Infos zum Thema “Praktikum in China” und einen Monat Xing Premiummitgliedschaft kostenlos!
May 31st, 2008 | Published in Praktikum in China | 2 Comments
Infos zum Thema Auslandspraktika in China
Ein Beitrag in der Zeitschrift “Starting Up” hat mich auf diesen Artikel gebracht. Da war von Gehaltskosten verschiedenster “Berufsgattungen” zu lesen, also vom 400 Euro Jobber, den es hier in China nicht gibt (das wäre schon eine Vollzeitkraft ;-)) bis zum Angestellten. Beim Praktikanten war dann zu lesen “Kosten: Keine”. Meine Meinung? Ätzende Meinung!
Immer mehr Studenten entdecken die Wichtigkeit von Praktika im Ausland und auch die immer größere Bedeutung der neuen Wirtschaftsmacht China. So kommt es, dass sich immer mehr Studierende für ein Praktikum in China bewerben.
Doch wie stellt man das am besten an?
Ich hatte den Vorteil an einer Hochschule mit starkem Asienbezug zu studieren, wo es schon Listen mit Praktikumsstellen, Ansprechpartnern und Hinweisen zur Bewerbung gibt. Diese Listen sind natürlich nur für Studierende meiner Hochschule, der HTWG Konstanz, gedacht und von anderen nicht einsehbar.
Was macht man aber wenn man nicht die Möglichkeit hat auf Praktikumsdatenbanken und Alumnidatenbanken zuzugreifen?
Man sucht selber ;-)
Größere deutsche Firmen haben meistens die Voraussetzung für Auslandspraktika, dass man zuerst ein Praktikum im Stammhaus gemacht haben muss, sich also profiliert hat für den Auslandsjob. Mit etwas sozialem Geschick, sprich Networking, lässt sich aber auch das umgehen, oder man nimmt einfach die Semesterferien oder das erste Praktikum (wenn es denn 2 gibt) als Möglichkeit diese Anforderung zu erfüllen. Doch wie betreibt man erfolgreiches Networking?
Ich für meinen Fall bin ein großer und auch sehr aktiver Fan von Xing.com. Xing ist eine Art Networking für Geschäftskontakte und man sollte sein Licht nicht zu sehr unter den Scheffel stellen und sich als kleinen und unwichtigen Studenten betrachten. Mit dieser Einstellung schafft man es nämlich keinesfalls über die Landesgrenzen hinaus!
Doch was ist zu beachten? Xing und andere “Kontaktbörsen” dieser Art, haben einen Businessbezug. Dies sollte schon bei der Wahl des Fotos beachtet werden, wobei mir gerade einfällt das ich das meinige auch mal wieder austauschen könnte. Im Gegensatz zu den Studentenportalen sollte also nicht das Bild in kurzer Hose oder im Bikini verwendet werden, sondern auf ein anständiges, evt. vom Fotografen gemachtes, Bild zurückgegriffen werden.
Danach sollte das Profil sauber ausgefüllt werden, wobei man auch einen Fokus auf richtige Rechtsschreibung legen sollte (ich, der ich mich als Webdesigner, die bekanntermaßen Legastheniker sind, weiß von was ich schreibe). Auch wichtig, aber das ist auch nur meine Meinung, ist die Sprache des Profils und die Ehrlichkeit. Bei der Sprache habe ich mich, der ich Xing schon seit über 4 Jahren nutze, recht schnell für englisch entschieden, da dies einfach die meist genutzte Lingua-Franka ist. Ein Profil in deutsch zu erstellen ist zwar auf den ersten Blick einfacher, wird aber von den meisten Aspiranten nicht oder nur schwer verstanden. Außerdem zeigt man so schon etwas von der Weltoffenheit und kann seine Englischkenntnisse schon mal unter Beweis stellen. Was ich mit dem Punkt Ehrlichkeit meinte? Na ganz einfach, nichts reinschreiben was sich nicht zu 100% belegen lässt. Sollte man noch am Anfang seines akademischen oder Berufslebens stehen können, auch nur meine Meinung, auch die kleineren Jobs eingetragen werden. Mich persönlich würde es nämlich viel mehr interessieren wie jd. sein Studium finanziert hat, als wie seine Noten denn sind…
Ganz wichtig ist auch das man reinschreibt was man sucht. Man sucht einen Job, also schreibt man das am besten auch rein. Von alleine kommt, auch bei Xing, nämlich keiner drauf und man wird auch über die Suche besser gefunden.
Xing, die in Deutschland und auch im asiatischen Raum am meisten genutzte Börse zur Kontaktanbahnung, bietet zwei verschiedene Mitgliedsvarianten an. Die unbezahlte und die Premiummitgliedschaft. Erste ist, obwohl kostenlos, aus meiner Sicht nicht zu empfehlen. Wenn Ihr meinen Link, der weiter oben schon verwendet wurde, benutzt, erhaltet ihr schon mal den ersten Monat der Xing Premiummitgliedschaft kostenlos. Warum aber sollte man 6€ pro Monat in eine Mitgliedschaft investieren?
Weil es sich lohnt ;-) Lehrjahre sind keine Herrenjahre und ohne diesen Obulus für Xing kann man keine vernünftigen Suchen durchführen. So kann man, glaube ich doch, ich bin nämlich schon seit Ewigkeiten Premiummitglied, nicht mal richtig nach dem Land suchen oder jemanden anschreiben.
