Eine Bar (in China) eröffnen? Hier die Regeln des Spiels ;-)

March 14th, 2009  |  Published in Allgemein  |  7 Comments

Einige meiner Leser haben mich schon bezüglich des Themas “was muss ich beachten wenn ich in China eine Bar eröffnen will” kontaktiert.


Deshalb mal hier meine persönliche Meinung dazu. Ich mach keine die “10 Regeln für die Eröffnung einer Bar” draus, da ich mir selbst noch nicht sicher bin wohin die Reise dieses Postings geht…

Der Standort
Zuerst einmal solltest Du dir die Standortfrage stellen. Es macht einen kleinen aber feinen Unterschied aus ob ich eine Bar in Shanghai, direkt am Bund gelegen, betreibe, oder aber in Beibei, 80m von der Hauptstraße entfernt in einre Seitenstraße.

wobei wir schon beim nächsten Punkt wären:

Der Miete
Unser Laden kostet im Monat 130€ Miete, was man in anderen chinesischen Städten schon pro Quadratmeter berappen darf (Ladenflächen im Erdgeschoss sind SÜNDHAFT teuer!). Wir haben etwas mehr als 70m² und man kann sich ausrechnen wie viel wir dafür im Monat bezahlen. Dies sind Fixkosten. Egal ob Dein Geschäft läuft oder nicht, Du hast sie zu bezahlen…

Das Personal frisst auch gut Geld weg. Die Gehaltsfrage wurde hier ja auch schon des öfteren kontrovers diskutiert, aber aus Betreibersicht ist es natürlich immer wünschenswert so wenig wie nötig zu bezahlen. Wir zahlten, am Anfang, 50€ pro Nase im Monat und änderten das irgendwann auf ein 60€ Fixum und eine Provision, die vom erzielten Umsatz abhängt. Der Vorteil? Man hat nicht zu hohe Fixkosten und die Mädels (warum ich nicht Jungs und Mädels schrieb steht im nächsten Punkt) haben einen Anreiz was zu arbeiten…

Stelle dir Mädels ein!
Unsere Bar war wohl mal ein Schwulentreffpunkt, bei dem ein paar stramme Jungs wohl gerne gesehen wurden. Im Allgemeinen ist es aber so, dass Männer lieber eine addrette weibliche Bedienung sehen und in China ist dies sogar mehr oder weniger Pflicht. Wir, bzw. Mei Ling, hatte mal eine Lesbe eingestellt, die es wohl nur im Kombipack mit ihren Freundinen gab. Die wurden alle drei recht schnell wieder freigesetzt. Warum?

Weil sie nicht trinken konnten.
Speziell in China kurbeln weibliche Bedienungen den Umsatz der Art an, dass sie die Kunden zum trinken animieren (zu mehr nicht, dazu gibt es andere Damen, auf die ich gleich zu sprechen komme). Wer da nach zwei Gläsern schlapp macht, sollte sich nen anderen, passenderen Job, suchen. Du bist nicht von der Wohlfahrt!

Baue dir gute Kontakte zu den lokalen Luden auf…
Ich sagte es ja bereits, das unsere Mädels zwar zum trinken animieren, der Kunde aber, sollte er mehr wollen, entweder auf eine andere Dame zurückgreift oder aber eine auf die Nuss bekommt. Deine weiblichen Angestellten MÜSSEN sich wohl fühlen. Sonst arbeiten sie entweder nicht richtig oder kommen irgendwann gar nicht mehr zu arbeit. Sollte also mal Bedarf an “mehr” bestehen, solltest Du die notwendigen Nummern zur Hand haben. Moralisch verwerflich ist daran nichts, es ist nämlich Gang und Gäbe im Reich der Mitte.


