Durchfall, der ständige Begleiter in China…

November 6th, 2008  |  Published in Reisen nach China  |  18 Comments

Da mich mal wieder der Enddarm quält, was hier in regelmäßigen Abständen passiert, mal ein Bericht zum Thema Durchfall ;-)

Man sagt ja das man erst ein Mann ist wenn man die Große Mauer bestiegen hat, also werfe ich mal die Theorie in den Raum das man erst in China war wenn einen Montezumas Rache ereilte. Ich denke mal jeder der schon mal in China war oder auch in China lebt kann einige Geschichten dazu erzählen (mutige vor, es gibt ja die Möglichkeit hier einen Kommentar zu hinterlassen ;-))…


Woher der plötzliche Reiz zum Toilettenbesuch her rührt kann ich leider nicht sagen. Es gibt hierzu aber natürlich, unter Travellern und ausländischen Einheimischen einige Erklärungsversuche:

  • man ist das Essen nicht gewohnt…
    Logo wird in China anders gekocht als in Deutschland. Das kann natürlich schon ein Grund dafür sein das einen das urplötzliche Bedürfniss ereilt ganz schnell die nächste Toilette aufzusuchen!
  • es wird alles in Öl “gekocht”…
    Ob man es fritieren oder sonst was nennen möchte, es wird in der Tat viel Öl verwendet. Ich hatte ja mal nen Post das es im Carrefour in Chongqing Tote gab, da das Bratöl um nen Euro reduziert wurde.
  • es ist dreckig…
    Klar würden manche Restaurants in China sofort von unserem WKD geschlossen werden, da es absolut versifft ist. Dazu kommt noch das die Schüsseln und Stäbchen nur kurz und am besten noch mit kaltem Wasser gewaschen werden, was natürlich den europäischen Magen schnell mal überstrapaziert.
    Meine Theorie ist aber die, dass ein Restaurant um so besser ist um so versiffter es ist. Man macht wohl gutes Essen, da man sein Geschäft nicht nach 1-2 Monaten schließen muss, haha.
  • Das essen ist für unsere Mägen zu scharf…
    Das kann in der Tat sein. Wenn man mein Leibgericht Hot-Pot betrachtet, stechen einem zuerst einmal die gefühlten Millionen Chilischoten auf, die darin rumschwimmen. Scharf regt an und schon hat man den Salat ;-)

Wie gesagt, alles nur subjektive Eindrücke. Der Inhalt des Stuhls wurde ja auch schon untersucht, worauf ich aber nicht eingehen werde, da dies ein ordentliches Blog ist. Das ich mich ab und an mal dazu hinreißen lasse Ferkalsprache zu benutzen soll mich trotzdem davon abhalten!

So, was macht man also wenn einen der K…reiz ereilt? Am besten nicht rennen ;-)

Tommy, der nach einigen Wochen in China schon als Profi zu zählen hat, hatte gerade den besten Tipp des heutigen Posts:

  1. schauen wo die nächste öffentliche Toilette ist (Restaurants der unteren Preisklasse haben nämlich meistens keine)
  2. dann kontrollieren ob man Tempotaschentücher in der Tasche hat (Du hast doch nicht wirklich geglaubt das man, extra für dich, Toilettenpapier vorhält!)
  3. essen gehen und natürlich schön die Wanne mit einem sauberen Taschentusch ausreiben / Stäbchen säubern (da geht es nur um die gefühlte Sauberkeit, Bakterien habe ich nämlich noch keine mit blossem Auge sehen können)
  4. abwarten, ausnahmsweise auf den Bauch hören und sich schnell an Schritt 1 erinnern!


Für die ganz harten Fälle empfehlen wir Imodium akut. Alsbald der Magen anfängt sich mit Blähgeräuschen zu melden einfach eine oder zwei der gleichen einbauen und man hat mindestens drei Tage seine Ruhe!

Ach ja, wie gesagt, viele Leute sind in der Tat ein gutes Zeichen dafür das es dort a) schmeckt und man sich b) nicht die Seuche holt ;-)

Wie gesagt, wir freuen uns auf deine Hero-Tales. Keine falsche Scham!

Kommentare

  1. Tom says:

    November 9th, 2008 at 18:28 (#)

    War mit meiner ehemaligen Freundin in den Bergen gewesen, fernab und richtig in der Wallachai… Die einheimische Küche war derart scharf das ich nur unter schwerer Magenherumgedreherei die 1/2 te meiner Suppe auslöffelte. Mit Tränen in den Augen bemerkte ich nur noch wie meine Freundin den letzten Löffel in den Mund schob. Fertig. Nun ja sie ist gerne scharf… was dann jedoch kam.

