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Partnerschaften in China (geschäftlicher Natur ;-))

Gepostet am 27. 04. 2012  |  Veröffentlicht in Beruflich in China  |  6 Kommentare

Irgendwie war bei dem Posting der Wurm drin. Ich fange gerade zum dritten Mal an ihn zu schreiben. Meine Simplenote App für meinen Rechner kackte nämlich, natürlich mit Verlaub, genau so oft ab! Aber zu guter Letzt konnte ich ihn doch in die Pixel betten in die er gehört.

Sorry an die “Sex mit einer Chinesin” Fraktion, aber dieser Beitrag tangiert die horizontale nur Peripher. Wenn überhaupt dann in Form von Restaurantischen oder dem Tisch auf dem die Partnerschaft vertraglich fixiert wird (was mich schon wieder auf den nächsten Post bringt ;-))…
Warum sollten ausländische Firmen eine Partnerschaft mit einem Chinesischen Partner eingehen?

  1. Wegen deren Kontakten…
    Stell dir vor Du ziehst um. Du verlässt das vertraute Nest an dem Du Jahrzehnte lebtest und kommst in eine komplett neue Umgebung. Man spricht zwar immer noch deine Muttersprache, aber Du kennst keine Menschenseele. Und nun stelle dir vor Du kommst nach China ;-)
    Ich unterstelle mal diese kleine Analogie hat dich genügend dafür sensibilisiert, dass Du Mutterseelenalleine sein wirst. Ich möchte hier nicht zu viel bashen, aber von den Kammern halte ich nicht besonders viel. Du könntest dir zwar Kontakte über einen China-Consultant einkaufen, aber der lässt sich  das auch gut bezahlen. Glaub es mir…
    So bringt ein GUTER Partner Kontakte zur Regierung (auf lokaler, provinz und der oberen Ebene) mit, die nicht nur die Genehmigungen für den Geschäftsbetrieb beschleunigen…
    Sieh es einfach ein. Du bist nicht hier geboren, Du warst hier sicherlich nicht auf der Uni und hast auch keine alten Seilschaften und verwandtschaftliche Kontakte.
  2. Wegen deren Reputation!
    Meilings Brötchengeber hat eine Kooperation mit Greentown, die in China ein Schwergewicht im Sektor der hochpreisigen Immobilien sind. Die haben zwar nur eine Minderheitsbeteiligung, aber man nutzt dennoch ganz gerne den leuchtenden Namen für das aktuelle Projekt. Genau dieses umgekehrte Konkubinentum könnte auch für eine ausländische Unternehmung von unschätzbarem Wert sein. Wenn man nicht gerade VW oder Siemens heißt, sind die Chancen nämlich gut das man in China unterhalb der Wahrnehmungsgrenze operiert. Was ein Neubranding einer Marke in einem Land mit 1,3Mrd. Einwohnern und einer Fläche die größer als die von Europa ist kostet kannste dir an dieser Stelle selbst denken ;-) Da doch lieber ins gemachte Ehebett legen, oder?
  3. Für einen schnelleren Start…
    Wie gesagt, wenn Du bzw. deine Unternehmung von Null anfangen musst dauert alles eine Runde länger. Zudem verfügt ein Chinesischer Partner in der Regel über genug Erfahrung im Markt um die Geschäfte etwas schneller an den Start zu bringen.
  4. Hoffentlich für einen bestehenden Kundenstamm…
    Siehe Punkt 3… Du gibst nicht nur was ab, Du gewinnst hoffentlich auch etwas dazu ;-) Nämlich eine Ausgangsbasis um deine Produkte an den Mann zu bekommen!

Warum solltest Du / deine Firma bzw. dein Arbeitgeber, aber keinen Chinesischen Partner ins Boot holen?

