Länger ins Ausland, wie steht es um die Krankenversicherung?
April 14th, 2010 | Published in Allgemein | 2 Comments
Zuerst ganz kurz für unsere Stammleser, ich habe nicht zu meiner alten Form wieder gefunden und werde auch in absehbarer Zeit nur sporadisch bloggen. Sorry, aber ich hab dafür einfach nicht die Zeit (bin aber eventuell Freitags wieder kurz zurück, muss noch den netten Kommentar den ich gerade freigab beantworten) ;-)
Warum gibt es aber doch einen Post? Weil ich mich neulich mal nach dem Thema Krankenversicherungspflicht in Deutschland bei Auslandsaufenthalten umgesehen habe. Ein guter Freund von mir meinte nämlich, dass er, nachdem er aus Südamerika zurück kam, erst mal eine dicke Rechnung von der AOK präsentiert hatte. 2007 gab es ja, in Deutschland, die Gesundheitsreform, die besagt, dass man wohl eine Krankenversicherung benötige. Eigentlich war deren Sinn ja der, dass man, wenn man zum Beispiel seine Rechnungen mal nicht mehr zahlen konnte, nicht irgendwann komplett ohne Versicherungsschutz dasteht. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass man seine Versicherung nicht ohne weiteres kündigen kann.
Da ich 2008, nach meinem Studienabbruch (ja, ich habe nicht fertig studiert, da ich es nicht noch 1-2 Semester in Konstanz am schönen Bodensee ausgehalten hätte), aus der AOK verabschiedete, hab ich mal grob überschlagen, was eventuell auf mich für Kosten zukämen, wenn ich wieder nach Deutschland gehen würde und mich dort Krankenversichern würde. Bislang hab ich eine recht gute und auch günstige Auslandskrankenversicherung, die mir auch ausreicht, aber das Damoklesschwert der Rückzahlung schwebte über mir. Im Internet gibt es zwar reichlich Informationen darüber, aber das waren meistens Arbeitslose, die sich beim Arbeitsamt beurlauben liessen und danach die Welt erkundeten (war in einem Forum für Weltreisen). Das trifft in meinem Fall, der ich in meinem Leben nur 3 Wochen arbeitslos gemeldet war, um besagte Krankenkasse zu haben (war zwischen Schule und Studium), nicht zu. Ich verdiene meine Brötchen selbständig und im Ausland.
Scheinbar ist die Regelung, für alle die es interessiert, aber so, dass man danach bewertet wird, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat. In meinem Fall ist das seit über 3 Jahren China, womit für mich die Pflichtversicherung entfällt. Wenn ich aber doch mal länger nach Deutschland will, kann ich, für Meiling und mich, eine private Krankenversicherung für Deutsche, die länger im Ausland leben und nur sporadisch in Deutschland sind, abschließen. Kostet wesentlich weniger als die Krankenversicherung zu Hause… Die Info hab ich übrigens von meinem Versicherungsmakler, dessen E-Mail es auf Anfrage gibt ;-) Ich bekomm dafür auch nichts! Wie gesagt, ich bin wohl ein Spezialfall, da ich keine Lust auf ein Angestelltenverhältnis habe und meine Brötchen nicht in Deutschland habe bzw. meinen Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt habe und das auch in näherer Zukunft nicht ändern werde (wenn wir mal länger in Deutschland leben werden, ist die Deadline spätestens der Winteranfang, da ich, wie Meiling, kein kaltes Wetter vertrage – in dem Fall würde aber immer noch die private Krankenversicherung günstiger sein!)…
Nur für die Vollständigkeit, die ich ja oben bei anderen Seiten bemängelt habe: Ich habe meinen Erstwohnsitz noch in Deutschland! Das geht die Krankenkasse nämlich einen freuchten Dreck an wo ich gemeldet bin. Es geht in der Tat darum, wo Du dich länger aufhälst. Die privaten Versicherungen gibt es übrigens für den Fall, dass Du kürzer als 6 Monate in Deutschland bist (es wird niemand an Steuerflucht denken…) und den Fall das Du dich hauptsächlich in Deutschland aufhälst, aber doch einige Monate unterwegs bist… Wie das in Österreich und der Schweiz ausschaut weiß ich nicht, aber dafür haben wir ja genug Leser von dort, die sicherlich nen kurzen Kommentar hinterlassen ;-) Lasst Euch also nicht ungeprüft so eine Anwartschaftsversicherung aufdrehen!
Genug der Worte,
vielleicht hilft die oben genannte Info ja dem ein oder anderen Ausreisewilligen,
cheers,
Sven
Ps: Das oben genannte ist natürlich ohne Gewähr ;-) Genauer Auskünfte, ob eine Anwartschaftsversicherung oder sonstiges für Dich richtig sind bekommst Du eventuell von deiner Krankenkasse oder aber einem Versicherungsmakler, wobei die Infos natürlich zu hinterfragen sind, da die meisten es eher auf Provisionen und Mitgliederbeiträge abgesehen haben!
Pps: Laut Aussage meines Versicherungsmannes wäre es, im Moment, unnötig eine Krankenversicherung für Deutschland abzuschließen, da ich über meine Auslandskrankenverscherung bei der DKV bis zu 3 Monate Akutschutz habe, sprich bei Erkrankungen alles bezahlt bekomme. Nur Meiling bräuchte eine, die eh notwendig wäre, da sie ohne gar kein Visum beantragen kann und wir noch nicht verheiratet sind. Es gibt doch noch nette Menschen. Ich weiß nicht ob ich nicht lieber die doch sehr hohe Provision für ne PKV abgezogen hätte ;-)
April 15th, 2010 at 11:28 (#)
In der Schweiz gibt es soviele Krankenkassen, dass sich bestimmt ein passendes modell für jeden findet… eine staatliche existiert aber nicht, nur private.
Was ist eine AOK?
Als ich in China war, hab’ ich meine Krankenkasse (die ohnehin über meine Eltern läuft), einfach weiterlaufen lassen. Das hat sich auch gelohnt, da ich wegen einer Krankheit fast meinen Rückflog verpasst hätte – die hätten mich dann im Privatjet zurückgeflogen. (un)glücklicherweise wurde ich aber gerade noch rechtzeitig gesund (und konnte der Versichherung zumindest die 600 Yuan Medikamentenkosten aufdrücken).
April 16th, 2010 at 12:41 (#)
Moinsen,
danke für das Update aus der Schweiz!
Eine AOK ist eine “allgemeine Ortskrankenkasse”. Ein gesetzlicher Krankenversicherer, der den höchsten Zulauf hat, da man recht niedrige Gebühren für seine Krankenkasse bezahlt. Die Leistungen sind aber natürlich auch nicht der Hit.
In Deutschland zahlen in der Regel nur private Krankenversicherungen bei Auslandsaufenthalten weiter. Wenn Du gesetzlich versichert bist, heißt es meistens, dass Du dir nen privaten Schutz fürs Ausland besorgen solltest. Der hat dann auch den Rücktransport im Krankheitsfall mit drin (wenn Du nicht gerade die günstigste Police kauftest, um 3,50€ zu sparen ;-))… Bei einer deutschen Auslandskrankenversicherung wirste aber nur zurück geflogen, wenn die meidizinische Versorgung in dem Land deines Aufenthaltes nicht ausreichend ist…