Praktikum in China – wo bzw. wie Du deine Praktikumsstelle findest
August 17th, 2008 | Published in Praktikum in China | 11 Comments
Wie finde ich ein Praktikum in China?
Eine gute Frage und wir suchen nun mal nach der Antwort ;-) Die Suche einem Auslandspraktikum in China unterscheidet sich, wenn man ein westliches Unternehmen sucht, nur unwesentlich von der Suche nach einem anderen Auslandspraktikum. Zuerst grenzt man, nach einer selbst kritischen Reflektion der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Hintergrunds, ein wo es Sinn macht ein Praktikum zu machen. Das ist nicht auf den Ort, sondern auf die Branche und somit die Unternehmung bezogen.
Danach kannst Du dir Gedanken machen wohin Du willst. Dies nun auf die Region bezogen. China hat in etwa die Größe der Vereinigten Staaten und ist nicht nur landschaftlich diversifiziert. So isst man im Norden Nudeln und im Süden eher Reis, es gibt, je nach Himmelsrichtung süßes, scharfes, saures oder eher salziges Essen und auch die Sprache ist manchmal eine andere. Wir leben ja in Chongqing und ich verstehe, nach einem Jahr, mittlerweile einiges vom Chongqing-Dialekt. Unterhält sich Mei Ling aber mit ihrer Mutter, habe ich keine Chance mehr etwas zu verstehen. Das ist zu weit weg vom hochchinesischen. Nachdem man eine erste Selektion getroffen hat geht die eigentliche Suche los. Es gilt Adressen zu generieren. Dazu noch einen Ansprechpartner, der auch für Personalangelegenheiten zuständig ist und man hat die halbe Miete. Die bekannten Anbieter für Praktikumsstellen, sind z.B. Praktika.de oder Chinaweb.de (kostenlos!) also erst mal dort nach passenden Stellen umsehen.
Achtet auf die Sprache! Wie? Wenn ich auf einer dt. Seite ein Praktikum finde, welches bei einer dt. Firma wäre, kann ich mich doch auf deutsch bewerben, oder? Nein! Wenn die Sprache nicht angegeben ist, zählt im Zweifel erst mal die Sprache der Anzeige. Ist diese auf englisch sollte man sich auch auf englisch bewerben. Eine andere Quelle für Praktikumsstellen im Ausland sind “Friends, Fools + Family”. Eigentlich ein Begriff aus der Finanzierung (das wäre eure erste Geldquelle wenn ihr eine neue Firma gründen würdet ;-)) bedeutet es in diesem Falle zu überlegen wer schon mal in China war oder wer jd. kennen könnte der evt. in China Kontakte hat. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Du hast ja keine Lust auf eine Stelle die für dich geschaffen wurde. Geschaffen? Geschaffen! Chinesische Unternehmen kennen den Begriff Praktikum (noch) nicht und auch die Niederlassungen dt. oder amerikanischer Firmen sind oft damit überfordert. Ein Praktikum kostet zwar, rechnet man das Gehalt, nicht viel, aber er kostet die Unternehmen Zeit. Viel Zeit! Außerdem bist du regelmäßig teurer als ein chinesischer Angestellter und verbleibst nur für einen kurzen Zeitraum (alles unter einem Jahr wird hier mal als “kurz” bezeichnet) in der Unternehmung.
Die Serie wird, Stück für Stück, zu einer Art Praktikums-Guide für China ausgebaut werden. Versprochen! Sind bei dir noch Fragen offen dann hinterlasse einfach nen Kommentar. So haben alle was davon. Der nächste Artikel kommt in ein paar Tagen. Es lohnt sich also öfters mal vorbeizuschauen!
August 19th, 2008 at 01:10 (#)
Hallo Sven,
ich heisse Julian und studiere aktuell BWL im 3. Semester. Ich bin am überlegen ob ich nicht ein Praktikum in China einschiebe. Leider ist der Studiengang schon auf Bachelor umgestellt, weshalb offziell nicht allzu viel Zeit für ein freiwilliges Praktikum ist.
Was meinst Du, würde es Sinn machen wenn ich, für ein Auslandspraktikum (bin mir noch nicht sicher ob es tatsächlich in China sein sollte), ein Urlaubssemester machen würde oder macht es Sinn es in die Semesterferien zu packen?
