Heiraten in China – wo finde ich (m)eine Chinesische Ehefrau?
November 20th, 2009 | Published in Allgemein | 11 Comments
Da wir in letzter Zeit ja einiges an Besuchern hatten, mal ein Posting zum Thema “ich heirate eine Chinesin”. Der ein oder andere Leser mag über diesen Post etwas verschnupft sein, worauf ich aber natürlich keine Rücksicht nehmen kann ;-) Keine Angst, ich versuche das ganze so neutral wie möglich zu halten. Ob es mir gelingen wird? Keine Ahnung…
Auf unserem Blog sind ja Postings die sich Ansatzweise mit Prostitution oder dem Sex mit einer Chinesin beschäftigen genauso gefragt wie Postings die sich mit dem Thema “heiraten in China” beschäftigen. Ersteres wunderte mich nicht, da es da ja einfach nur um die persönliche Triebbefriedigung geht. Ich habe ja selbst, sowohl in Deutschland als auch in China, Freunde aller Kolleur und mache mir da auch keinen Kopf drum wie jemand sein Geld verdient oder seine Freizeit gestaltet. Bei der Heiratsfraktion lag ich aber wohl in meinen Annahmen total falsch. Ich dachte bislang immer das die Globalisierung mir hier die Besucher ins Blog holte, sprich man sich in der realen Welt, sei es beim Auslandsstudium in China oder bei geschäftlichen Aktivitäten im Reich der Mitte kennen lernte. Womit ich nicht gerechnet hätte war die Tatsache, dass sich wohl viele deutsche Männer über eine Internetseite ihre Partnerin suchen! Ich selbst habe in meinem Leben eine Kontaktanzeige beantwortet (da ich auf der Singelbörse unserer lokalen Rotzpresse einem Mitstudenten nachspionierte der sich dort auch anpries) und gleich klar gemacht das ich es eher befremdlich finde wie bescheuert sich dort mancher Mann verhielt als das ich selbst suchen würde.
Doch zurück zum Thema ;-) Es gibt wohl einen Riesenmarkt für die Partnersuche im Internet, von dem ich natürlich schon wusste, da ich mich damit auch geschäftlich auseinandersetze. Das aber der Heiratsmarkt (vor allem auch der mit chinesischen Frauen) so ausgeprägt ist, hätte ich nicht gedacht. Einer unserer Besucher hatte z.B. eine junge Dame “kennen gelernt”, die, da sie wohl kein englisch sprach, auf die Nutzung eines KOSTENPFLICHTIGEN Übersetzungsdienstes bestand. Er hatte mal etwas weiter nachgeforscht und dabei eine Website gefunden, die mit der eigentlichen Partnerbörse in Verbindung stand. Hier wurden junge Frauen gesucht, die sich wohl bis zu 3.000RMB (ca. 300€) im Monat dazu verdienen könnten. Die Moral von der Geschicht? Die wahre Liebe gibt es oft nicht…
Meiling meinte dann natürlich gleich das wir ja auch so eine Seite einrichten könnten, was ich aber nicht mal im Ansatz überlegte. Ich mag es zwar im Internet Geld zu verdienen, möchte aber noch jeden Tag in den Spiegel schauen können ohne mich dafür schämen zu müssen… Es gibt auch sicherlich Damen und evtl. auch Herren, die unbedingt einen deutschen ehelichen möchten, deren Beweggründe nicht pekuniärer Art sind (ich zitiere mal wieder Meiling, die zwar keinen Zugriff auf meine Konten hat aber meine Salden kennt und meinte das sie, wenn sie auf Geld scharf wäre einen reichen Chinesen suchen würde) aber ob man die auf einer Website findet wage ich mal zu bezweifeln.
Genug aus dem Nähkästchen geplaudert, ich drücke allen die diese Art der Partnerwahl wählen, egal wo, die Daumen, vor allem da ich, der ich hier schon ein paar Jahre lebe und auch die Sprache einigermaßen kann viel Erfolg,
Sven
Ps: Was mich an der ganzen Entwicklung traurig stimmt ist die Marginalisierung ALLER binationalen Beziehungen. Meiling machte sich in der Tat schon Sorgen darüber, dass man ihr vorwerfen würde von mir gekauft worden zu sein…
November 21st, 2009 at 02:42 (#)
Moin,
also ich hab meine Kleine ja auch damals übers Internet kennengelernt. Aber keineswegs per Kontaktanzeige, oder gar über eine Heiratsagentur. Vielmehr war es eine Ansammlung von vielen glücklichen Zufällen, aber das ist eine andere Geschichte. Und ausserdem, wer stürzt sich schon gerne freiwillig in eine Fernbeziehung über eine solche Distanz :-o
Ich finde es schon erstaunlich wenn ich mich durch Foren über China klicke und dort Berichte lese “wie finde ich eine Frau aus China”. Die Leute sind wirklich bereit Unsummen zu bezahlen um Frauen kennenzulernen, mit denen sie noch nicht einmal kommunizieren können. Da ist die Frage nach dem Zweck einer solchen Heirat nicht schwer zu erraten…
Gruss
Thomas
November 21st, 2009 at 12:05 (#)
Hallo ihr zwei,
es hätte mich überrascht, wenn es nicht so wäre. Ich finde es schade, dass es so ist. Es ist auch schade, dass man erstmal als “so einer der sich eine gekauft hat” angesehen wird. Obwohl es nicht sicher ist ob man so einer ist;-) Wie dem auch sei, Vorurteile gibts ne Menge und wird es immer geben. Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist wie es ist und ich nun glücklich verheiratet bin mit Hongye. Wir haben uns übrigens über Skype kennengelernt. Ich war sehr Misstrauisch am Anfang :-). Jetzt bin ich ein glücklicher schon fast Halbchinese :-)) In diesem Sinn, an das Gute Schicksal zu glauben, bringt immer Gutes!
