Lohnt es sich chinesisch zu lernen?
February 27th, 2009 | Published in chinesisch lernen | 9 Comments
So, sprach es und tat es, mal wieder ein längerer Post. Dieses mal zum Thema “Chinesisch lernen”, da diese Kategorie auch schon seit längerem keinen neuen Artikel erhalten hat…
Die Frage die beantwortet werden soll ist die, ob es sich denn überhaupt lohnt Chinesisch zu lernen?
Eigentlich könnte man, denkt man nicht lange drüber nach, je nach Sichtweise antworten “logisch!” oder “auf keinen Fall”… Wie gesagt, es kommt auf deine Sichtweise an.
Im besten Fall bist Du schon seit Kindesbeinen an China fasziniert, möchtest unbedingt hier her leben und deinen Lebensabend, am besten mit einem chinesischen Partner, verbringen. Meinen Glückwunsch. Die Ochsentour Chinesisch zu lernen wird dir nicht schwer fallen! Du hast ja ein klar definiertes Ziel und dieses wird dir die ganzen Strapazen erleichtern.
Eine andere Motivation könnten wirtschaftliche Gründe sein. China ist, trotz Wirtschaftskrise, immer noch auf dem aufstrebenden Ast und wird es hoffentlich auch bleiben. Auch wenn das Lohnniveau, wie das Ausbildungsniveau, immer weiter steigen wird, sind Fachkräfte aus dem Ausland immer noch gefragt. Warum? Ganz einfach, weil es einem Mitarbeiter einer deutschen Firma, der im Stammsitz die chinesische Niederlassung betreut, regelmäßig einfacher fällt komplizierte oder auch ganz banale Angelegenheiten kurz mit einem Landsmann zu diskutieren. Du bist so zusagen das Bindeglied und genau da zahlt es sich wohl regelmäßig in barer Münze aus beide Sprachen zu können.
Des weiteren hast Du, wenn Du Chinesisch lernen möchtest, wohl auch die Motivation zumindest für einen begrenzten Zeitraum in China zu leben. Hierbei ist es immer einfacher sich durch den Alltag zu kämpfen, wenn man die Sprache des Gastlandes, zumindest in Ansätzen, sprechen und verstehen kann.
Außerdem wird es dir von den Chinesen, die oft nur ihre eigene Muttersprache sprechen und sich durchaus darüber bewusst sind das diese äußerst schwierig zu erlernen ist.
Darüber hinaus ist es einfach nur höflich sich mit dem Gastland auseinander zu setzen. Gleiches erwarten wir ja, mehr oder weniger, von ausländischen Mitbürgern in der Heimat, oder?
Also, gleich für einen Sprachkurs anmelden ;-) Auch eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt!
Viel Erfolg,
Mei Ling und Sven
March 1st, 2009 at 06:45 (#)
Hehe, wurde in den letzten 5 Tagen seit ich mit meinem chinesisch studium begonnen hab schon öfters von Chinesen zum Essen eingeladen, wenn wir darüber redeten, dass ich in der Uni nebenan ihre Sprache lerne^^ Witzigerweise auch von solchen, die selber kein Standardchinesisch, nur den hiesigen Dialekt sprechen (der für mich notabene nicht ganz einfach zu verstehen ist, kennst ihn ja auch^^)
Warum ist aber ein Deutscher, der Chinesisch kann, besser, als ein Chinese der English kann? Letzterer wäre zumindest deutlich billiger^^
March 1st, 2009 at 13:51 (#)
Salü!
ja, die Neugierde ist hier weiter verbreitet als bei uns! Ich nenne es Gastfreundschaft. Wenn mich aber jemand frägt ob ich Englisch spreche und das gleich die erste Frage ist, antworte ich für gewöhnlich, dass man Englisch noch beschissener ist als mein Chinesisch ;-) Auf solche Schaben habe ich nämlich keine Lust!
Ja ja, willkommen im Club. Sichuan-Hua und Chongqing-Hua stellen eine noch größere Herausforderung da als Putonghua… Habe mal einer Freundin von mir, die eine Sprachschule betreibt, vorgeschlagen eine “local Language School” zu eröffnen. Das Geschäftspotential hierbei hat sie aber noch nicht ganz kapiert…
Ich arbeite viel mit Chinesen und habe, wie Du, eine chinesische Freundin. Dabei habe ich genügend Erfahrungen gesammelt um zu wissen das ein Deutscher (respektive Schweizer ;-)) eine ganz andere Mentalität mitbringt. Auch wenn ein Ausländer sehr gutes Englisch spricht, ist es denke ich immer noch eine Verkehrssprache. Habe mal in Hong-Kong mit ein paar Engländern im Hostel gewohnt und kann dir sagen das die ganz fasziniert waren das ich ihren Auführungen folgen konnte. Ich habe es zwar alles verstanden, hätte jedoch nie im Leben so reden können. Soll heißen wenn einer KEIN Nativespeaker ist, bleibt doch einiges auf der Strecke und bei einigen, speziell den Mitarbeitern in Deutschland oder der Schweiz, entstehen evt. Hemmungen.
