Chinesisch lernen für Kleinkinder?
November 21st, 2008 | Published in chinesisch lernen | 2 Comments
Meine tägliche Lektüre von Spiegel Online hat mal wieder etwas aus dem Sumpf der deutschen Familien(innen)politik ans Tageslicht befördert. Eltern die ihre kleinen Sprösslinge darauf trimmen später ja erfolgreich zu sein!
Mei Ling und ich haben ja bekannter weise keine Kids, aber unsere Schwestern jeweils welche. Wir haben also auch einen kleinen Einblick darin, wie eine glückliche Kindheit aussehen kann. Die Jungs und Mädels vom Spiegel schreiben unter anderem das Kinder mit Flötenkursen, Reitunterricht, Ballettstunden und sonstigem Mist bombardiert werden und möglichst schon mit dem laufen die erste Fremdsprache erlernen sollen.
Der Flötenkurs wird meiner Mutter bekannt vorkommen, hat der kleine Sven doch, im zarten Alter von sechs Jahren (kann auch sieben gewesen sein), den Anmeldezettel für selbigen weggeworfen. Meine Mutter wurde dann, ein paar Wochen später, von der Lehrerin beim einkaufen angequatscht ob ich den kein Instrument spielen möchte… Da ich nichts abgegeben hatte war mein Willen wohl derart meine musikalische Ausbildung zu beenden bevor sie überhaupt angefangen hat. Ein Schlagzeug hab ich aber auch nicht bekommen ;-) Bevor Gerüchte entstehen, ich war nicht in einer Waldorfschule!
Die Moral dieser kleinen Anekdote? Zwinge dein Kind zu nichts, dass Du als Kind nicht auch gerne gemacht hättest! Ansonsten gehört dir eine in den Arsch getreten (man beachte das ich dieses Wort zwar des öfteren verwende, es aber normalerweise unkenntlich mache ;-)). Kinder sind keine Statussymbole und wenn aus deiner „Erziehung“ ein kleiner Vollsnob raus kommt, den keiner mag, hat auch die bestgeplante Karriere aufgehört bevor sie überhaupt anfing. Es geht nämlich heutzutage nicht mehr drum das man Fremdsprachen spricht (das wird erwartet und ich habe auch erst mit 10 angefangen englisch zu lernen und mit 26 angefangen chinesisch zu studieren), sondern um ein gewisses Gefühl für seine Mitmenschen. Wenn man das nicht im Sandkasten mit seinen Spielkameraden (zur Bundeswehr, der ehemaligen Schule der Nation geht ja eh keiner mehr) erlernt hat wird man es später nicht leicht haben.
China hat übrigens die selben Probleme. Ein Kind Politik, jeder stopft die kleinen mit Süßigkeiten oder sonstigen Fressalien voll und es entstehen die kleine Kaiser. Bastarde die es nicht gelernt haben sich durchzusetzen und sich auch nicht der Tatsache bewusst sind das man nicht alles im Leben haben kann.
Sollten wir mal Kinder in die Welt setzen wachsen die kleinen Stinker sogar dreisprachig auf. Das hat aber weniger mit unserem Ehrgeiz zu tun, sondern mit der Tatsache das meine Muttersprache deutsch ist, Mei Ling von Hause aus chinesisch spricht und wir später wohl nicht in China oder Deutschland leben werden. Unseren Kindern zu liebe…
Und die Moral von der Geschicht? Die gibt es wie so oft nicht. Man sollte sich nur überlegen ob man seinen kleinen Fürzen die Möglichkeit gibt sich die Finger zu verbrennen und das zu haben, was man im allgemeinen eine glückliche Kindheit nennt.
January 7th, 2009 at 16:02 (#)
den Teil mit den Bastarden hat mir nicht gefallen ;)
January 7th, 2009 at 19:07 (#)
Liebe Yun Yi,
Asche auf mein Haupt ;-) Ich hatte, in Deutschland, zwei Freundinnen die Einzelkiner waren. Nur Stress mit den Eltern, was sie den mit einem taetowierten, langhaarigen nichtsnutz wollen… Das war nateurlich ebenfalls auf Deutschland bezogen!
Hier, in China, sehe ich es aber des oefteren, das der oder die Kleine, wie man in Deutschland so sagt, verhaetschelt wird (ich habe selbst keine Ahnung wie man das schreibt)…
Es sollte auf jeden Fall keine Kritik an der VR sein, was mir, als Gast hier, auch nicht zustehen wuerde ;-)
Liebe Gruesse,
Mei Ling und Sven