Wenn etwas schief gehen kann…

… dann geht es schief. Murpheys Gesetz hat auch dieses mal wieder zugeschlagen, was mich, nach diesem wunderbaren Sommer, auch nicht anders gewundert hätte.

Es geht, wie so oft, um mein Visum, bzw. meine permantente Aufenthaltsgenehmigung für China.

Den eigentlichen Masterplan erzähle ich gerne bei einem Bier in meiner Bar, der war so gut das ich ihn garantiert nicht in unser Blog schmieren werde ;-)

Nur gab es dabei scheinbar ein paar Kommunikationsproblemchen… Es gibt ja bekanntlich keine Probleme, sondern nur Lösungen und ich werde garantiert NICHT aus China abhauen. Auf heiraten haben wir gerade, noch, keinen Bock, also wird ein neuer Plan ausgeheckt, wie ich den gelobten Fetzen Papier in meinen Reisepass bekomme. Langweilig wird es mir also immer noch nicht.

Dalian ist, verglichen mit Peking, sackekalt. Da es ziemlich weit nördlich liegt und dann noch ans Meer grenzt, weht ein strenger, nasskalter Wind. Nichts desto trotz haben sich Mei Ling und ich dennoch in einen Freizeitpark begeben. Aus dem Visumsbeschaffungsausflug wurde so zusagen unser Sommerurlaub. Wenn man schon mal da ist muss man sich ja auch was ansehen.

Der Kostenpunkt für den Eintritt ist mit 20€ chinesischer Durchschnitt und ich bin jedes mal aufs Neue überrascht wie voll die Parks sind (wir haben ja das Gehalt unserer Bedienungen auf 100€ / Nase erhöht, aber es sollte jedem klar sein was bei uns der Eintritt in Europark und Co. kosten würde, wäre es bei uns ebenfalls ein 5tel des Monatsgehaltes…). Im Gegensatz zu Hainan, wo der dortige Oceanpark keinen Besuch wert ist, lohnt es sich in Dalian. Die Verprechungen auf den Werbeplakaten entsprechen nämlich ziemlich genau dem gebotenen.

Mei Ling hat ein Fabel für Delphine und wurde diesbezüglich in Südchina (soll heißen Hainan) herbe enttäuscht. Ihre Perphormers waren nämlich nur in gedruckter Form und als Wandbemalung vorhanden… Dalian dagegen hat 6 der gleichen und noch 2 weitere Wassershows zu bieten. Nett.

Danach sind wir, dem Pisswetter trotzend, noch etwas in die Stadt gegangen. Ich hab mir, man möge es Heimweh nennen, erst mal ein Sandwiche bei Subway gegönnt und anschließend haben wir uns einen Teller Muscheln für nen Euro reingeschoben. Irgendwie kam Mei Ling auf den Trichter in jedem kleinen Restaurant was uns zusagt was zu futtern, weshalb wir anschließend bei Nachbarn noch ein paar Hummerkraben, das Stück ebenfalls nen Euro, vertilgt haben. Danach war die Miniorgie aber auch schon wieder vorbei, da wir satt waren…

Abschließend wollten wir noch shoppen gehen, da wir nächste Woche in der Nähe von Nanjing (liegt „neben“ Shanghai), auf ne Hochzeit eingeladen sind. Gefunden haben wir aber nichts. Mei Ling hat nichts gefallen und Schuhgröße 44 (mein gutes Paar Schuhe steht in unserem Schuhschrank im schönen Beibei) gibt es auch in Nordchina nur sehr selten (auch wenn es nur Schuhe für einen Tag sein sollten hab ich keinen Bock Kohlen für etwas auszugeben was mir nicht gefällt)…

Genug der Worte, hab noch nen Sack von Sachen zu erledigen,
cheers,
Sven mit Mei Ling

Ps: Bilder lade ich die Tage auch noch hoch!

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2 Gedanken zu „Wenn etwas schief gehen kann…“

  1. REISEBERICHT
    China, Beijing (Peking), anno 27.09 – 6.10.2008

    Meine Wenigkeit war eine Woche auf Urlaub in Peking zu Besuch bei meiner chinesischen Bekannten und stelle hier eine kleine Zusammenfassung mit Tipps und Eindrücken zusammen:

    FLUGHAFEN
    Bei der Rückreise im chinesischen Flughafen müssen alle Klingen und Feuerzeuge abgegeben werden. Auch solche die sich im normalen Reisegepäck und nicht im Handgepäck befinden.
    Ich hatte mein Camping-Besteck importiert und musste bei der chinesischen Kontrolle das Messer abgeben – bei der deutschen Kontrolle war die Klinge noch kein Problem.
    Flüssigkeiten dürfen im Handgepäck generell nicht mehr mitgenommen werden – auch bei den Chinesen nicht. Wer dann noch Durst verspürt, kann im anschließenden DutyFreeShop etwas Trinkbares käuflich erwerben, wenn auch teurer.

