Neulich beim Chinesen – Part 53
Gepostet am 03. 10. 2008 | Veröffentlicht in Neulich beim Chinesen | 2 Kommentare
So, hier isser. Wie gesagt, sorry, aber ich hatte keinen Bock meinen Post nochmals zu schreiben, nur weil ich in der chinesischen Internetbar meine externe Wechselfestplatte nicht nutzen konnte.
Genug der Woche, einen schönen Tag der Deutschen Einheit und hier isser:
So, fast hätte ich es vergessen das mal wieder Sonntag ist! Zeit für den gewohnten neulich beim Chinesen. Was war los? Wie immer viel!
Zuerst fuhren wir, am Montag, mit dem Schlafzug von Peking nach Dalian, wo eigentlich meine neue Bildungsstätte sein sollte. Diese ist zwar noch immer da, aber ohne mich ;-) Zuerst hat man mal frech die Studiengebühren pro Jahr auf knapp 2000€ erhöht, ohne dies auf der Website zu vermerken und dann war auch noch das ganze Konstrukt, auf Grund dessem wir nach Nordchina fuhren, ein Kartenhaus, welches einstürzte als wir in Dalian in der Uni eintrudelten… Das Chaos bei KOS geht also, wie gewohnt, weiter. Aber davon lassen wir uns nicht stressen!
Da wir schon mal dort waren und wohl so schnell nicht mehr hinkommen, nutzten wir die Zeit für ein bisserl Sightseeing. Ich steh ja eher auf Beton, Restaurants und Bars, aber wenn man schon mal da ist, kann man sich auch was ansehen ;-) Neben dem Ocean Park (Bericht hier, bevor ich mir die Finger nochmal wund tippere) gab es auch eine russische Straße, in der allerhand Nippes verkümmelt wurde. War ganz nett anzusehen.
Sibirisch waren auch die Temperaturen, weshalb wir ganz froh waren uns am Donnerstag nach Xuzhou zu begeben, wo unser Kumpel Sven seine Freundin Isabella ehelichen wird.
Da ich die Tickets online gebucht habe, waren wir uns aber nicht ganz sicher ob wir im richtigen Xuzhou aufschlagen würden ;-) Es war dunkle Nacht und die beiden wollten uns am Bahnhof abholen. Ich war innerlich bereits darauf eingestellt, den nächsten Bus oder Zug ins richtige Xuzhou zu besteigen, war der Flughafen doch, für chinesische Verhältnisse winzig und unser Koffer der einzige auf dem Gepäckband. Schon schräg.
Wir waren jedoch richtig und gingen mit den beiden erst mal noch was futtern. Witzig dabei waren die Tischgrills, auf denen man sich, nach Gusto, Fleischspieße oder Fisch grillen konnte. Nette Idee. Da das ganze, in Xuzhou ist es auch nicht unbedingt warm, in nem Zelt war, dachte Mei Ling zuerst wir gehen auf eine Beerdigung. So werden nämlich in Chongqing die Bestattungen bzw. die “Feierlichkeiten” zu selbigen abgehalten ;-) Andere (Bundes)länder, andere Sitten…
Da das Brautpaar noch schwer in Vorbereitungen steckt, gingen wir beiden am nächsten Tag erst mal shoppen. Unsere Klamotten sind nämlich, bis auf meinen Anzug, alle im guten alten Beibei… In einem der unterirdischen Shoppingzentren entdeckten wir dann auch eine Spielhölle, in der wir erst mal ne Runde Boxauto fuhren. Danach betätigte ich mich als Jockey, um kurz vor Ablauf der Zeit meines Videospiels festzustellen, dass ich an meines Pferdes Zügel nen Knopf drücken musste um den Ackergaul auf Trab zu bringen ;-)
Witzig war es auf alle Fälle. Anschließend gingen wir noch in nen Club, bei dem erst Schnulzen geträllert wurden um dann die Beats knallen zu lassen. Das ist China. Für jeden was geboten.
Zu guter Letzt ging es dann ins Hotel, in das uns übrigens ein mit den Brauteltern befreundeter Cop einquartierte (in China haben die meisten günstigeren Hotels keine Zulassung für Ausländer) um nen Rinderkampf in der Glotze anzusehen. Du hast richtig gelesen. Einen Kampf zwischen zwei Rindern oder Ochsen oder was auch immer. Diese possierlichen Tiere hatten ne Nummer auf dem Fell und traten im Zweikampf Horn gegen Horn gegeneinander an. Sehr cool. Das ganze findet wohl irgendwo in Sichuan statt und ich werde Mei Ling, unter Garantie, nötigen rauszufinden wo ;-) Das ganze hat nämlich großen unterhaltungswert. Auf meinen Vorschlag selbst nen Kampfochsen zu kaufen ging sie dann aber doch nicht ein!
Wie gesagt, nächste Woche wird geheiratet und danach geht es zurück ins schöne Beibei. Wie ich mich darauf freue kann ich in Worten gar nicht beschreiben. Scheinbar hat unsere neue Bar auch schon wieder eine gute Fluktuation, was mir aber herzlich egal ist so lange sie läuft. Zwei Mädels sind gegangen, zwei andere wurden gegangen. Das nennt sich aber Verschleiß (und mich kann mal nicht mal verantwortlich machen, da ich ja seit der Eröffnung nicht mehr in Chongqing war)!
Der selben war es schon wieder genug, Bilder lade ich nach unserer Heimkehr hoch, das ist in nem Internetcafé auch nicht unbedingt sexy,
bis nächste Woche,
Mei Ling und Sven
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