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Wenn einer eine Reise tut Teil 27…

Gepostet am 03. 02. 2012  |  Veröffentlicht in Visa China

So, bevor sich die Anfragen nach meinem Wohlergehen auf Facebook, per Mail und telefonisch häufen hier lieber ein Lebenszeichen! Zuerst einmal der Hinweis das es mich natürlich freut wenn eine längere Abwesenheit meinerseits a) bemerkt und b) hinterfragt wird. Danke an alle die mir was nettes oder besorgtes schrieben. Bei uns ist alles in Butter.

Nur war a) das Chinesische Neujahr, was wir traditionell bei Meilings Familie in Chongqing begehen und b) lief mein Visum aus und ich musste nach Hong Kong, da man mir hier in Hangzhou selbiges verweigerte und c) war mein Dutzfreund Ingo für 19 Tage hier, was ich zum Anlass nahm den Rechner ab und an mal Rechner sein zu lassen. Dazu aber mehr am Sonntag…

Da ich in Hong Kong etwas Luft hatte und auch Dampf ablassen musste, hatte ich schon einen rotzigen Post geschrieben, der aber wohl zu groß für mein Telefon war. Irgendwann konnte ich nämlich nicht mehr weiter schreiben, was in Kombination mit den Anschnallzeichen des Fliegers von Guangzhou nach Wanzhou (wer das nicht kennt braucht sich nicht zu schämen, die Sporthalle meines Kindergartens war größer als das Abflugterminal). Übrigens gehen gerade glaub ich die Kommentare hier bei manchen Posts nicht, was ich irgendwann im Februar fixen werde.

Ich hätte ja schon des öfteren das ein oder andere Problemchen was reisen angeht, aber der aktuelle Trip hat das Potential alles bisher dagewesene in den Schatten zu stellen. Es ist ja gerade Frühlingsfest, weshalb sich auch mein Wochensenf verspätete und genau in dieser Woche war bzw. ist mein Visum fällig.

Also machten wir aus das Ingo und Meiling zusammen mit dem Zug nach Chongqing fahren, während ich kurz nach Hong Kong düsen würde. Am Nachmittag traf ich noch einen alten Freund aus Chongqinger Tagen, der wohl Meilings “wir sind AM Frühlingsfest nicht in Chongqing mit einem “wir gehen nicht nach Chongqing” verwechselte und uns deshalb in Hangzhou besuchen wollte (Anruf kam am Nachmittag davor…) zum Lunch am Bahnhof. Danach ging die Reise ins ungewisse auch schon los.

Ich hatte schon vor Abreise ein ungutes Gefühl, da es doch einige Komponenten gab die für Unruhe sorgen können. Zuerst einmal kontrollierte ich mein Equipment, da ich den ersten Teil meiner Reise per Zug antrat und die Zeit zum arbeiten und bloggen nutzen wollte. Das ist mittlerweile mehr als Routine und ich bin, mit drei Ladegeräten und einem Batteriepack für mein Telefon eigentlich mehr als gut ausgestattet. So machte ich mir auch keine Gedanken als das Batterie leer klingeln während eines Telefonate ertönte. Der Pack reicht nämlich selbst bei Volllast, sprich ständig eingeschaltetem Batteriepack und ein paar Spielen zwischendurch locker die ganze Nacht durch. Nur an diesem Tag nicht. Unser ach so süßer Hund hatte nämlich, auf den ersten Blick nicht unbedingt sichtbar, das USB Kabel angeknabbert, welches sich hierdurch als untauglich erwies.

Da ich aber wie Eingangs erwähnt für jedes Kopfende unseres Netzes und meinen Rucksack ein Ladegerät besitze, war das nicht unbedingt wild. Chinesische Züge haben nämlich in den Schlafwagen der ersten Klasse, die nur einen Wagen weiter waren, Steckdosen. Und was für welche. Mit drei Pins. Ich lebe ja seit einigen Jahren in der VR, kann mich aber nicht daran erinnern jemals keine westliche Dose gefunden zu haben. Aber einmal ist immer das erste mal. Also 16h ohne Strom.