Wenn der Ausländer dann auch noch vorher in der Zentrale tätig war kennt man sich, was nochmals dazu beiträgt Hürden abzubauen.
Only my 2Cents,
Sven
March 1st, 2009 at 17:38 (#)
Naja mein Englisch ist kein Problem, da ich Wirtschaft an der HSG studier’ muss ich das in den naechsten 3 Jahren ohnehin auf das Niveau eines Muttersprachlers bringen.. arbeite ja auch als Englisch-Deutsch uebesetzer…
Sichuan hua lernt man aber gluecklicherweise mit der Zeit.. glaube ich zumindest. Wir muessen eben noch viel Huoguo essen gehn xD
March 2nd, 2009 at 16:33 (#)
Moinsen,
habe früher in London gearbeitet und auch viele Freunde die kein Wort Englisch sprechen. Dementsprechend gut ist auch das meinige. Jedoch habe ich keine Lust jemanden um mich zu haben, der mich nur als Freund haben will um sein Englisch aufzupolieren ;-) Das dürfen die Amis erledigen, haha.
Es gibt bei Sichuan Hua einige Nuancen, das kann ich dir sagen. Mittlerweile verstehe ich sogar Mei Lings Mutter. Vor einem Jahr noch ein Ding der Unmöglichkeit!
Kann mich noch gut dran erinnern als ich hier aufschlug. Total verkatert, da ich mit meinem Kumpel Xiao Bo, einem Tätowierer aus Beijing, dort einige über den Durst getrunken hatte und total besoffen in Beibei aufschlug. Das erste Mittagessen zu bekommen war eine reine Katastrophe!
Aber Du hast recht, es kommt mit der Zeit!
March 3rd, 2009 at 03:20 (#)
Naja, sonst kann man ja auch auf die Speiskarte deuten, so mach ich es, wenn die mich partout nicht verstehen wollen xD
March 3rd, 2009 at 17:21 (#)
Hi,
wenn es den eine gibt ;-) In den günstigsten Lokalen, in denen ich am liebsten Esse (nicht des Preises wegen, sondern da es dort meistens am Besten schmeckt), gibt es meistens keine Karte! Dann hilft der Zeigefinger auch nicht mehr weiter ;-)
TIC: This is China!
March 4th, 2009 at 01:14 (#)
Naja ich esse meist in 5kuaibuden,aber dort hängt fast immer ‘ne Karte an der Wand – auch wenn die bei weitem nicht immer alles haben, was drauf steht^^
March 18th, 2009 at 20:38 (#)
Hi zusammen
@Aremonus: Studierst du jetzt Wirtschaft and der HSG und Chinesisch gleichzeitig? Bachelor im Herbst angefangen? Also Chinesisch nur in einem separaten Sprachkurs oder als eingebundenes Nebenfach von Wirtschaftswissenschaften? (Oder wie muss ich das verstehen?)
Ist dein Ziel in China Fuss zu fassen und dort dein Leben zu verbringen? oder was ist der Grund chinesisch zu lernen?
Gruss
March 19th, 2009 at 07:42 (#)
Haha, vielleicht ein bisschen komplex, das ganze^^
Ging folgendermassen:
Dezember 08: Abitur.
Februar 09: Quereinstig ins 2. Semester der Sinologie hier in Chengdu (konnte vorhin bereits ein bisschen chinesisch, war kein Problem)
August 09: Zurück nach Europa
September 09: Beginn HSG.
DEN Grund chinesisch zu lernen gibt es bei mir nicht. Wollte vorallem etwas Sinnvolles in dem freien Semester machen (konnte mich vom militärdienst drücken). Ein weiterer Grund war natürlich schon auch, dass chinesisch sicher keine schelchte Investition ist.. aber vorallem auch, da meine langjährige Freundin Chinesin ist. Und da ich das Essen hier in Sichuan mag :D
Das Leben möchte ich aber nicht hier verbringen… die Job Möglichkeiten und so sind verglichen mit der Schweiz im Bankensektor doch sehr eingeschränkt.