??
November 22nd, 2009 at 00:15 (#)
Hab’ meine Freundin auch ursprünglich übers Internet kennen gelernt, wie die meisten meiner Freunde in China notabene^^
Da wir in der Nähe von einander wohnten und ich, neu in China angekommen, ohnehin gern neue Leute kennenlernen wollte, haben wir uns einfach ‘mal zum Mittagessen verabredet. Am Ende wurde mehr daraus…
Naja, da ich aber jetzt wieder in der Schweiz wohne, wär’s mir lieber, sie wär’ Schweizerin – das ganze Visumszeug und die Distanz sind schon nervig.
Aremonus, der sich auf den Montag in einer Woche freut, wenn seine Freundin für 3 Monate nach Europa kommt^^
November 23rd, 2009 at 07:44 (#)
Moin Thomas,
dann mal von hier aus unesre Glückwünsche ;-) Wie gesagt, ich sehe das ganze recht neutral. War nur neulich auf einer Website wo es mir fast die Schuhe ausgezogen hat, haha (und das soll schon was heißen, meine Moralvorstellungen sind nämlich sher sehr flexibel). Es scheint in der Tat ein richtig gutes Geschäft zu sein. Aber davon lasse ich die Finger.
Ich bin der Meinung das man einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt finden sollte. Es ist egal wo, aber Hauptsache zusammen. Gut, die jeweilige Sprache des Partners zu sprechen ist auch nie verkehrt, aber das kommt mit der Zeit. Kenne nämlich keine Beziehung die eine Trennung von mehr als 6 Monaten überstanden hätte. Die meisten geben es nach 2-3 Monaten Trennung schon auf…
Beste Grüße,
Sven
November 23rd, 2009 at 07:50 (#)
Moin Oliver,
ja, das ist der Halo Effekt. Schublade auf, rein mit dem Gegenüber und schnell zu machen. Schade, aber das ist halt typisch deutsch. Auf der anderen Seite ist das auch was gutes. Jemand der solch eine Meinung hat, kann mir gestohlen bleiben. Mich weiter mit ihm oder ihr auseinander zu setzen würde mir nur meine Zeit und gute Laune rauben ;-)
Ab und an muss man den Dingen einfach ihren Lauf lassen, volle Zustimmung.
Beste Grüße und ??
Meiling und Sven
December 3rd, 2009 at 01:42 (#)
Schöne Seite und viel Glück den jungen Leuten. Bin 43 und hatte meine chinesische Frau an der Uni kennengelernt als es noch gar kein internet gab. Waren 15 Jahre verheiratet (mehr als viele nationale Ehen) und die meiste Zeit glücklich. Heute sind wir noch Freunde wir haben ja auch einen Sohn und damit bleibe ich mit China verbunden.
Später war ich drei Jahre mit einer Thai zusammen , war eine ganz liebe Frau aber ohne den vergleichbaren Bildungslevel. Ich dachte das macht doch nichts, mache es aber schließlich doch denn sie hatte einige Angewohnheiten die einfach nicht gingen (Glücksspiel)
Also wenn man nicht als 80 jähriger Dorftrottel nach einer 20 jährigen Schönheit strebt sondern im normalen Rahmen wie man es auch sonst würde, dann kann eine solche Beziehung genauso halten, wenn nicht sogar besser.
Liebe Grüße, Peter
December 4th, 2009 at 08:57 (#)
Moin Peter,
willkommen an Bord und Danke!
Frage mich auch ab und an wie das früher eigentlich funktionierte. Ich selbst bin seit ca. 10 Jahren richtig online, da ich damals meinen Job gekündigt hatte um studieren zu gehen. Mittlerweile könnte ich zwar nicht ohne, aber meine Partnersuche findet bzw. fand immer noch in der realen Welt statt ;-)
Dazu ein passendes Zitat, was ich mal für die Homepage des Schlosses meines ehemaligen Anwaltes verwendete:
“Moderne Beziehung: Beim Chatten lernten sie sich kennen. Die erste Verabredung trafen sie per eMail. Getrennt hat er sich per SMS.” Helmut Peters (*1950)
Mit 15 Jahren steht Ihr in der Tat nicht schlecht da. Die meisten meiner Chinesischen Freunde leben entweder in Scheidung oder haben selbige bereits hinter sich gebracht. Ich wäre ja ein Fan der Ehe auf Zeit. So eine Art Agreement bei dem beide Seiten in Intervalen die Beziehung, sprich das Eheversprechen, hinterfragen müssen.