    GELD
    Der chinesische Kurs ist schwankend – einfachheitshalber rechnet man:
    1 Euro = 10 Yuan = 10 Renminbi = 10 Kuai
    Chinesische Währung ist schon mit der Taxifahrt zum Hotel unersetzlich. Man muss also schon im Flughafen deutsche Währung in chinesische umtauschen. Im Flughafen jedoch sollte man nur einen kleinen Betrag in Bargeld tauschen, da man hier zumeist einen schlechteren Kurs bekommt als in der Bank of China in Pekings Zentrum beispielsweise.
    Wann und wo man auch Geld in der Bank tauscht, auf jeden Fall die gereichten Belege aufheben. Diese sind nötig, wenn Restgeld in China zurückgetauscht (chin. Währung in deutsche Währung) werden soll. Auch der Reisepass muss mitgenommen werden.
    Kreditkarten sind in Hotels und in größeren Geschäften, Malls u.ä. eigentlich kein Problem.
    Für ca. 7 Tage sollte man als sparsamer Mensch, nach meinem Befinden, an die 250,- Euro Taschengeld mitnehmen.
    Davon konnte ich gut leben und habe sogar noch was über gehabt – denn sicher ist sicher.

    TELEFON
    Ich habe mir direkt am chinesischen Flughafen eine chin. Pre-Paid-Karte (150 Yuan) für mein Mobilgerät gekauft und hatte damit keine Probleme. Konnte damit preiswert in das chin. Handynetz, sowie in das deutsche Festnetz telefonieren. Mit der normalen deutschen Handy-Karte wäre das Unterfangen höchstwahrscheinlich viel teurer geworden.

    FLUG
    Wer einen Non-Stop- bzw. Direktflug bucht und alleine fliegt, sollte sich für die Zeit im Flieger etwas mit Spiel, Spaß und Spannung mitnehmen. Mir kam der Flug ewig vor: über neun Stunden hin & über zehn Stunden zurück (wg. Gegenwind!). Die meisten Passagiere essen und schlafen nur, aber für meine Wenigkeit waren die Plätze im Flieger einfach zu unbequem. Man sollte sich als Einzelperson auf jeden Fall etwas zum eigenen Zeitvertreib mitnehmen.

    ANKUNFT
    Wer als Tourist vom Flughafen ins Zentrum Pekings fahren möchte, lässt sich generell mit Taxi von Terminal 2 oder 3 direkt zum Hotel fahren. Ich habe eine kleine Alternative, mag für einige umständlicher oder stressiger erscheinen, ist jedoch für die meisten Routen preiswerter und nach der Ankunft ein erstes Erlebnis in China: Die U-Bahn.
    Es handelt sich hier um eine automatisierte Transfer-U-Bahn (25,- Yuan pro Ticket), die den außerhalb gelegenen Flughafen mit Peking-City verbindet. Man fährt von Terminal 2 oder Terminal 3 über eine weitere Haltestelle zur letzten – nach „Dongzhimen“. Von dort habe ich mir dann das Taxi genommen. Die Adresse der Unterkunft sollte unbedingt in chinesischen Schriftzeichen für den Fahrer lesbar sein und achtet darauf, das der Taxifahrer den Tachometer oben am Rückspiegel umklappt – ab dann läuft der Zähler (Start ab 10 Yuan). Nehmt zur Unterkunft keine „Rikscha“ – die Dreiräder haben keine Kilometerzähler und ihr könnt leichter abgezockt werden!

