China ist hungrig

August 30th, 2008  |  Published in Chinesisch essen in China  |  8 Comments

In China essen Sie Hunde!

Meine Freunde vom Spiegel, dieses mal von Spiegel.tv, haben mal wieder einen interessanten Beitrag gebracht. Es geht darum was in China auf den Tisch kommt. Würde ich Mei Ling von Hundegulasch oder Affenhirn zum Abendessen erzählen, würde sie mich ungläubig ansehen oder sich, was noch wahrscheinlicher wäre, mit von Eckel gezeichnetem Gesicht abwenden. Sie hat nämlich, im Gegensatz zu mir, noch keinen Hund gegessen und wird es wohl auch nicht. Und das obwohl bei uns doch jedes kleine Kind weiß das sie in China Hunde essen (liebe Kinder, das ist in der Schweiz [bzw. Katzen, hatte ich noch auf keiner Karte in China gesehen])?!

Die Chinesen verschlingen nicht nur Tonnen von Stahl, haben Energiehunger und weiß der Himmel was noch, es ist auch so das man sich so ziemlich alles in den Kochtopf packt was nicht bei 3 auf dem Baum ist (und selbst das erwischt man früher oder später).

“Hungrig blickt das Milliardenvolk nun den Nachbarn auf den Teller” sagt der Naturfotograf bei der Spiegel-Reportage… Die Kochtöpfe stehen in Burma. Schade, ich habe leider keine Großeltern mehr, aber der Begriff falscher Hase ist auch bei uns noch gängig. Ob es nun wirklich Dach-Hasen, sprich Katzen waren die in den Kochtopf wanderten? Keine Ahnung! Es ging lediglich darum die hungrigen Mäuler zu stopfen. Genau so war und ist es in China noch. Nur das es halt Leute gibt die etwas mehr auf dem Bankkonto haben und somit auch ein paar “Delikatessen” zu essen. Verwerflich? Ich finde jein. Hund? Kein Thema. Katze? Kann ich eh nicht ab, aber nen Tiger oder ein Affenhirn? Keine Ahnung. Ich bräuchte es nicht, würde es aber wahrscheinlich essen, wäre davon mein geschäftlicher Erfolg abhängig. Den oft ist es so, dass man solche “Leckereien” nur bestellt um dem Gegenüber Gesicht zu verschaffen. Schräges Volk diese Chinesen, oder ;-)?

Kommentare

  1. Michael Zelbel says:

    March 8th, 2010 at 16:45 (#)

    MMmmmmhhhh, also ich hab’ bei Geschäftsessen in China noch nie etwas angerührt, was ich nicht gerne gegessen hätte. Meinem Gesicht hat das noch nicht geschadet. Als Westler habe ich da vielleicht einen gewissen Bonus. Und ich nehm’ keine Zigaretten mehr an, weil ich gar nicht mehr rauche.

    Aber was noch verwunderlicher ist, in letzer Zeit habe ich noch nicht einmal mehr Alkohol getrunken – jedenfalls nicht in Mengen. Trinkspiele mache ich entweder mit alkoholfreien Getränken, oder aber gar nicht. Mein Eindruck: Das verschafft mir sogar noch ein klein wenig mehr Respekt, als wenn ich mich gemeinsam mit dem Rest der Meute vollaufen lassen würde.

    Mir gefällt diese Entwicklung.

    Was das Bild der Chinesen in Deutschland angeht, ja, das ist schon noch verzerrt. Meine Frau kommt aus Peking und die beste Frage die ich je (ernsthaft) bekommen habe war, ob die denn bei ihr zuhause auch ganz normal Strom hätten, so wie hier in Deutschland ;-) Nun ja, aber das Bild normalisiert sich auch – wenn auch eher langsam.

    LG aus Peking,
    – Michael

  2. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    March 26th, 2010 at 12:12 (#)

    Moin Michael,

    sorry für die verspätete Antwort, waren im Urlaub und ich hatte besseres zu tun als mich um mein Blog zu kümmern ;-)

    Sagen wir es mal so, es kommt auf die Position (Lieferant oder Kunde) und auch den Ort an an dem man sich aufhält. Wenn man etwas nicht essen will oder es einfach nur ekelhaft findet, sollte man halt nicht das Gesicht verziehen. Ich selbst esse zum Beispiel keine Innereien, weil mir die einfach nicht schmecken und es stört sich kein Mensch daran.

    Beim Trinken kommt es auch darauf an wo man sich aufhält. In Chongqing gehört das einfach dazu, wobei ich ab und an auch die Finger davon lasse und auch schon meinen leider einsitzenden Mentor zitierte, der mal meinte, dass jemand, der mich zu irgend etwas nötigen möchte, unter Garantie nicht mein Freund sein würde.