Zum Glück packte ich mir ein Buch ein. Gegenüber war eine alte Dame, die mich in Ruhe ließ, aber über der war eine junge, mit Verlaub Schnepfe, die ich am liebsten zum fahrenden Zug hinaus befördert hätte. Die kommentierte nämlich gefühlt 10x das ich ja nichts essen würde (Bauchschmerzen) und das ich ja nur am lesen wäre. Das ich die rhetorische Frage ob ich Chinesisch verstehen würde ca. 3x mit einem Nicken und sogar mal mit einer Antwort quittierte wurde gleichfalls ignoriert. Dafür wurde die besagte alte Frau mit solchen Nettigkeiten wie “Tante, schlaf doch endlich”, in Kombination mit der Feststellung das alte Leute wohl generell wenig schlafen oder aber der Aufforderung mal auf die Toilette zu gehen genervt. Dabei saß die Nervensäge übrigens die ganze Zeit auf dem Bett der Dame und überlegte ob ich nicht schlafen würde weil ich mit meiner Größe da ja auch gar nicht reinpassen würde. Wäre es ein Schlafbus gewesen, ich hätte den Fahrer bestochen sie irgendwo stehen zu lassen oder sie aber auszusetzen. Zum Glück fuhr sie aber nicht bis Shenzhen.
Mit der kleinen Schnepfe gemeinsam stieg eine Familie aus, deren kleiner Sohn, genauso wie seine Mutter, an Schwerhörigkeit zu leiden schien. Die kommunizierten nämlich in der Lautstärke eines startenden Kampfjets (ich war neulich mal in der Nähe der Flughafenstrasse, die zu einem Militärflughafen führt, den man zwar nicht sehen aber hören konnte). Wenn man in der Familie noch keine Hörgeschädigungen vorweisen kann wird es nicht mehr lange dauern.

In Shenzhen angekommen machte ich mich Dann erst mal auf die Suche nach Strom. Gegessen hatte ich immer noch nichts, aber ich spekulierte darauf bei einem Kaffee etwas Saft abzapfen zu können. Passend dazu war meine Zuglektüre, die ich fast durch hatte, übrigens die KFC Successstory. Da stand zwar nichts von Steckdosen drin, aber von Gewinnmargen, die sicherlich durch das extensive laden von Telefonen verwässert werden wollen. Dementsprechend musste ich meinen Kaffee ohne Spiegel.de konsumieren. Fündig wurde ich übrigens bei 7eleven. Hat auch nur 5RMB gekostet. Ich hätte auch das 10fache bezahlt.

iPhone Nutzern sei hierbei gesagt das man dafür die Batterie rausnehmen muss. Sonst bleibt nach 30 Minuten laden immer noch der sehnsüchtige Blick auf ein pechschwarzes Display (sorry, den hat man nicht beim iPhone sondern bei meinem Telefon –> es soll ja niemand denken das ich meinen Sinn für Humor vergessen hätte).

Mit meinem letzten Aufgebot an teuer gekauftem Strom rief ich Dann meinen Visumsmann Kwok (nicht Kok wie ich ihn bislang immer nannte) an, der meinte er wäre um 8Uhr an der Grenze, nur um mir um 8.15Uhr mitzuteilen das ich doch seinen Vater am Holiday Inn in Tsim Sha Tsui treffen möchte. Da ich glaub ich schon mindestens 20x in Hongkong war fand ich das auch auf Anhieb. Wer noch nicht da war sollte sich sagen lassen das man einfach nach einem Rudel von (ich hätte fast Beuteengländer geschrieben) Indern und Pakistanis Ausschau hält die, je nach Tageszeit Anzüge (wenn deren vom gleichen Schneider sind wurde ich im Leben keinen kaufen – vielleicht sag ich es ihnen mal), tailored Shoes, Watches and Bags (Du müsstest mal Meilings Augen bei dem Wort sehen) oder aber Rauchwaren aller Art verkaufen.

Zwischendrin liegt das Holiday Inn (an mir ging ein Texter verloren, oder?). Da der gute Mann schon etwas älter ist, ließ ich ihm etwas Zeit bevor ich ihn versuchte anzurufen. Versuchte deshalb, weil meine Mainlandkarte in Hong Kong nicht geht. Da man mir aber ca. 5x telefonisch und persönlich versicherte das ich meinen Pass am selben Tag zurück bekäme dachte ich mir nichts dabei. Das selbe galt auch als der Senior mir die Visitenkarte eines Hostels in die Hand drückte und meinte er wurde mich da Abends anrufen. Da ich ja kein Telefon hätte… Da ich eh den verloren Tag aufholen und duschen wollte und auch keine Lust hatte wie ein Gejagter mit dem Rucksack von Cafe zu Cafe zu streunen nahm ich mir dort ein Zimmer. Da es gerade Frühlingsfest ist, war das zwar nicht gerade günstig, aber das ist Hongkong in der Regel nie…