Wo wir schon beim nächsten Thema wären. Das Anschreiben. Xing lässt hier in etwa so viel Platz wie für eine SMS, jedoch sollte der Ton ein anderer sein. Ich z.B. nutze die paar Zeilen für eine ordentliche Vorstellung, teile der Dame oder dem Herren mit warum ich mit ihnen vernetzen möchte und bedanke mich auch ordentlich dafür (es stiehlt nämlich auch die Zeit nur mal kurz zu schauen wer einen da als Kontakt hinzufügen möchte). Wird der Kontakt bestätigt tagge ich ihn (Tags sind kleine Schlagworte die mir das auffinden von Kontakten, ich habe mittlerweile schon einige) und schreibe mir auch rein ob ich, bei Kontakten im deutschsprachigen Raum per Du oder per Sie bin. Das Du sollte übrigens immer angeboten werden, was aber auch im Alltagsleben, zumindest dem meinigen, der Fall ist.
Wie sucht man aber nun? Zuerst sollte man sich auf Land und Sprache konzentrieren. Das sind schon mal zwei Gemeinsamkeiten. Wenn man dann, wie ich z.B. mit Chongqing eine gewisse Zielregion hat, kann man noch auf diese einschränken. Wie schon Eingangs erwähnt sollte man sich nicht zu sehr auf die Muttersprache beschränken, weil einem sonst wichtige Kontakte flöten gehen.
Die beiden Hotspots für Praktika in China sind wohl Shanghai (Schanghai, die dt. Schreibweise) und Peking (Beijing). Jedoch gibt es auch Zentren in ländlicheren Gegenden, wie z.B. Nordchina (Automobilindustrie) oder Chongqing (Motorradindustrie). Zuerst sollte man sich also überlegen in welchem Bereich man ein sinnvolles Praktikum absolvieren kann und sich dann gezielt informieren.
Bevor überhaupt ein Kontakt hergestellt wird sollten aber schon die Bewerbungsunterlagen in deutscher und englischer Sprache fertig sein. Warum? Das zeugt von Kompetenz und darauf stehen gerade die deutschen Unternehmen. Vergehen zwischen dem ersten Kontakt und der Übermittlung der Bewerbungsunterlagen ein paar Wochen ist die Luft raus, die Stelle evt. schon vergeben. Auch sollte man nicht gleich mit der Türe ins Haus fallen und sich seine Kontakte mit etwas Vorlauf “aufbauen”. So ist es z.B. nicht verkehrt ab und an mal in die Xing Geburtstagsliste zu schauen und eine nette Mail zum Ehrentag zu schicken. Das mache ich persönlich deshalb weil es mich ebenfalls freut und man so einfach mal wieder “Hallo” sagen kann.
Kommerzielle Anbieter gibt es auch hier, hier sind in erster Linie praktika.de und www.world-of-xchange.com zu nennen. Ob man das Geld für die Vermittlung bzw. die Anmeldung für die Suche in die Hand nehmen möchte ist aber jedem selbst überlassen.
Ein (vor)letzter Weg um an ein Praktikum zu kommen sind die Auslandshandelskammern. Ich war glaube ich mal vor Ewigkeiten auf deren Seiten, wo man auch sein Gesuch eintragen kann oder die von Firmen lesen kann. Evt. gibt es auch eine Vermittlung, die dann aber natürlich kostenpflichtig ist. Aber eine gute Ausbildung kostet nun mal eben Geld!
Vom letzten Wege, den persönlichen Beziehungen der Eltern, rate ich nur ab. Ich habe das Glück das meine Mutter Putzfrau und mein Vater arbeitslos ist und ich somit von zu viel Vitamin B verschont bleibe ;-) Warum? Weil es einem sonst schnell so gehen kann das einem ein Posten “geschaffen” wird. Das bedeutet das man eigentlich überhaupt keine Tätigkeit hat und sich schön den Allerwertesten breit drücken darf. Das braucht niemand und es gibt hier genug interessante Sachen zu tun!
Vielleicht raffe ich mal den meinigen Allerwertesten auf und Frage ein paar alte Mitstudenten nach ihren Meinungen oder interviewe sie gar. Abwarten ;-)
Viel Erfolg bei der Suche, wenn es Fragen gibt darf man mich gerne per Xing kontaktieren oder mir einen Kommentar hinterlassen,
Sven
Ps: Last, and Least, sollte man sich mit dem Gedanken beschäftigen chinesisch zu lernen… Das macht nicht nur die Jobsuche leichter.
Ein paar weitere Praktiblogs:
- Der Provinzblogger bloggt über sein Praktikum in China
- Eine Langnase in Hongkong
- Max bei Bosh in Hangzhou…
- und Thomas in Wuxi
Btw: Wo sind die Frauen? Ich kenne bzw. kannte schon einige Mädels die in China ihr Praktikum gemacht haben, aber ein Blog habe ich auf die schnelle nicht finden können. Einfach nen Kommentar hinterlassen, ich komme euch dann mal, zumindest virtuell, besuchen!
June 15th, 2008 at 16:47 (#)
Hallo,
wie kommt ich mit meinem kleinen unbedeutendem Blog denn zu der Ehre hier verlinkt zu werden…???!!!????
Aber schön, freut mich! ;)
Guter Artikel!
Grüße
Max
(Der aus Hangzhou)
June 15th, 2008 at 17:51 (#)
Hi Max,
wenn hier ein Blog klein und unbedeutend ist dann der Meinige ;-)
Besten dank, freut mich ebenfalls zu hören!
Viele Grüße nach Hangzhou,
Sven