    Der gemeine Deutsche als solcher hat einfach keine Vorstellung von China. Das kann ich bestätigen. Die psychische Distanz ist für die meisten unserer Mitbürger in etwa mit der physischen zum Mond vergleichbar. Das fängt beim Essen an und hört bei diversen Vorurteilen auf. So ist das halt wenn sich ein ganzes Volk BILDet…

    Liebe Grüße zurück,
    Sven

  3. Lia says:

    May 11th, 2010 at 03:59 (#)

    Hunde werden doch auf der halben welt gegessen. Thailands Nordosten ist bekannt für den Verzehr von Hunden. Laos, Kambodscha, Vietnam, ja sogar in Indien gibt es Regionen, wo Hunde gegessen werden.

    Und blickt man über den teich, dann findet man in Südamerika etliche Länder, wo es Hund auf der Menukarte hat!

    Sogar im amerikanischen Texas soll es in einigen Orten Hunde geben, dies zumindest die Aussage eines Bekannten, der oft geschäftlich in Texas zu tun hat!

  4. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    May 18th, 2010 at 05:56 (#)

    Moin Lia,

    sorry, mein Spamfilter hat deinen Kommentar, warum auch immer geschluckt…

    Ja, der größte Hund in Texas ist der ehemalige US Präsident ;-) Vietnamesischen Hund hatte ich auch schon mal. Dazu gab es allerdings einen recht ungenießbaren Dipp. Brauch ich nicht nochmal…

    Cheers
    Sven

  5. Aremonus says:

    May 18th, 2010 at 09:52 (#)

    Ich hab’ noch nie Hund gegessen. Warum? Ist mir einfach noch nicht unter gekommen; hab’s nie gesehen in der gesamten Zeit, die ich bis anhin in China verbracht habe.

    Naja, nächste Woche flieg’ ich das nächste Mal ‘rüber, falls der Vulkan nicht gerade Amsterdam lahmlegt *Holzanfass*. Vielleicht find’ ich’s dann ‘mal…

    @Sven: kommste in nächster Zeit ‘mal nach Chengdu?

  6. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    May 20th, 2010 at 00:49 (#)

    Moinsen,

    also in Beibei läuft dir der Hund fast täglich über den Weg ;-) Gut, eigentlich eher im Winter, da das Fleisch wohl wärmt… Eine Alternative kann der Gang zum Koreaner sein. Da man dort wesentlich mehr Hunde vertilgt, gibt es auch mehr Hundegerichte. Ein Süppchen mit Lessi drin sollte sich also finden lassen!

    Wie lange bleibste? Mein Reisepass hat nämlich noch genau eine Seite und wir wollen mal beim Konsulat wegen Meilings Visum nachfragen, da ich die Verpflichtungserklärung eigentlich selbst abgeben kann und deshalb mal die Konditionen evaluieren muss…

    Cheers
    Sven

  7. Aremonus says:

    May 20th, 2010 at 22:37 (#)

    Ich bleibe bis am 17. Juni, danach hab’ ich leider Prüfungen in St. Gallen und muss zurück. Der ganze Visakram nervt schon :D Dein chinesisch dürfte doch inzwischen gut genug sein, um dich an einer chinesischen Uni als Wirtschaftsstudent oder so einschreiben zu lassen – da sind dann die Studiengebühren eher moderat und du wärst das ganze Visumgenerve los. Ich brauch’ aber auch bald einen neuen Pass – nicht wegen der vielen Visa, sondern weil meiner 2011 abläuft (hatte nur einen Fünfjahrespass, war unter 18 als ich ihn beantragte). Hätte sogar noch für 12 Chinavisa platz – könnte also noch ein paar Jahre in China bleiben, wenn die Uni und die Arbeit hier in der Schweiz nicht wären… :D

    lg

  8. Sven + Meiling (die Blogger hinter korn.cn) says:

    May 21st, 2010 at 07:37 (#)

    Moinsen,

    sag einfach kurz Bescheid wenn Du losfliegst! Vielleicht klappt es ja dieses mal ;-)
    Ganz ehrlich, hier studieren muss ich mir nicht nochmal geben. Zudem sind meine 5.000+ Schriftzeichen die ich gelernt habe alle nicht mehr existent und ich wirklich nicht mehr in der Laune hier noch länger zu leben. Zudem kostet mich das ganze Visumszeug nicht mehr so viel wie früher. Alle 5 Monate mal nach Hong-Kong kostet insgesamt vielleicht 600€. Dazu kommen noch 4x Visumsverlängerungen, die insgesamt ca. 70€ kosten. Wenn ich hier studieren würde, hätte ich ca. 2.000€ im Jahr weg und noch den Stress, ab und an in die Vorlesungen zu müssen. Nein Danke ;-)

    Lg
    Sven

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