    Wir wollten eigentlich den nächsten Tag weiterreisen – war nicht dran zu denken, die ganze Nacht lag sie wach, war schweissgebadet und verbleib dann einfach mal für 2 Stunden auf dem stillen Ort. Ich selbst hatte es mäßig gut überstanden und wusste – ich esse lieber nicht so schön scharf einheimisch.

  2. admin says:

    November 9th, 2008 at 21:17 (#)

    Moin Tom,

    das ist ja das Problem… Liegt es an der Schärfe, den Zutaten oder doch an der Hygiene, die für einen europäischen Magen eher ungewohnt ist?

    Meistens hast Du nur noch eines, 2 Minuten Zeit um auf den Topf zu kommen ;-) Wohl dem, der zumindest in China, Taschentücher dabei hat. Gleiches gilt übrigens auch für Indien und die meisten arabischen Länder. Mir mit der linken Hand den A…. abzuwischen liegt mir doch sehr fern.

    Aber man hat, wenn man nach Hause kommt, doch immer was zu erzählen!
    Cheers,
    Sven

  3. Seb says:

    November 12th, 2008 at 18:57 (#)

    Ha, ich hatte ich China genau einmal Dünnpfiff und das war nach der nächtlichen Ananas bei dir…aber vielleicht war ich auch zu kurz in China. Ich habe zwar immer auf der Strasse gegessen und meine “Wanne” nie ausgerieben…das lecker Essen aber trotzdem super vertragen.

  4. admin says:

    November 12th, 2008 at 19:11 (#)

    Moinsen,

    das mit der Wanne hab ich vom Tommy, nach 1,5 Jahren in der VR ;-)

    Bei mir kommt das wohl von vielem: Meistens zu scharf, oft sehr dreckig und dann kommt noch das viele Bier dazu…

    Unterm Strich hab ich aber ein sehr gutes Leben hier!
    Und Ihr? Macht mal den final Post in euer Blog!

    Beste Grüße,
    Mei Ling und Sven

  5. Aremonus says:

    November 12th, 2008 at 23:40 (#)

    Also ich hatte in China noch nie richtig Durchfall und war auch in Sichuan – und zwar in allen Restaurants.
    Der Trick ist:
    Nach dem Essen eine Schale Reis verschlingen – einfach bei den Einheimischen gucken ;)

  6. admin says:

    November 13th, 2008 at 07:50 (#)

    Moin,

    der Reis nach dem Essen ist die Sättigungsbeilage ;-) Ob das auch so zu verstehen ist das es den Darm verstopft weiß ich allerdings nicht. Ich ess ihn lieber dazu…

    Beste Grüße und danke für den Kommentar,
    Sven

  7. Aremonus says:

    November 13th, 2008 at 08:43 (#)

    Naja, Reis ist ja bekannt für die stopfende Eigenschaft; ob mans dazu oder danach nimmt, spielt glaub ich nicht so eine Rolle; die Menge muss einfach stimmen…

    Ich hatte nur einmal ein bisschen Magenbeschwerden, als ich das erste Mal huoguo gegessen hatte… aber seither hab’ ich immer genügend Reis dazu genommen und somit nie mehr Probleme^^

  8. admin says:

    November 13th, 2008 at 10:06 (#)

    Moin,

    kommt auch immer auf den Reis an ;-) Wir waren mal Hot Pot essen und es kam eine Dame, die eine Schürze anhatte die wirklich vor Dreck stand. Hätte mir auch nichts augemacht, hätte sie nicht den Reis gegen ihre Schürze gedrückt!

    Was die Qualität des Essens angeht muss man auch gar nicht so weit gehen. Hatte mal ne Freundin die in Würzburg studierte und wir haben uns des öfteren was beim Chinesen geholt. Irgendwann hat sie mal, sie brauchte eine Probe, den Reis analyisiert. Der Teststreifen hinterliess eine rote Bahn, die auf gar nichts gutes schließen liess.

    Ich halt mich mit der Devise “wo viele essen ist es gut” eigentlich ganz gütlich.

    Die Eingangs erwähnten Problemchen sind eher der Art das sich der Stuhlgang schneller äußert als in der Heimat und auch eine andere Konsistenz hat ;-)

    Beste Grüße,
    Sven

    Ps: Bist Du noch in Chengdu?

  9. Aremonus says:

    November 13th, 2008 at 18:50 (#)

    naja, sowas hab’ ich jetzt noch nie erlebt, auch in drecking restaurants nicht; hätten wir uns auch nicht bieten lassen; meine Gastmutter räumt da ziemlich rasch auf, haha
    Dass die Proben ansprechen, ist natürlich – Reis ist ein idealer nährboden, und schon das normale Mass an Bakterien, wie sie jeder von uns ausatmet, reich aus. Das ist auch weiter kein Problem – für etwas haben die meisten von uns (Aids kranke ausgeschlossen) ja ein Immunsystem das seine Arbeit ohne unser zutun verrichtet.

