Neulich beim Chinesen – Part 74, Sommer, Sonne, Sonnenschein!
March 8th, 2009 | Published in Neulich beim Chinesen
Das Highlight dieser Woche war unser Kühlschrank, der mich den letzten Nerv gekostet hat. Das “gute” Stück hat nämlich ein Gefrierfach, 3-Sterne wohlgemerkt, welches nicht richtig schließt. Eigentlich ist mir das ja sch..egal (ich arbeite an meiner Wortwahl ;-)), aber ich brauchte am Donnerstag Eiswürfel, was bedeutete, dass ich nicht um die Nutzung des selbigen herum kam.
Eigentlich weiß ich, im Gegensatz zu Mei Lings potentieller zukünftiger Schwägerin, ja, dass man KEIN Messer benutzt, sondern einfach nur den Stecker zieht und wartet, aber ich hatte wie Eingangs beschrieben nicht so viel Zeit.
Not macht ja bekanntlich erfinderisch, weshalb ich es zuerst mit heißem Wasser versuchte ;-) Das funktionierte schon mal einigermaßen und ich bin mir nun auch sicher das die Erde in ein paar Jahrzehnten, der globalen Erwärmung sei Dank (hatte das nicht was mit FCKW unter anderem aus Kühlschränken zu tun?), in ein paar Jahrzehnten abgesoffen ist. Da ich bekannterweise nicht der geduldigste bin, suchte ich nach 20 Minuten vergeblichem abtauen unseren “Fön”. Der hat sage und schreibe 350 Watt und wurde wohl als Toaster als nicht tauglich befunden. Das gute Stück hat Museumswert, wurde es wohl vor dem “Großen Sprung nach Vorn” (Google anwerfen, dies ist und bleibt kein Geschichtsblog!), produziert. Es entfläucht ihm aber, wenn auch nicht unbedingt mit einem Brausen, ein leichtes, warmes Lüftlein. Jeder der schon mal bei uns in Beibei war und versuchte sich mit dem Teil die Haare zu trocknen weiß warum ich ein Handtuch bevorzuge.
Auch das ging nicht soo schnell wie ich es mir erhoffte, aber es blieb mir keine andere Wahl. Den guten “Little Swan” Kühlschrank zu killen in dem ich eine der Kühlrippen ansäge waren mir besagte Eiswürfel nämlich nicht wert.
Die Ingenieure die das Ding “entwickelt” hatten, hatten natürlich auch dabei was gedacht und somit die Griffe der Art gestaltet, dass man einen Loch drin gelassen hat. So drang mein heißes Wasser (ich hab mir fast die Flossen verbrannt, sehr surreal wenn man bedenkt das ich dabei war meinen Kühlschrank abzutauen), nicht bis zum Eis durch.
Irgendwann, es dauerte gefühlte zehn Stunden, war das Eis dann soweit gebrochen, dass ich das Objekt meiner Begierde für mich hatte. Ich konnte nämlich eine der Schubladen rausziehen.
Wieder heißes Wasser in den Topf, wieder in den Kühlschrank gespritzt und irgendwann kam auch das zweite Fach ans Tageslicht. Jetzt “nur” noch die Eiswürfelboxen mit Wasser gefüllt, den Kühlschrank wieder eingeschaltet und gewartet.
Die Idee der Freundin von Mei Lings Bruder (die hat keinen Namen) doch das Eis einfach aus dem Kühlschrank zu brechen und für die Drinks zu verwenden hatte ich nämlich schon nach deren Versuch mit dem Messer dankend abgelehnt!
Jetzt weiß ich auch warum ein Siemens Kühlschrank so teuer ist. Weil er es wert ist!
Ansonsten hatten wir die Woche mal wieder schönes Wetter. Gut, am Wochenanfang war es mehr als sackenkalt (in Deutschland wäre ich wohl mit T-Shirt rumgelaufen ;-)), aber meine Prognose, dass der Sommer (Chongqing hat keinen Frühling) vor der Türe steht, war wohl richtig. Strahlender Sonnenschein und es ist, tagsüber, richtig schön warm
Genug der Worte, ich schone immer noch mein Handgelenk!
Mei Ling und Sven
Ps: An die weiblichen Leser: Einen schönen Weltfrauentag! Die Chinesen übernehmen wirklich jeden noch so unnützen Mist aus dem Westen ;-)