Morgens halb 8 in China…
October 13th, 2008 | Published in Chinesisch essen in China | 2 Comments
Über das “Frühstück” in China habe ich mich glaube ich schon des öfteren ausgelassen, aber, da ich gerade dabei bin, mal ein extra Post zum Thema.
Wer schon mal in China war weiß es, wer in China lebt hasst es und wer evt. mal nach China will den interessiert es vielleicht. Was frühstücken die Chinesen?
Bin ich mal wieder in Deutschland ist eine der Hauptfragen, neben “wie sind die Frauen” (dazu gibt es bald nen neuen Post ;-)), die nach dem chinesischen Essen. Für gewöhnlich pflege ich dann zu antworten, dass es, so etwas wie chinesisches Essen, eigentlich nicht gibt. Das sie in China Hunde essen ist ja allgemein bekannt, obwohl ich auch das Gerücht schon versuchte zu widerlegen (bis wir gestern an einem “Hunderestaurant” vorbei liefen ;-)). Dazu gibt es noch, je nach Region, mehr oder weniger scharfe Gerichte, die dem gemeinen deutschen als solchem wohl schon beim Anblick den (Angst)schweiß kalt den Rücken runter laufen, Gerichte welche so süß sind das man eigentlich keine Zweifel daran hegt das der Koch verliebt ist (ja ja, ich weiß das das eigentlich auf Salz gemünzt ist) und den Süden, in dem man wohl alles isst was fliegt außer Flugzeuge, alles was schwimmt außer Schiffe und alles was Füße hat außer Tische und Stühle.
Doch zurück zum eigentlichen Thema. Auch mein alter Lehrer Sheng Laoshi meinte immer “Jung, Du musst frühstücken”! Klar sagt man bei uns ja das man frühstücken möchte wie ein Kaiser, zu Mittag essen sollte wie ein König und zu Abend essen wie ein Bettler. Mein Tagesablauf sieht aber eher umgekehrt aus. Mittags um 3 ne kleine Mahlzeit und dann, evt. noch was zum Abendessen (meistens mit Freunden). Aber warum? Weil es so etwas wie eine Frühstückskultur in China einfach nicht gibt.
Gerade habe ich mir aber, nichts desto trotz, ein paar Baozi geholt. Die gibt es, je nach Gusto, mit Fleisch oder Gemüsefüllung, wobei selbige in einen Teigmantel gepackt und dann gedämpft werden. Alternativen gibt es natürlich auch: Nudeln, irgend einen frittierten Mist, der nur nach fett schmeckt oder Mantou, was aus einem ähnlichen Material wie Baozi besteht und auch als geschmacksneutral zu bezeichnen ist. Nicht besonders prickelnd, oder?
Deshalb lass ich, für gewöhnlich, die Finger davon, außer wenn wir auf Reisen sind und ich es, in Tradition an den Earl of Sandwich festhaltend, irgend einen Sandwichladen finden, der belegte Brote und Kaffee im Angebot hat. Das ist es nämlich was ich unter einem Frühstück verstehe. An der Uhrzeit ändert sich aber dennoch nichts. Vor 11 Uhr morgens bekomm ich normalerweise keinen Bissen runter ;-) Die Alternative ist ein 15 minütiger Gewaltmarsch zur einzigen Bäckerei in Beibei die “Brot” (es handelt sich genauer um Baguette) anbietet, welches, wenn man Glück hat, sogar vom gleichen Tag ist (gut, Städte wie Peking, Nanjing oder Shanghai haben auch deutsches Brot, aber das hält mich trotzdem noch ab da hinzuziehen)…
Mit diesen Worten, sei froh wenn Du in Deutschland bist, denn das ist das einzig gute am schönen Land der Dichter und Denker!
October 13th, 2008 at 08:43 (#)
Marktlücken über Marktlücken – wie wärs mit einer Frühstücksbar so von 7.30 bis 12.00 Uhr ? – Amis frühstücken doch auch …
Gerhard
October 13th, 2008 at 08:52 (#)
Moin Gerhard,
genau darüber haben wir auch schon nachgedacht. Aber nur am Wochenende. Habe ja vor Monaten mal eine Saecco Kaffeemaschine importiert und Mei Ling meint jedes mal wenn sie die sieht, natürlich zu recht, das wir die auch benutzen sollten ;-)
Gegenüber von unserer Bar ist so ein kleines Kosmetikstudio und ich warte schon jeden Tag drauf das der schließt!
Ich halte dich und unsere anderen lieben Leser auf dem laufenden. Nur an den Uhrzeiten würde ich etwas ändern, da ich am Anfang wahrscheinlich selbst hinter dem Tresen stehen muss!
Aber es wird wohl darauf hinauslaufen das wir es einfach mal probieren… Das gute ist, wie bei unserem angedachten Pizzageschäft, das ich es ja auch selbst gerne esse ;-)
Viele Grüße,
Sven