 at 16:25 (#)

    Hi Sven,

    wollte mal nachfragen, ob du mir die Kontaktdetails deiner ehemaligen Sprachschule sagen könntest.
    wie lang warst du denn dort? wie viele stunden unterricht hat man am tag? Kannst du dich an die kosten noch erinnern?

    Vielen Dank.
    Lg Verena

  13. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    September 1st, 2010 at 06:02 (#)

    Hi Verena,

    klaro: http://www.huayischool.com. Da ist auch die Preisliste drauf. Sollte aber verhandelbar sein, haha.
    Ich schick dir noch kurz ne Mail mit den Kontaktdaten von der Lyly, der Chefin, hinterher!

    Absolute Empfehlung meinerseits! Familiär und lohnt sich in jedem Fall.
    Kosten hatte ich keine. Wurde sogar noch bezahlt, haha. Hab denen bei der Website geholfen und auch sonst
    noch einiges gemacht und dafür umsonst gelernt ;-)

    Lg
    Sven

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