Mittags gab es dann einen Yufka und ich sparte mir meine normale Briese Seeluft, da ich durch den Stromausfall vom Vortag noch einiges unerledigtes hatte und das Damoklesschwert der Netzlosigkeit in Meilings Alter Heimat permanent am Rosshaarfaden über meinem Haupte bzw. meinen Gadgets, die ohne Internet eigentlich nur nutzlos verschwendete seltene Erden sind, schwebte.

Abends ging ich dann, wie besprochen, zum Holiday Inn, zurück zum Holiday Inn. Vorher buchte ich noch ein Hostel in Guangzhou, da ich von dort meinen Anschlussflug hatte. Oder besser gesagt gehabt haben sollte, denn die Kollegen von eLong, bei denen ich für gewöhnlich meine Inlandsflüge buche, kein Ticket ausgestellt hatten. Die haben vor kurzem PayPal als Zahlungsmittel eingeführt und preisen es auch groß auf ihrer Website an, haben aber damit wohl noch ihre Probleme, da es trotz Bestätigung auf der Webseite kein Ticket gegeben hätte.

Aber zurück zu meinem Visum. Ich stand also, preußischen Tugenden folgend, Punkt 18.00Uhr vor besagtem Hotel. Da es schon dunkel wurde änderte sich das im Strassenverkauf von Textilien hin zu Rauschmitteln wandelte. Eingangs erwähnte Händler waren dabei noch ganz lustig, doch dann tauchte ein Ausländer auf, der wohl zu viel von seinem eigenen Zeugs konsumierte. Der war richtig nervig und wollte irgendwann noch Devisen tauschen die er wohl mit dem Farbdrucker selbst erstellte.

Nachdem der alte Mann vom Visumsdienst nach einer Stunde immer noch nicht da war rief ich ihn an, nur Umbau erfahren saß er schon wieder in China verweilte. Ohne Reisepass und Bleibe in einer Stadt zu verweilen in der man für so ziemlich alles mehr als empfindlich bestraft wird macht natürlich keine Laune. Zum Glück war der pakistanische Kamerad von dem ich das Telefon lieh noch zu Gange und der kannte jemanden der jemanden kennt bei dem man auch ohne Pass ein Zimmer bekommt. Mir ging es primär drum WLan zu haben um Meiling und meinen Visumsdienst anzurufen… Meiling meinte sie frage kurz nach, weil Telefonate über Skype teilweise unprickelnd sind. 10 Minuten später rief sie dann an um mich als Dummkopf zu bezeichnen, der ohne sie nichts gebacken bekäme. Mein Pass würde nämlich an der Rezeption des Hotels an dem wir uns trafen bereit liegen. Nur an welchem wusste sie auch nicht… Also kurz in Shenzhen angerufen, um nach 2 endlosen Minuten zu erfahren das der Senior meinen Pass im Hostel in dem ich mich ausruhte hinterlegte… Also dort hin, Pass abgeholt, was nicht einfach war, da ich erst den Security Check der alten Rezeptionistin überstehen musste und anschließend zurück in mein Nachtquartier, da ich dieses ja schon bezahlt hatte. Der Rest war dann Routine. Kurz in Guangzhou am Bahnhof ein Ticket geholt (die Dame wusste nicht wo ich hin wollte, da die Zielstadt nur 6 Millionen Einwohner hat) und los ging es schon. Ich wünschte es wäre in Deutschland möglich so schnell, bequem und günstig zum Flughafen zu kommen. Aktuell stehe ich auf dem Rollfeld und hoffte als letzter einsteigen zu dürfen. Nur war a) nach mir ein kleines Mädel, welches allein reiste und was von der Stewardess, die für Air China Verhältnisse ganz passabel aussah umsorgt wurde (kein Neid an dieser Stelle, ich war ja auf dem Weg zu meiner bessern Hälfte) und es kam b) noch ein Bus mit weiteren Gästen. Der Flug war nämlich ausgebucht.

Den Rest gibt es Sonntag, da ich dann meinen normalen Wochensenf schreiben werde ;-)
Bis dahin, genug der Worte,
cheers
Sven

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