I ame Cancer – Ich habe Krebs…

May 30th, 2008  |  Published in Allgemein

I ame Cancer oder Ich habe Krebs…

Keine Angst, ich vermeide es ja gerne zum Arzt zu gehen und dürfte dementsprechend noch gesund sein. Der obige Satz kommt von einem chinesischen Kunden unserer Bar in Chongqing / Beibei und er hat ihn mir, da er es nicht aussprechen wollte, auf einen Zettel geschrieben.

Es war “nur” die Erklärung warum er einige Zeit nicht mehr in unserer Bar war. Er war im Krankenhaus.

3 Worte, falsch geschrieben und mit falscher Grammatik versehen, jedoch mit einem großen Aha! Effekt ausgestattet.

I ame Cancer…

  • Die Erklärung warum der gute so viel bechert, was ich früher als gut für´s Geschäft betrachtete.
  • Die Erklärung warum er so viel trinken kann. Er muss nämlich nicht mehr morgens in sein eigenes Reisebüro gehen.
  • Die Erklärung warum er auf Ralfs Vorschlag, er würde ihm das gemeinsame Bild per Email schicken, meinte das geht nicht. Er kann nämlich vor keinem Computer mehr sitzen.
  • Die Erklärung warum seine Eltern, mittlerweile in Rente, jedes mal älter aussehen wenn sie ihn abholen und warum sie sich, Mitten in der Nacht, noch ins Auto setzen… (worüber ich mich mal bei Neulich beim Chinesen lustig machte [Link folgt, ich bin noch dabei die ganzen alten Berichte zu importieren])

Einer meiner besten Kumpels hat ebenfalls Krebs. Sein Sternzeichen. Leukämie. Zum zweiten male. Bis zu dieser scheiß Nachricht tangierte mich das Thema eher Peripher. Hat es mich etwas angesifft das mein Hautarzt meinte meine Frage nach einer Darmkrebsvorsorge, da war ich 25, wäre nicht notwendig, da in meiner Familie so was scheinbar noch nicht vor kam und die Kasse würde das eh erst ab 45 (?) bezahlen und waren meine Termine beim Hautarzt bis Dato eher der Natur das ich nur wissen wollte ob einer meiner vielen Leberflecken vielleicht irgendwann mal das zeitliche segnet und mein neues Hautbild in einen Flickenteppich verwandeln würde macht man sich danach, nachdem es einen Freund “erwischte” doch eher seine Gedanken. So bin ich mittlerweile in der Knochenmarkspenderdatei, die ihren Namen mal ändern sollte, da die oft lebensrettende Spende mittlerweile wohl absolut harmlos ist (kein Eingriff am Rückenmark, sondern man bekommt nur etwas Blut abgepumpt) und trage auch, ab und an, einen Organspenderausweis (meine Eltern wissen aber das man mir alles entnehmen kann mit dem man noch was anfangen kann).

Krebs ist kein Thema mit dem ich mich täglich, oder ehrlich gesagt überhaupt, beschäftige und somit auch nicht Inhalt meiner täglichen Alltagsgespräche, jedoch kommt es doch häufiger vor das mir jd. erzählt einer seiner Verwandten, die Mutter, der Kumpel, hätte diesen Mist bekommen.

Deshalb auch die kurze Beschäftigung mit dem Thema… Wie kann man z.B. Knochenmarkspender werden? Ganz einfach! Man geht auf die Seite der DKMS und sagt man möchte Stammzellen, den neueren und passenderen Ausdruck, spenden. Nun hat man die Wahl ob man das Set für die Blutentnahme und die weitere Typisierung, den eigentlichen Vorgang, selbst bezahlt (waren vor ein paar Jahren 50€) oder sich das ganze nicht leisten kann oder will (ich habe es auch nicht selbst bezahlt). In erstem Fall wird einfach das Set an einen geschickt und man geht damit zu seinem Hausarzt. Der entnimmt ein oder 2 Röhrchen Blut und ab geht die Post zur Adresse der DKMS, die das ganze dann eingehend untersucht. Im zweiten Fall wartet die DKMS bis eine Spende für die Spende einging, was wohl auch sehr schnell geht, da ich mein Set auch schnell erhalten hatte. Irgendwann flattert einem dann, hoffentlich, Post ins Haus, wo einem gesagt wird das es evt. eine Übereinstimmung der Werte gibt. Dann wird man nochmal gefragt ob man der Nachtypisierung zustimmt und, wenn alles klappt, kann man spenden. Wie gesagt, es tut nicht weh und man kann seinen Dienst an der Menschheit tun. Etwas über das jeder einmal nachdenken soll. Leukämie und Krebs machen nämlich vor keinem halt…

Btw: Als ich gerade auf der DKMS Seite war habe ich gelesen das der 28. Mai der Tag der Lebendspende war. Der Tag an dem Liu Feng, der Kollege aus der Bar, mir diesen beschissenen Zettel rüberschob…

Weitere Blogs zum Thema Leukämie:

André, 23, Jurastudent und an Leukämie erkrankt…

Die gute Nachricht, Tag der Lebendspende vom “Reporter guter Nachrichten”

Flashback, Blog eines Leukämiepatienten…

Sie ist meine Schwester…

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