WÜrde mich freuen von dir zu hören,
Julian
August 19th, 2008 at 09:23 (#)
Hi Julian,
danke für deinen Kommentar. Die Frage ob es Sinn macht das Studium zu unterbrechen oder nicht habe ich mir früher selbst gestellt. Ich habe es getan und mich ein halbes Jahr nach Qingdao begeben. Vorher war ich auch noch en paar Monate in Brasilien, was ich aber einfach während des normalen Semesters getan hatte ;-)
Geschadet hat es, mir persönlich, in keinster Weise. Was gelitten hat war mein Studium. Schau einfach erst mal ob es dir in China überhaupt gefällt! Ich denke das man, trotz des vorhandenen Potentials, nichts überstürzen sollte. Nur hinzugehen weil alle hingehen würde einen neuen Lemmingsstrom auslösen. Davon hat dann keiner was.
Wenn Du noch Fragen hast einfach melden,
cheers,
Sven
August 28th, 2008 at 14:56 (#)
Hi,
bin eine der glücklichen die (relativ) problemlos ein Praktikum gefunden hat.
1. die richtige Kontaktbörse: besonders positiv waren ixpat.com, chinaweb und Kopra.org . Habe u.a. ein (spärliches) Profil bei Kopra erstellt und es haben sich 2 Firmen gemeldet.
2. wenn ihr Probleme habt mit der englischen Bewerbung erst die deutschsprachigen senden. Ich hatte eine Liste mit 25 dt. und 15 engl. Praktikumsanzeigen. Aber ich kam nicht dazu die Englischen zu schreiben. Nach 15 dt. Bewerbungen hatte ich schon 6 Praktikumsstellen!!
3. Englischer Lebenslauf mit “europass”. Hier kann man den Lebenslauf online erstellen, speichern, sich Zeit lassen, ihn mit Word bearbeiten. Besonders gut ist der Europass Sprachenpass. Hier kann man per Selbsteinschätzung seine Sprachkenntnisse einordnen.
4. nicht zu lange vorher… (ich habe im Juni angefangen, Beginn Sept). Ich weiß es klingt eigenartig und der Praktikumsverantwortliche der Uni bekommt Herzrasen, aber die meißten (*) Firmen suchen relativ kurzfristig Leute. Ich habe sogar noch Mitte August Angebote für den 1.September bekommen. (ich habe im Juni angefangen)
(*) klein bis mittelständische Unternehmen. Konzerne wie Bosch, Siemens etc haben oft eine andere Bewerbungsfrist.
So… ich hoffe die Infos helfen ein wenig!
Lg aus Stuttgart (bald Guangzhou)
Sandra
August 28th, 2008 at 15:07 (#)
sorry.. hab mich verschrieben. Zu Punkt 4.: Ich habe im Juni angefangen Bewebungen zu schreiben. Praktikumsbeginn war für Anfang September geplant.
August 28th, 2008 at 15:32 (#)
Hi Sandra,
herzlichen Dank für deine Ausführungen! Guangzhou? Da war ich, bislang, auch noch nie ;-) Habe aber gehört es ist ähnlich wie Chongqing. Man liebt es oder man hasst es…
Das mit dem kurzen Zeitraum stimmt in der Tat! Es ist zwar hilfreich sich vorher schon mal ein kleines Netzwerk anzulegen, aber die eigentliche Bewerbung erfolgt wesentlich später als in Deutschland.
Wünsche viel Erfolg, wenn Du Bock hast kannst Du hier gerne ab und an mal ein Statement veröffentlichen oder mir, solltest Du nen eigenen Blog haben, deine Adresse rüberschicken. Ich packe die dann gerne in die “Friends, Fools, Family” Kategorie!
L.g. und noch viel Spaß beim packen,
Sven
Ps: Mein Rückflug in die VR ist auf nächsten Donnerstag geplant. Drück mir die Daumen das ich bis dahin wieder ein neues Visum habe ;-)
August 28th, 2008 at 17:02 (#)
hi..
warte auch gerade auf mein Visa. Ein Visadienst erledigt das (hoffentlich) für mich. Ich bekomme ein 60 Tage Touristen-Visa (lt. Visadienst). Mußte Hin und Rückflug buchen (Sep-Nov), aber da ich bis März bleibe, lasse ich den Rückflug verfallen (Ticket 500 €) Stornierung lohnt sich nicht, da diese 200€ kostet. Die Firma in Guangzhou meinte die Verlängerung sei kein Problem, da hier andere Gesetze und Geflogenheiten herschen wie in den “großen” Städten wie Beijing oder Shanghai.
Wie machst du es mit dem Flug? Bzw. mit welcher Gesellschaft fliegst du?
gruss Sandra
August 28th, 2008 at 17:37 (#)
Hi Sandra,
ätzend, oder? Geht mir genauso. Meine Freunde von Taico sind alle in Beijing, weshalb ich es woanders in Auftrag gegeben habe. Immer schön mit Expressdienst, das lohnt.