    SPRACHE
    Die meisten jungen Chinesen können schon gebrochenes Englisch sprechen. Wer als Touristengruppe unterwegs ist, hat durch den Reisebegleiter einen Kompetenzmann oder –frau und somit kein Problem, kund zu tun was man möchte. Meine Wenigkeit war gelegentlich auch schon mal allein auf Achse und hatte auch Schwierigkeiten sich mit meinen nun doch kümmerlichen Pinyin-Kenntnissen über Wasser zu halten.
    Wer ohne Reiseführer unterwegs ist, sollte sich unbedingt wichtige und markante Sätze in chinesisch aufschreiben und merken, wie z.B.:
    „Dao …“ – Nach …
    „(Wo) Bu yao.“ – Ich möchte nicht.
    „Cesuo zai nar?“ – Wo ist die Toilette?
    „Qing bang zhuo.“ – Bitte Foto machen ;-)

    TAXI, BUS & U-BAHN
    Insbesondere Taxi- und Busfahrer können zumeist kein Englisch sprechen und auch nicht verstehen. Am besten lässt man sich von der Hotelrezeption das jeweilige Ziel auf chinesisch aufschreiben. Auch als Einzelperson ist es dann kein Problem mehr mit dem Taxi zum Ziel zu kommen. Mit dem chinesischen Bus ein Ziel zu erreichen, kommt dabei schon eher einem Abenteuer gleich. Chinesische Bushaltestationen haben keinen einsehbaren ausgehängten Zeitplan wie in Deutschland – sie kommen und fahren „in regelmäßigen Abständen“. Nur die Haltestationen sind erkennbar, jedoch nur als chinesische Schriftzeichen und ohne Pinyin (chinesische Aussprache in lateinischen Buchstaben). Ich hatte den Vorteil, dass ich zumeist mir meiner chinesischen Freundin unterwegs auf Achse war und sie quasi die „Wege nach Rom“ für uns gefunden hat. Eine einfache Busfahrt kostet ab 1 Yuan (10 Cent).

    TOILETTEN
    Die meisten Hotels haben bereits westlichen Standard, d.h. man kann sich setzen um sein Geschäft zu machen. Es gibt jedoch auch WCs, die einem Plumpsklo ähneln, man sich nicht setzen, sondern nur hinhocken kann. Derartige Einrichtungen sind bei manchen öffentlichen Toiletten und in chinesischen WGs üblich.
    ACHTUNG: Benutztes Klopapier nicht in die Kloschüssel werfen, sondern in den dafür vorgesehenen nebenbei stehenden Abfalleimer schmeißen. Das chinesische Kanalisationssystem arbeitet nicht nach deutschem Standard.
    Deshalb nicht wundern, dass im Hotel mit wenig Sternen, die Putzfrau morgens unangemeldet anklopft um die Behältnisse zu leeren und das Zimmer auf Vordermann zu bringen.

    KONTROLLE
    Ich wurde nie von der chin. Polizei oder einem Armeeangehörigen kontrolliert.
    Der Reisepass im Original ist auf jeden Fall immer mit sich zu führen und besser auch eine Bescheinigung des Hotels, sodass man seine Unterkunft jederzeit angeben kann.

    ESSEN & TRINKEN
    Dieses Unternehmen ist in teureren Restaurants kein Problem. Ich habe einmal ein gehobeneres Restaurant besucht, muss aber sagen, dass das Essen dort eher schmeckt, wie beim Chinesen wie in deutschen Landen. In den preiswerteren Etablissements gibt es Essen nach wirklichem chinesischem Geschmack. Das Fleisch mit Gemüse und gekochtem Reis oder Nudeln ist zumeist gedünstet. Weniger arbeitet man hier mit Sonnenblumenöl, mehr mit Soyaöl und seltener wird gebraten oder frittiert. Zum Essen trinken die Chinesen überwiegend Wasser oder Tee. Limonade oder Bier ist aber auch kein Problem. Man sollte jedoch unbedingt das Essen mit Stäbchen daheim schon üben oder Messer, Gabel und Löffel mit sich führen, obwohl das gelegentlich ärmlich aus sieht und man von den Einheimischen belächelt wird.
    Die meisten Ordonanzen, Angestellten und Kellnerinnen in preiswerten Snack-Bars, Buden an der Ecke etc. sind der englischen Sprache nicht mächtig.
    Westliches Fast-Food gibt es natürlich auch in China. Da es sich bei MacDonald´s, KFC, Starbucks & Co um Franchise-Ketten handelt, liegen die Preise dem entsprechend auf fast gleichem Level wie in der westlichen Welt. Der Geschmack ist auch derselbe. Es wird sogar Käse (bei Burgern) benutzt, obwohl die meisten Chinesen gar keinen Käse mögen.
    Supermärkte und kleine Buden sind in Peking reichlich vorhanden.
    In solchen Shops kann man billig einkaufen:
    z.B. eine 0,33 Liter Cola für 2,5-4 Yuan (0,25 bis 0,40 Cent), alkoholfreie Getränke generell in PET-Flaschen oder Dosen, ohne Pfand.

