Neulich beim Chinesen – Hangzhou…
Gepostet am 17. 07. 2011 | Veröffentlicht in Neulich beim Chinesen | 5 Kommentare
So, Teil II unseres Reiseberichts (ich bin übrigens seit 2,5h wieder in meinem temporären Zuhause in DE…)…
Da Meilings Bruder in Hangzhou ist und Meiling sich ebenfalls temporär dort niedergelassen hat, lag es Nahe die 50 minuten mit dem Zug für die 170km (?) nach Hangzhou zurückzulegen.
Meilings Bruder, auch genannt Didi my Friend oder einfach die Dumpfbacke, verkauft dort mit nem alten Kumpel Fisch. Bei uns würde man die Dinger als Schildkröten verkaufen, aber die Chinesen bestehen drauf, dass es Fisch ist. Nach Hangzhou kommt man von Shanghai aus vom supercoolen, da neuen, Hongqiao Bahnhof, wonach einen erst mal der Schreck trifft, wenn man in HZ ankommt. Dort ist der Bahnhof nämlich noch alt und hässlich, hehe. Das Fortbewegungsmittel unserer Wahl war übrigens ein D-Zug, der so ne Art ICE darstellt. Nur etwas schneller (es gibt noch Gaotie-Züge, die einen ICE wirklich alt aussehen lassen) und mit kostenloser Sitzplatzreservierung. In Hangzhou darf man dann erst mal Stunden auf ein Taxi warten oder aber man fährt mit dem Bus ins Städtchen. Der Unsrige war laut, stickig und hatte keine AirCon, was die Stunde fahrt nicht gerade angenehmer machte. Anschließend warteten wir nochmal eine gefühlte Stunde, bis unser Pick-Up kam. Das war einer der Fischbusse vom Junior, der auch dementsprechend stank und aussah. Jugend forscht.
Angekommen nahmen wir uns erst mal ein Hotel und gingen anschließend mit den jungen Herren essen. Ich mag die Küche in Shanghai und dem Speckgürtel bekanntlich nicht, aber das, was man in HZ servierte, ging eigentlich. Bis auf eine Speise, bei der ich schon fast gekotzt hätte als die Bedienung es reintrug: Stinkendes Tofu. Ich mag Tofu. Es hat zwar keinen eigenen Geschmack, aber wenn man noch was dazu reicht, ist es wirklich ein nettes Gericht. Aber das stinkende Tofu kann man nicht mit Worten beschreiben. Erst mal lachten alle, da man bis Dato noch der Meinung war, dass nur der Geruch so eckelig wäre, der Geschmack aber durchaus munden würde, aber nach dem ersten Bissen war klar, dass dies ein Trugschluss war. Ich habe zwar noch keinen Kuhfladen probiert, aber die geschmacklichen Nuancen dürften die Geschmacksknospen in ähnlicher Art und Weise fordern. Von dem her Schwamm drüber. Ich ess das auf keinen Fall nochmal.
Der nächste Tag war dann mit Sightseeing verknüpft. Wir fuhren mit dem Bus zum Westlake, der wohl die höchste aller Sehenswürdigkeiten in Hangzhou ist. Meiling erzählte uns dann auch die Geschichte des Sees, die Ingo und mir fast die Füsse hat einschlafen lassen. Es hätte zwar, direkt am See, einen Starbucks gegeben, aber wir erkundeten lieber auf Mietfahrrädern die Umgebung. Das ist nämlich das Beste an HZ: Fahrräder, die man mit einer Chipkarte ausbuchen kann und die, bei Nutzung unter eine Stunde, nichts kosten. Rock'n Roll. Es gibt nichts cooleres, als eine belebte 4-spurige Straße in einer Chinesischen Großstsadt zu kreuzen. Natürlich dann, wenn eigentlich die anderen Grün hätten. Das war eine superlustige Sache, wobei Meiling, die ihr Fahrrad letztes Jahr verschenkt hat, da sie nie zum fahren kam, am Anfang doch etwas Schiss hatte. Das legte sich aber schnell ;)
Abends ging es dann noch einen Trinken, wobei wir ca. eine Stunde lang in der Gegend rumfuhren, da die jungen Füchse nicht wussten wo man hingehen könnte. Als dann, es war kurz vor Mitternacht, die dumme Bedienung einen Mindestverzehr von ca. 70€ auslobte, platzte mir, verständlicherweise ;-), der Kragen. Der nächste Laden war aber auch um einiges angenehmer.
Wie lange wir in HZ blieben hab ich übrigens schon wieder vergessen! Danach ging es nach Guangzhou und Hong Kong, was aber Gegenstand des nächsten Reiseberichts sein wird. Oder auch nicht, hehe.
Genug der Worte
Sven, ohne Meiling
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