200€ Storno? Happig! Ich fliege mit China Eastern Airlines über Shanghai und danach zurück nach Chongqing. Hat, beide Richtungen, ca. 790€ gekostet (was immer noch billiger war als alles einzeln in China zu buchen und 120€ billiger war als der günstigste Flug mit einem dt. Reisebüro)… Ich buche immer über elong.net. Ganz gute Seite!
Meinen Rückflug für heute Abend hat Mei Ling für mich auf nächsten Donnerstag umgebucht. Das kostet ca. 90€. Da ich ja dort lebe kam ich schon schön aus China. Hab glaub noch irgend ein Ticket der Lufthansa für nächstes Jahr, da war es auch wieder mal günstiger ein “normales Ticket” zu kaufen als für One-Way ein Vermögen auszugeben. In China bekomm ich von meiner neuen Uni ein Residence Permit, sprich ich kann raus und rein wie ich Lust habe…
Drücke die Daumen für die Verlängerung, früher ging das alles ohne Probleme, aber ansonsten einfach nach Hong-Kong und mit neuem Visum wieder zurück!
L.g.
Sven
May 27th, 2009 at 14:50 (#)
Habe unlängst eine E-Mail meines ehemaligen Visum-Services erhalten. Ich setze den Text mal zur Aufklärung hiermit ein für alle diejenigen von euch, die der “Upper-League” bzw. der Manager-Kaste angehören mögen.
Ob’s wirklich so ist, no idea:
ZITAT
Sehr geehrter Herr #####,
in den vergangenen Tagen erreichten uns von unseren Kollegen / Mitarbeitern in Shanghai ähnlich lautende, unerfreuliche Berichte:
Nicht nur Technik, Elektronik und Markenbekleidung werden in China kopiert, auch auf anderen Gebieten ist die Entwicklung offenkundig schwer aufzuhalten. Eine neue(eigentlich uralte) Masche ist, dass Fantasie-Unternehmen in China arglose Geschäftsleute aus Europa, z.B. über geschickt arrangierte E-Mails damit ködern, dass es für deren Produkte oder Dienstleistungen in China eine großen Markt gäbe, und dass man gerne mit Ihnen ins Geschäft kommen möchte. Nach der Kontaktaufnahme wird zunächst ein „kleiner“ Auftrag im Umfang von 1- 2 Mio Euro in Aussicht gestellt, der möglichst kurzfristig abgewickelt werden müsse.
Für das Geschäft wäre es zwingend notwendig, dass der deutsche Unternehmer nach China reise um vor Ort die Einzelheiten der Abwicklung zu besprechen. Nach einem guten Essen und reichlich Hirseschnaps (wobei den Gastgebern meist nur Wasser serviert wird) einigt man sich darauf, dass zur beiderseitigen „Absicherung“ ein notarieller Vertrag geschlossen werden solle. Die Gebühren für diesen Vertrag (meist zwischen 0,5 und 1 % des Auftragsvolumens) sind direkt bei Unterzeichnung je zur Hälfte von Auftragnehmer und Auftraggeber sofort in bar an einen angeblichen „Notar“ zu leisten.
Das System dieser Betrügereien zielt darauf ab, das Opfer zu Zahlungen für verschiedene fiktive Kosten zu veranlassen, z. B. für einen Rechtsanwalt oder Notar, damit das Geschäft abgeschlossen werden kann. Die Betrüger gehen dabei sehr professionell, sogar mit gefälschter Bankkorrespondenz und Zertifikaten vor. Der Betrug besteht darin, dass es niemals zu dem versprochenen Geschäft kommt, sondern nur immer wieder zu neuen Kosten, ohne die das Geschäft nicht zustande kommen könne und die „zunächst“ vom Auftragnehmer vorgestreckt werden müssen.
Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Peter Muster (Name geändert)
TAICO T&T
- Visum- und Konsularservice
- Geschäftsreiseservice
- Flugtickets
ZITAT-ENDE
May 27th, 2009 at 17:21 (#)
Haha, die hab ich auch im Posteingang ;-) Bin auch ein Taico Kunde (gut, die letzten hab ich in Frankfurt gebucht, war aber mit Taico zusammen der beste Service den ich diesbezüglich kenne)!
Danke für´s pasten,
cheers,
SVen
May 27th, 2009 at 17:25 (#)
Hi…
hoffe du hast meine E-mail erhalten und unterstützt mein Anliegen!
Gruss Sandra
May 27th, 2009 at 18:14 (#)
schau in 10 Minuten nochmals auf unser Blog ;-)
Dann bin ich nämlich essen und deiner Bitte sollte Folge geleistet sein!
Liebe Grüße, werde später noch privat antworten,
SVen