    Ich persönlich hab’ in China weniger Probleme als hier, aber das liegt daran, dass ich eine leichte laktoseintolerant habe, und man in China (besonders in Sichuan) einfach weniger Milchprodukte zusich nimmt..

  10. admin says:

    November 13th, 2008 at 19:35 (#)

    Moin,

    das Problem war das es ein “besseres” Huoguo Restaurant war ;-) Eine Kette. Mein Kumpel kennt den Chef des ganzen Ladens und meinte er würde ihn gleich anrufen wenn die Alte nicht aus unserem Gesichtsfeld verschwinden würde… Recht hatte er.

    Die haben wirklich angesprochen. Wie gesagt, meine Ex-Freundin hat Pharmazie studiert und danach haben wir da nie wieder was gegessen…

    Das mit den Milchprodukten stimmt. Ich für meinen Teil habe größte Probleme anständigen Käse zu finden ;-) Milch ist kein Problem, obwohl der Preis meistens höher ist als in Deutschland.

    Wünsche schon mal ein schönes Wochenende, sind nämlich ab später 4 Tage weg,
    Sven

  11. Oliver says:

    December 7th, 2009 at 22:56 (#)

    Hi,

    was den Magen auch beruhigt ist hochprozentiger Alkohol…sollte aber über 50 % haben…..allerdings nur so ein guter Schluck von einem Flachmann… gute Medizin….
    bei mir hat es geholfen…. Auslöser war ein verzehrter Apfel den mir meine “Eva” :-) gereicht hatte…..

    Liebe Grüße

    Lini&Oli

  12. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    December 8th, 2009 at 12:00 (#)

    Moinsen,

    bei mir ist der Alkohol an den Bauchschmerzen schuld. Alles über 12% dreht mir mittlerweile den Magen um.

    Und das soll noch einer sagen “an apple a day keeps doctor away”, haha.

    Liebe Grüße zurück
    Meiling und Sven

  13. Aremonus says:

    December 8th, 2009 at 16:47 (#)

    Ich hab’ mich vor meiner Reise gegen Typhus impfen lassen. Habe dann zwar Salmonellen erwischt (damned), aber sonst eigentlich selten Durchfall gehabt.

  14. Sven, der zu faul ist sich anzumelden says:

    December 8th, 2009 at 19:58 (#)

    Ich habe für 500 Euro Impfungen erhalten bevor ich hier aufschlug. Habe mir in Indien beide Hände so schlimm versaut das ich mittlerweile auf Nummer sicher gehe.

    Gegen Salmonellen biste aber in der Tat nicht gewappnet. Da reicht es schon wenn die Stäbchen nur kalt abgewaschen wurden…

    Bei mir kommt der Durchfall immer Schubweise. Wenn ich denke das ich mal meine Ruhe habe kommt er unter Garantie ;-) Egal, gibt Schlimmeres…

  15. Aremonus says:

    December 8th, 2009 at 23:27 (#)

    Ich hab’ meine Salmonellen bei KFC erwischt; frisch aus den USA importiert -.-
    Wenn ich zumindest chinesische Salmonellen gehabt hätte, dann hätt’ ich sagen können: bei diesen Hygieneverhältnissen… Aber nein, ich hab’ US-Salmonellen erwischt.

  16. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    December 9th, 2009 at 05:02 (#)

    Interessant. Das höre ich bereits zum zweiten mal das sich jemand dort die Seuche geholt hat. US-Salmonellen sind noch harmlos. Zieh dir bei Gelegenheit mal Fast Food Nation: What the All-American Meal is Doing to the World
    (ist mein Partnerlink, aber wirklich zu empfehlen) rein.

  17. Stefanie says:

    August 25th, 2010 at 02:14 (#)

    Ich hatte heute nacht ziemlich starken Durchfall und fühle mich jetzt recht schlapp.
    Gibt es in China soetwas wie Tabletten mit Elektrolyten, Mineralstoffen, Vitamine, usw.?
    Falls ja, wie heißt das in China bzw. nach was muss ich in der Apotheke fragen?

  18. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    August 27th, 2010 at 08:44 (#)

    Moinsen,

    die Frage nach den Tabletten vermag ich nicht zu beantworten! Denke aber ja.
    Was Du suchst ist das hier: 拉肚子 (laduzi) Das ist das Chinesische Wort fuer Durchfall, haha.

    Gibt es in jeder Apotheke und ich unterstelle mal, dass es der Apotheker auch kapiert wenn Du es ihm genau so sagst.
    Zur Not einfach auf den Bauch zeigen!

    Viel Erfolg,
    Sven

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