Jobsuche in China…

February 21st, 2009  |  Published in Allgemein  |  2 Comments

So, mal eine Anektode aus der Rubrik “wie finde ich einen Job in China”… Mei Ling hatte diese Woche ein Vorstellungsgepräch und wurde, wer hätte es anders erwartet, genommen.

Ab Montag wird sie da aber nicht hingehen. Warum? Weil es zu 99% eine Abzockerfirma ist.

Doch von Anfang an…


Mei Ling sucht schon länger eine Arbeit, da wir ja die Bar verkaufen werden. So kam es auch, dass sie über eine online Jobbörse auf einen Job in einem der guten Stadtteile stiess. Bezahlung war zu gut, aber ansehen kostet nichts. Es ging um Währungsspekulationen (FOREX), was bei uns ja mittlerweile auch ein alter Hut ist.

Dienstag ging sie dann zum ersten mal hin, um ein zweitägiges Training zu absolvieren. Da hatte sie schon ein komisches Gefühl, da man weder ihre Zertifikate von der Uni noch ihren Ausweis sehen wollte. Man sagte einfach “komm Mittwoch morgen um 9.30Uhr vorbei”… Gesagt, getan, fuhr sie also in die Kernstadt um sich das anzuhören. Abends holte ich sie dann ab und sie erzählte mir bei einem Burger (Madame weiß wie sie mich von meinem Laptop weglocken kann), wie cool das doch alles wäre und wie hoch die Verdienstmöglichkeiten wären. Es hörte sich schon da zu gut an.

Schon auf dem Heimweg sagte Mei Ling das an dem Laden was faul wäre. Sie surfte dann noch ein paar Stunden und stiess auf immer mehr Berichte, die a) aussagten das FOREX in China illegal wäre und b) es sich meistens um Abzockerfirmen handeln würde, die es auf das Geld der Freunde und Bekannten ihrer Mitarbeiter abgesehen hätten.

Donnerstag ging sie dann nochmals hin und wurde anschließend eingestellt. Als Praktikantin.

Freitag, also gestern, erschien sie dann wieder zur Arbeit, um festzustellen das der Laden noch schräger ist als sie dachte. Die Mitarbeiter bringen nämlich ihre EIGENEN Computer mit und sind auch nicht unbedingt so angezogen als ob sie pro Monat einen Haufen Geld machen würden. Außerdem spricht niemand mit dem anderen und schon gar nicht über Dinge wie Gehalt und die Arbeit an sich. Zwei Dinge, da wird mir wohl jeder Beipflichten der hier arbeitet, zu den ersten Dingen gehört über die man sich austauscht…


Wieder zu Hause, es gab nochmals einen Cheeseburger für mich, surften wir mal nach den wenigen Infos die die Firma rausgegeben hatte. Erster Anhaltspunkt war die Website. Wie man schon an meiner bescheuerten Blog-Url sieht, befasse ich mich auch mit dem Thema. Die Seite war bei einem anonymen Betreiber in den USA registriert, was ich nur machen würde, wenn ich was illegales vor hätte. Dann ist es nämlich schwerer rauszufinden auf wen die registriert ist. Das zweite war, dass die Seite nur auf englisch (welches auch nicht das beste war) und auf chinesisch vorhanden war. Zu guter letzt war die Adresse der Firma, die scheinbar in Neuseeland ist, die eines Büroservices, wo man sich eine Briefkastenadresse und Telefonnummer (die auf einer Insel mit insgesamt 48 Mitarbeitern registriert war!) holen kann.

Das Ende vom Lied? Finger weg und weiter suchen…

Und die Moral von der Geschicht? Wer anderen traut gehört verhaut!

Genug der Worte, will ja nicht wieder als Arsch bezeichnet werden (man schaue in unseren Kommentaren nach ;-)),
00Mei Ling und Sven

Kommentare

  1. Michael says:

    February 26th, 2009 at 06:16 (#)

    Auch diverse Schneeballsysteme scheinen im Moment hier ganz beliebt zu sein. Haben wir jetzt schon mehreren gehört, die davon total begeistert sind.

    Cheers, Michael

  2. admin says:

    February 26th, 2009 at 08:28 (#)

    Hi Michael,

    bis sie auf die Schnauze fallen ;-) Wie gesagt, Mei Ling war am Anfang ebenfalls begeistert und gleichzeitig doch skeptisch. Letzteres überwog dann, weshalb sie sich nun nen anderen Job sucht! Einen bei dem sie sicher sein kann das man es nicht auf ihr Geld abgesehen hat…

    Bis heute Abend, zum vorerst letzten Bier in China,
    Mei Ling und Sven

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