Wein haben wir abgedeckt, Weib ist erledigt und nun fehlt nur noch der Gesang!
Empfindet der Westler Karaoke als solches als schrecklich, ist es für Asiaten im Allgemeinen eine Wohltat. Kein Gesang, kein Geschäft. Ob das auch bei dir so eintrifft stellst Du recht schnell fest, wenn Du etwas “Marktforschung” betreibst. Haben alle eine Karaokeanlage, solltest Du dir auch eine anschaffen. Der Fisch muss nicht dem Angler schmecken! Also, egal ob Du auf Gesang stehst oder nicht, eine ANSTÄNDIGE Anlage kaufen.

Halte es dir mit deinen Nachbarn gut
.
Bevor wir unseren Laden aufmachten, bewirtschaftete wohl jeder seinen eigenen Laden. Das mag auf den ersten Blick auch Sinn machen, da man ja in Konkurrenz zueinander steht. Auf den zweiten Blick ist es aber so, dass die Leute nur aufgrund der Tatsache das es eine gewisse kritische Menge von Läden gibt genau in diesen Winkel der Stadt kommen. Auch ist es ganz nett, wenn einem mal eine Sorte Bier oder Eiswürfel ausgehen, wenn man diese beim Nachbarn leihen kann. Alles Dinge die nur gehen wenn man sicht mit ihnen versteht.

Evt. solltest Du dir nen Chinesischen Partner suchen. Unser Laden gehört zu 100% Mei Ling, da ich als Student hier aufgeschlagen bin und somit rein gar nichts geschäftliches machen durfte. Die Kontakte von einem Chinesen sind natürlich auch nie weg. Wie das mit dem Vertrauen ist musst Du selbst entscheiden. Ich halte es da mit dem alten Spruch eines Freundes “wer anderen vertraut, gehört verhaut”.

Anschreiben lassen geht natürlich auch nicht
, da das ganz schnell zur Masche wird und sich auch rumspricht. Hier gilt es hart durchzugreifen. Auch das spricht sich rum und es tanzt dir keiner auf der Nase rum!

Es gibt noch viel mehr zu sagen, aber ich hab auch noch was anderes zu tun und wenn ich jeden Tag so viel tippere liesst es a) keiner und b) tut mir die Hand gleich wieder weh.

Also, genug der Worte! Bei Fragen einfach nen Kommentar hinterlassen.

Cheers,
Mei Ling und Sven

Ps: Das o.g. lässt sich wohl zu 90% auch in andere Länder übertragen. Denke ich. Bislang beschränkt sich meine Erfahrung nur auf China!

Kommentare

  1. Aremonus says:

    March 14th, 2009 at 09:40 (#)

    Deine Bar kostet viel weniger Miete als meine Wohnung im 25. Stock hier in Chengdu. :(

    Warum eigentlich nicht einfach selber lokaler Lude werden – die Investitionen sind relativ gering und verdienen lässt sich damit gut xD

    Ich erwarte von dir morgen eine Anleitung zum China-Lude werden :D

  2. admin says:

    March 14th, 2009 at 10:34 (#)

    Moinsen,

    ist Chengdu so teuer? Wir zahlen für unsere Wohnung 850Kuai (3 Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer, Küche, Bad, Balkon). Ein Kumpel von uns, der im neuen Stadtteil von Beibei wohnt, zahlt nur 800, hat dafür noch ein Bad mehr und auch die Wohnung an sich ist wesentlich besser als die unsrige (wir sind aber a) zu faul zum umziehen und b) haben wir kein Auto, sprich müssten jedes mal mit dem Bus oder mit dem Taxi nach Downtown Beibei düsen)…

    Glaube nicht das wir das nicht schon in Gedanken durch exerziert hätten ;-) Wie gesagt, um unser Haus rum gibt es ca. 5-6 Bordelle und auf dem Weg zum essen bestimmt nochmal so viele! Keine Ahnung, vielleicht hab ich doch kein Herz aus Stein…

    Morgen kommt erst mal mein Wochensenf! Habe nämlich den letzten Nazi entdeckt. Hier in Beibei!