Zuerst einmal die Anmerkung, dass ich hier keine Empfehlungen aussprechen kann. Jede Unternehmung ist anders und somit geht nichts über eine anständige Due Diligence der Ausgangssituation und den Erwartungen. Aber hier dennoch mal ein paar Punkte die gegen eine Kooperation mit einer Chinesischen Unternehmung sprechen…

  1. Das Teilen…
    Wenn Du verheiratet bist, wird es dir bewusst sein das man nicht mehr den ganzen Kuchen für sich alleine hat. Eine Liaison mit einer Chinesischen Unternehmung sorgt dafür, dass deine Unternehmung nicht nur an Einfluss verliert, nein, sie hat auch zur Folge das etwaige Gewinne ebenfalls geteilt werden. Das schöne aber ist, dass sich verminderte Chancen auch in verminderten Risiken auswirken. Ihr werdet nämlich auch in schlechten Zeiten aneinander gebunden sein ;-) Darauf könnte aber sicherlich jeder verzichten, haha.
  2. Soziokulturelle Unterschiede…
    Was man bei uns eventuell mit den Worten “Korruption” oder aber “Vitamin B” bezeichnet ist in China Gang und Gäbe. Gewöhn dich dran. Wenn Du erst mal einen Chinesischen Partner hast stehst Du jeden Tag aufs Neue im totalen Kontrast zu etwaigen CSR (Corporate Social Responsibilty) Richtlinien deiner Firma. Da muss man ab und an mal zwei Augen zudrücken ;-) Wohl dem der sich dessen schon vorab bewusst ist und der eine Geschäftsleitung hat, die damit klar kommt. Ansonsten sollte man es lieber lassen und den steinigen, vermeintlich ehrlichen Weg gehen. Die Wegzweigung an der man die eigenen moralischen Werte zumindest Strecken muss kommen aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Glaub's mir. Ich habe da das Glück das ich total schmerzfrei bin ;-)
  3. Verschobene Machtstrukturen…
    Es ist ziemlich egal was im Vertrag steht, der Chinesische Partner wird seinen Machtanspruch geltend machen! Stell dich schon mal drauf ein. Das ist, im besten Fall, eine Art von Symbiose. Im schlechtesten Fall hättest Du die Partnerschaft lieber nicht eingehen sollen. Das ist aber wie in jeder Beziehung so, dass man sich prüfen sollte BEVOR man sich bindet!
  4. Strengere Kontrollen!
    JVs werden öfter kontrolliert als rein Chinesische Unternehmen. Noch schlimmer ist es wohl nur bei komplett eigenständigen Gesellschaften. Da führt aber kein Weg dran vorbei ;-) Such dir lieber nen Anwalt für Chinesisches Gesellschaftsrecht und einen guten China Consultant…
  5. Erschwerter Kapitalabfluss…
    RMB aus dem Land zu schaffen, sprich Gewinne an die Muttergesellschaft zu transferieren, ist eh schon nicht einfach. Das wird noch nen Ticken schwerer werden, wenn der Kuchen geteilt wird…

Ich könnte noch Stunden weiter schreiben, aber das sollte für's erste mal reichen! Was sind deine Erfahrungen zum Thema? Hinterlass doch einfach nen Kommentar. Nur für mich selbst schreiben macht keine Laune ;-)

Cheers
Sven

PS: Das war sie auch schon. Die “beruflich in China” Woche. Könnte ein eigenes Blog damit befüllen, aber das Feedback (bzw. der Fakt das außer Greeny niemand kommentierte) zeigt wohl das es niemanden interessiert. Dementsprechend verdrücke ich mich morgen erst mal zu Meiling. Ob ich mir die Zeit für den Wochensenf nehme wird sich noch raus stellen. Abwwarten ;-)

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Kommentare

  • Greeny
    27. April 2012 um 07:40

    Hehe, sei nicht so frustriert, ein Blog wird oft nicht regelmässig gelesen, sondern dient bei Bedarf als Nachschlagewerk^^