Mit dem Bildungshintergrund hast Du ebenfalls recht. Wenn dann noch die soziokulturellen Unterschiede dazu kommen kann es auch schwierig werden. Bei letzterem bin ich mittlerweile Experte ;-) Unterm Strich muss ich aber sagen das ich mich, Stand Dez. 2009, nicht beschweren will. Man muss in jeder Beziehung Kompromisse eingehen und an selbiger Arbeiten. Sonst klappt das nicht.
Beim letzten Punkt musste ich Lachen. Auch hier volle Zustimmung. Ein zu großer Altersunterschied geht auch mit zu verschiedenen Erfahrungen und Erwartungen ein her. Das geht regelmäßig in die Hosen.
Liebe Grüße zurück, Sven, der gerade “Mittagspause” hat und seine Bratnudeln reinschaufelt.
December 19th, 2009 at 11:57 (#)
Moin Sven und Meiling!
Jetzt muß ich doch mal auf deine Blog wegen “Heiraten in China-Wo finde ich (m)eine Chinesische Ehefrau” schreiben.
Ich habe meine Verlobte ja auch übers Internet kennen gelernt, denn das Internet verbindet nun mal die Leute und die Welt wird kleiner da durch.
Das Internet kennt nun mal keine Grenzen und das ist auch gut so denn die Binationalen Ehen tragen viel dazu bei Verständnis für andere zu haben die eine andere Kultur und Lebensweise leben.
Schade das Ihr auf der anderen Seite von China lebt wäre sonst gerne mal vorbei gekommen. Fliege in 6 Tagen nach Changchun und werde für die nächsten 33 Tage in Jilin sein.
Am 31.12 ist dann auch die Hochzeit im Familien und Freundeskreis.
Sven sage Meiling mal Sie sollte sich keine Gedanken darüber machen das man sagen würde das Du Sie gekauft hättes.
Sondern das eine Binationale Ehe oft mit anderen Problemen zu tun hat. Das einige der Familienangehörige und Freunde gegen so einer Verbindung sind und sich dann abwenden. Die Einzigen die verlieren sind die welche kein Verständnis für andere aufbringen.
Wie sagt Konfuzius “Mach Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
Ich wünsche Euch Beiden noch ein schönes Weihnachtsfest wenn Ihr es feiern solltet.
Ich werde Weihnachten ja im Flieger verbringen und nur Heiligarbend zu Hause sein.
Gruß Renkens
December 19th, 2009 at 16:41 (#)
Moin Renkens,
besten Dank und schon mal viel Spaß in China!
Bei Meilings Familie geht es eigentlich. Die finden mich alle ganz witzig, vor allem nachdem ich zum Frühlingsfest ihre ganzen Cousins unter den Tisch gesoffen habe. Nichts auf das ich Stolz wäre, aber hier läuft das Socialising ja über gemeinsame Besäufnisse…
Das binationale Ehen zur Völkerverständigung beitragen hab ich bislang noch gar nicht so gesehen. Stimmt. Das Porzelan was unsere liebe Frau Kanzlerin monatlich zerscheppert darf ich zusammen kehren ;-) Dank mir wissen zumindest ein paar Chinesen das nicht alle Deutschen so denken…
Wünschen Euch schon mal viel Spaß bei Eurer Hochzeit und viel Glück (ohne Wertung sondern von Herzen) für Eure weitere Zukunft!
Liebe Grüße,
Meiling und Sven
Ps: Heilig Abend im Flieger hat was. Hab ich auch schon hinter mir. Dachte der wäre leer aber da ich nach Singapur bzw. Indien flog war dem natürlich nicht so ;-) Dafür waren aber die Tickets günstig…
December 20th, 2009 at 00:30 (#)
Hi,
habe letztens eine Einladung für meine Frau geschrieben….
Tsss… als Begründung habe ich angegeben das ihr Besuch der internationalen Völkerverständigung dient und der Vertiefung der bilateralen Interessen….
Mal sehen ob die auf dem Konsulat Spass verstehen… ich werde jedenfalls dabei sein :-)
Viele Grüße
Lini&Oliver
December 20th, 2009 at 08:32 (#)
Moinsen,
das ist schon ein Trauerspiel, dass man für seine EHEFRAU eine Einladung schreiben muss! Na ja, denke mal in 20-30 Jahren, wenn China sich voll entwickelt hat, bekommen wir die Retourkutsche serviert. Und das auch noch zu Recht.
Viele Grüße zurück,
Meling und Sven