    Aber eigentlich ist es ganz einfach. Du mietest dir ein Loch, stellst ein paar Betten rein, damit die Mädels da wohnen können, kaufst ein paar alte Sofas, nen Fernseher, ein rotes Licht (die haben hier fast alle ein rotes Licht, also die klassische Puffbeleuchtung) und hängst nen Zettel rein, dass Du Personal suchst. So läuft das glaube ich.

    Unser Kumpel hat gleich drei Stockwerke, da brauchen die Kunden dann nicht noch ein Hotelzimmer mieten, da er einige Zimmer zur Verfügung hat… Angeschaut hab ich mir das noch nicht, obwohl wir schon einige male bei ihm zu Besuch waren.

    Ach ja, rote Umschläge solltest Du auch noch kaufen, damit die Ordnungshüter sich ihr Taschengeld von Zeit zu Zeit abholen können ;-)

  3. Aremonus says:

    March 14th, 2009 at 12:49 (#)

    Nunja, ich bin nicht gerade im billigsten Stadtteil und hab’ mir was eher europäisches Gesucht. Man bekommt natürlich auch für 800 Kuai was, aber hier ist das dann doch eher klein.

    Die Preise sind hier in den letzten Jahren förmlich explodiert, gibt ‘ne riesen Immo-Blase… die Regierung will sie aber kontrolliert platzen lassen (Kapital wird gebunden in einer Volkswirtschaft die so schnell wächst, na dankeschön^^)

    Ich denk’ aber, du wärst der erste ausländische Lude :D
    In Europa lässt sich da ja zudem ohnehin wesentlich besser verdienen^^
    Wo hast du denn den Luden kennengelernt?

    Der Ordnungshüter-chef der lokalen Station ist der Onkel meiner Freundin, von daher reichte es, wenn wir den öfters mal zum Essen einladen :D
    Aber ich glaub’ kaum, dass man da freiwillige Arbeiterinnen findet; ich mein’ die Klientel ist ja nicht gerade erste Klasse xD

  4. admin says:

    March 14th, 2009 at 13:03 (#)

    Moinsen,

    als wir unsere Bleibe suchten gab es auch eine für 4.300Kuai. Das war mir aber a) zu groß und b) zu teuer. Unsere Bude ist eigentlich ganz ordentlich. Sauber, im ersten Stock und nicht zu weit vom Zentrum weg. Richtige Westlerbleiben gibt es nur in Chongqing, da trifft dich aber der Schlag wenn Du die Preise hörst! 6-10.000€ / Monat sind da kein Problem.

    Ja, das könnte gut sein. Aber ich hab keinen Bock auf den Job. Eine Dame die mir auf die Nerven gehen kann reicht mir voll und ganz!

    In Europa ist das Geschäft auch wesentlich härter. Ein Kumpel von mir, der den Job macht und nen AMG S600 sein eigen nennt ist ca. 1,95 groß, macht Thaiboxen und auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Dazu kommt, dass aktuell keine Dame mehr in Deutschland anschaffen will, weil es anderswo mehr Geld gibt.

    Der eine kam mal zu uns in die Bar. Nummern ausgetauscht, gemeinsam essen gegangen und so hat sich das dann entwickelt.

    Personal zu finden ist nicht soo schwierig wie man glauben könnte. Es gibt, gerade in Westchina, noch immer eine Menge junger Dinger die einfach keine Perspektive haben. Die gehen dann halt von 17-19 anschaffen. Danach sind sie zu alt für den Job und machen was anderes…

  5. Gerhard Zirkel says:

    March 14th, 2009 at 13:16 (#)

    Wie ist das eigentlich mit Schutzgeld (Mafia, bzw. die chinesische Version), ist das ein Thema bei Euch?

