Essen in China…

February 17th, 2009  |  Published in Chinesisch essen in China

Eigentlich wollte ich ja schon vor Wochen mal wieder was in der Kategorie “Chinesisch essen” schreiben, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Wie funktioniert das den so mit dem essen (gehen) in China?


Da Mei Ling und ich meistens auswärts essen, zuerst mal die Frage wie es denn so in einem Restaurant abläuft.

Wer schon mal hier war weiß das man komplett unterschiedlich isst, wer noch nicht in China war und mit dem Gedanken spielt, den interessiert es sicherlich!

Zuerst mal verabredet man sich natürlich oder man geht einfach mit dem Vorsatz was zu futtern bekommen aus dem Haus. Bis hier noch den deutschen Gepflogenheiten sehr ähnlich, oder?

Man sollte, was wir meistens nie schaffen, einigermaßen püntklich sein, aber wem sage ich das… Ist ja bei uns auch nicht anders.

Im Restaurant angekommen, werden erst mal Gerichte bestellt, oder der Gastgeber erledigte dies schon vorab. Dazu bekommt man entweder eine Speisenkarte, einen Zettel auf dem die Gerichte mit Preisen vorgedruckt sind oder aber einen normalen Notizzettel, auf dem man dann, natürlich in Chinesisch, seine Bestellung vermerkt. Bei letzterer Variante frage ich immer höflich die Bedienung ob sie mir kurz helfen kann ;-) Nicht das mein Chinesisch so schlecht ist, aber ich gehe doch ganz gerne sicher das ich nicht irgend einen Mist bestelle!

Die Gerichte werden dann, verglichen mit Deutschland, superschnell serviert und schön auf dem Tisch angerichtet. Je nachdem zu welchem Anlass man essen geht werden sie auch mal gestapelt. Es soll ja jeder satt werden, da sonst der Gastgeber einen Gesichtsverlust erleidet.

An der Tatsache, dass man Teller stapelt, lässt sich evt. schon ableiten, dass nicht jeder seinen eigenen Teller und SEIN Gericht serviert bekommt. Essen ist in China immer noch eine soziale Angelegenheit und so bestellt man für alle. Ist mir persönlich wesentlich lieber als mich in Deutschland mit der Frage “Fisch oder Fleisch, Rind oder Schwein” herzumzuschlagen!


Zusätzlich bekommt dann jeder noch eine Schüssel, je nach Klasse des Restaurants einen Unterteller (für den Abfall) und natürlich ein Glas für den Alk und einen Becher für den Tee.

Es ist auch nicht unhöflich dem Nachbarn ein Stück (ein gutes natürlich) Fisch, Fleisch oder Gemüse in die Schüssel zu legen, sondern sogar willkommen. Dem Anlass entsprechend ist dies natürlich die Aufgabe des Gastgebers, der dazu dann auch ab und an extra Stäbchen benutzt. Ich brauch solch eine Hoffierung aber nicht (was auf die extra Stäbchen gemüntzt ist).

Fällt mal ein Stäbchen oder gar beide auf Tisch oder den Boden, bestellt man einfach neue! Der Tisch und erst recht der Boden ist nämlich nicht gerade der sauberste.

Reis kann man sich natürlich auch dazu bestellen. Es ist in der Tat nicht so wie in Deutschland, dass man den Reis automatisch dazu bekommt. Reis gilt als billige Sättigungsbeilage, weshalb es dem Gastgeber das Gesicht nehmen würde, wenn er Unmengen davon auffahren würde. Das würde nämlich bedeuten, dass er ihm seine Gäste nicht die paar Kröten für die Gerichte zu viel sind. Das geht natürlich gar nicht.

Gleiches gilt für Suppe! Die kommt, wenn überhaupt, auch erst zum SCHLUSS! Na, fällt dir was auf? Das ist komplett umgedreht zu unseren Essgewohnheiten.

Beim Essen sollte man eigentlich drauf achten keine ungeraden Zahlen an Gerichten zu Order, die Speisen aufeinander abstimmen und was weiß ich was für ein Mist noch in diesen ganzen Vorbereitungsbüchern für China steht. Es kommt auf den Tisch was schmeckt und wenn es nicht reicht wird einfach nachbestellt ;-)

Das dazu natürlich reichlich getrunken wird, habe ich auch schon des öfteren in unserem Blog vermerkt und gehe deshalb auch nicht weiter drauf ein!


Da der Post, mal wieder, etwas länger ist, stellen wir uns die Frage wie man den, mit Freunden, zu Hause isst erst später ;-) Sollte ich es, warum auch immer, verpennen einfach ne Erinnerung in Form eines Kommentars hinterlassen!

Einen guten Appetit bei meinem “Favoriten”, Nr. 66, Schweinefleisch süß / sauer,
Mei Ling und Sven

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