    Unsere chinesischen Partner haben eigentlich nur wenige Machtansprüche – oft wollen die lieber von uns lernen als dass sie wollen, dass wir auf sie hören. Das ist auch gut so – so gewinnen beide. Aber im technischen Bereich gelten eben auch technische Argumente mehr als Politik – daher sind die meisten Treffen darauf ausgelegt, einfach fun zu haben oder über technisches Zeug zu reden. Für uns war es wie bereits in vorigen Kommentaren angetönt eine sehr gute Idee, einen chinesischen Partner zu holen.

    lg

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    • Meiling & Sven
      27. April 2012 um 09:49

      Moinsen,

      ich bin nicht frustriert ;-) Betrachte mein Blog ja eher als ein Experiment und meine persönlich private Spielwiese!

      Not Bad. Schaut Ihr hattet ein glückliches Händchen bei der Auswahl. Win-Win Situationen gehen nämlich, meiner Meinung nach, oft in kurzfristigen Sichtweisen unter. Da ist sich der Chinese dann eher selbst der Näheste. Aber es ist auch durchaus Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

      Meiner Meinung nach ist es auch so, dass man lieber das Risiko einer Partnerschaft, die auch im privaten Bereich schnell in die Binsen gehen kann und zu Abstrichen führen wird, einzugehen als das man sich heroisch alleine dem asiatischen Markt stellt. Da verbrennt man sich nämlich nicht nur schnell die Finger sondern verliert auch ganz schnell man Motivation und eingesetztes Kapital. So, noch den Abwasch und dann geh ich wirklich was essen…

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  • Greeny
    27. April 2012 um 15:29

    Haha, das ist der Vorteil von Technikern – die sind so simpel :)

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    • Meiling & Sven
      27. April 2012 um 16:32

      Erinner mich noch an die Zeit als ich noch Motoren und Ventilatoren in die große weite Welt vertickerte. Habe die Entwickler gehasst, aber die mich wohl noch mehr, da ich die Entscheidungen treffen durfte :-) Die waren aber in der Tat einfach gestrickt und sind es wohl jetzt noch…

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  • zz
    27. April 2012 um 19:36

    Hi Sven,

    Ich lese schon recht lange deinen interessanten Blog 4fun
    und denke ich bin nicht der einzige den es interessiert :)

    keep up the good work! :)

    lg

    Zeno

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    • Meiling & Sven
      27. April 2012 um 21:48

      Hi Zeno,

      die Firma dankt! Leg mich nun aber erst mal ab bzw. gehe Frühstücken, duschen und dann ausnahmsweise mal in aller Ruhe zum Bahnhof!

      LG und schönes WE
      Sven

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    Hier wird gedutzt.
    Wenn Du ;-) da keine Lust drauf hast einfach eine Grußformel verwenden aus der sich dies erschließt. Ich und unsere Leser sind intelligent genug dies zwischen den Zeilen lesen zu können.

    Würdest Du deinen Kommentar 1:1 deiner Mutter so ins Gesicht sagen?
    Auch wenn hier alles anonym abläuft bin ich es der das letzte Wort hat. Verleumdungen, rassistisches Zeug und Dinge die unter die Gürtellinie gehen sind für den Stammtisch gedacht und haben hier nichts zu suchen. Ich habe in 6 Jahren nur einen einzigen Kommentar etwas modifiziert und will das auch so beibehalten. Dennoch habe ich das letzte Wort. Sorry herefore.

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    Du kannst hier fast jeden Namen zum kommentieren benutzen. Es gab sogar schon Leute die sich als "Adolf Hitler" vorstellten. Solange es nicht gegen Punkt 2 verstößt ist mir das egal.

    Das war es schon ;-)
    Ich bin kein Freund von zu vielen Regeln und gehe wie gesagt davon aus das es sich hier um eine Plattform von intelligenten und netten Menschen handelt die sich für Informationen aus China interessieren. Viel Spaß auf unserem Blog!

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