    STROM
    Zumindest in die Stromanschlüsse meines 3-Sterne-Hotel, haben die Aufladegeräte für Handy und Digitalkamera gepasst. Ich kann nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass westliche Stecker in chinesische Anschlüsse immer und überall passen, aber meinen extra gekauften Adapter hätte ich für Peking auch sparen können. Mir wurde gesteckt: in Hongkong ist ein Adapter unerlässlich, für den Rest Chinas bräuchte man keine Adapter.

    KLEIDUNG
    Im Herbst ist es in Peking für Europäer mittags noch ungewöhnlich war. Deshalb spazieren auch die meisten Touristen in T-Shirt. Wenn die Sonne verschwindet, im Pekinger Herbst schon so zwischen 3 und 4 Uhr, wird es rasch kühler. Die Chinesen sind in dieser Hinsicht meist dicker angezogen. Regenjacke oder Regenschirm auf jeden Fall mit sich führen.
    Am besten nach dem „Zwiebelprinzip“ kleiden.
    Wer in den angesagten Shopping-Malls Markenklamotten erwerben möchte, kann sich das Geld sparen. Original-Markenware ist in China für Autonormalverbaucher quasi genauso unerschwinglich wie in der Heimat.

    SEHENSWÜRDIGKEITEN
    Für jeden etwas dabei: von Tempeln über Gärten bis hin zur Mauer und Gräbern; vom kleinen Marktstand, über Einkaufsstraßen bis hin zur Shopping-Mall; vom Museum, über Theater bis hin zur Karaoke; vom Plattenbau, über Hostel, hin zum 5-Sterne-Grand-Hotel.
    EMPFEHLUNG: Nach eigener Erfahrung eher nicht in der Woche der chinesischen Nationalfeiertage (1. Woche im Oktober) nach China in Großstädte fliegen. Anstatt der 1,3 Milliarden Chinesen in Peking halten sich dann quasi doppelt so viele in der Großstadt auf und fast alle Sehenswürdigkeiten werden überrannt. Auch muss man sich nicht wundern, dass beispielsweise die Preise im Hotel für die Übernachtung und die Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten erhöht werden.
    Wie dem auch sei, ich sage: Ich war Anfang Oktober 2008 in Peking bereue es überhaupt nicht – denn wer kann schon sagen an den chinesischen Nationalfeiertagen dabei gewesen zu sein !-)
    ANMERKUNG: 2009 ist chinesisches 60jähriges Staatsjubiläum.

    RESUMEE:
    Peking bzw. China ist eine Kultur für sich, wie auch die Menschen, das Essen, die Wohnkultur und vieles andere mehr. Zu 100% eine Erfahrung wert.
    Wann kann ich endlich wieder hin und Abenteuer erleben !?!?!?!?!?!-)

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  2. Hi Jörg,

    wow, danke für den langen Kommentar! Der ist ja fast länger als die meisten meiner Postings ;-)

    Telefonieren mit dem deutschen Handy in China: Sollte man UNBEDINGT lassen. Du hast es richtig gemacht und dir ne Telefonkarte gekauft. Das die auch nach Deutschland geht hätte ich nicht gedacht. Vor Olympia wurde das mal abgestellt und ich nutze dafür meistens Skype, da ich ja eh hier wohne und eh ständig online bin ;-) Skype geht auch in den meisten Internetcafes und wenn nicht macht man es wie Mei Ling, die auf Reisen dann einfach kurz eine neue Version runterzieht und installiert…

    Reiseführer: Ich empfehle die Bible, also den Lonely Planet mitzunehmen. Hier ein zugehöriger Post, der auch noch etwas mehr auf das Thema Reise nach China eingeht

    Zum Thema Strom: Steckdosen gibt es meistens in 2 Varianten, mit einem komischen Stecker für chinesische Geräte UND einer europäischen Variante. Soll heißen das man wirklich überall in China seine Sachen laden kann, auch bei Mei Ling zu Hause, was wirklich am Ende der Welt liegt!

    Kann es verstehen das China dich in seinen Bann gezogen hat. Das Land ist so vielfälltig das geht schon fast gar nicht mehr! Ich für meinen Teil war bislang auch eher nur in Städten unterwegs. Ich schiebe es auf meinen permantenten Zeitmangel und kenne halt überall Leute die wir dann besuchen gehen. Eine Ausnahme war Sanya auf Hainan. Das war Urlaub ;-)

    Viele Grüße nach Deutschland, hoffe Du bekommst keinen Rückkehrkoller,
    Mei Ling und Sven

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