    Gerhard
    PS: Vom Schmiergeld will ich gar nix wissen … :)

  6. Richard says:

    March 14th, 2009 at 17:55 (#)

    Hallo,

    dann schließe ich mich der Diskussion mal an, mit einer weiteren Frage, um das Grundwissen zum Luden-Business zu vertiefen:

    - Was verdient denn eine chinesische Dirne pro Monat?
    - Arbeitet sie auf Provisions-Basis oder gibt es eine Flatrate?
    - Welche Stadt/Land Unterschiede gibt es?

    Gruß,

    Richard

  7. admin says:

    March 16th, 2009 at 11:23 (#)

    Hallo Gerhard, hallo Richard,

    ich beantworte mal die Fragen ;-)

    @Gerhard: Schutzgelder gibt es hier sicherlich, wie auch in Deutschland, aber wir zahlen nichts. Der Boss ist einer meiner besten Freunde hier und der freut sich wenn ich ihn ab und an mal mit meiner Anwesenheit beglücke. Es reicht schon nur seinen Namen beiläufig zu erwähnen und jede Angelegenheit löst sich in Luft auf. Er meinte auch mal zu mir “so lange dich keiner belästigt bist Du noch nicht so weit” oder so ähnlich. Das Thema hatten wir ja letztes Jahr schon als Post!

    Schmiergelder sind hier auch an der Tagesordnung, aber auch davon werden wir verschont, da Mei Ling früher mal für den Boss arbeitete und daher die ganze Staatsgewalt kennt. Den Rest habe ich in meinem Freundeskreis und die freuen sich wenn ich ebenfalls wenn ich sie mit meiner Anwesenheit beglücke. Wenn wir mal mit den Jungs essen gehen, werden alle noch so trickreichen Versuche meinerseits die Rechnung zu bezahlen mit Erfolg abgelehnt. Bei uns zahlt sowieso jeder und die Kollegen freuen sich auch da wenn ich mit ihnen und ihren Freunden einen über den Durst hebe. Ich bin also mein eigener roter Umschlag ;-)

    @Richard: Bei der Frage nach dem Gehalt einer Dirne in China muss ich passen, aber ich denke mal nicht soo wenig (für chinesische Verhältnisse). Der Preis für die Nacht liegt hier in Beibei, wir übernehmen ja ab und an Vermittlungsdienste für einsame Herzen, bei 300Kuai, was an die 35€ entspricht. Ein Schnellgericht, worunter Du dir sicherlich was vorstellen kannst, liegt bei 150Kuai, obwohl es hier auch Verhandlungsspielraum gibt. Es kommt auch auf die Uhrzeit an! Das ist wie wenn man spät zum Bäcker geht, man bekommt das Brot billiger bevor es gar nichts mehr wert ist ;-)
    Denke mal die Damen haben ein Provisionsmodel. Würde ich zumindest so machen. Wer arbeitet verdient, wer nicht arbeitet verdient nichts. Eine Leistungsgesellschaft wie ich sie gerne in der “Heimat” sehen würde.
    Auf dem Land (Chongqing kann, obgleich seiner über 30Mio. Einwohner ebenfalls dazu gezählt werden), ist das Preisniveau natürlich niedriger. Ein Kollege den ich mal in Hong-Kong traf, meinte er hätte in der Inneren Mongolei 3,50€ bezahlt. Das ist in etwa das Preisniveau von Thailand (auch diese Info stammte von ihm, ich war noch nie dort und werde, wenn ich mal hingehe, mit meiner weiblichen Begleitung aufschlagen).
    In Shanghai oder Peking oder aber in einem 5* Hotel gehen die Preise schon mal steil nach oben. Was ich gehört habe sind so Preise ab 150€. Gleiches gilt auch wenn man sich z.B. im SPA vergnügen will. Das kostet in Beibei, auch das weiß ich nur weil ich Freunde habe die der Landessprache nicht mächtig sind, 40€ für 45 Minuten und 70€ für 90 Minuten. Also schon ein deutsches Preisniveau.

    Beste Grüße an alle,
    Sven

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