Backpacking in China – eines der letzten Abenteuer der Welt…

June 4th, 2008  |  Published in Reisen nach China

Drum pack ich meine Sachen und bin raus mein Kind…

Backpacking in China

Früher liebte ich zu sagen “was nicht in meinen Rucksack passt passt nicht in mein Leben”…
Dann habe ich Mei Ling getroffen ;-) Nichts destro trotz lasse ich meinen 800DM Samsonite Schrank lieber zu Hause. Es geht nichts über einen Rucksack. Mein letzter war, bevor er mir glaub ich geklaut wurde oder ich ihn verliehen habe und nicht mehr wusste an wen, einer von Mamut. Schweizer Wertarbeit…

Der typische Backpacker ist Mitte 20, sehnt sich nach der Ferne und hat gerade seinen Job gekündigt oder sein Studium beendet und noch keine Lust auf arbeiten. Dann gibt es noch die Israelis, die nur auf der Suche nach dem verlieren der Unschuld sind ;-) ( Diese Sehnsucht nach Freiheit ist es wohl was verbindet, genauso wie das wohl immer klamme Budget und der Wunsch selbiges mit dem größtmöglichen Spaß auszugeben ;-) So werden anstatt teuren Hotels billige Hostels gebucht, statt dem Flugzeug wird der Zug, der Bus oder das Schiff genommen (trampen funktioniert in China noch nicht so gut und von einer Mitfahrzentrale habe ich bislang auch noch nichts gehört) und man isst nicht im fancy Restaurant zu westlichen Preisen, sondern in der Garküche am Straßenrand (hätte auch scheiben können man isst wo man ist!).


Neben der Sehnsucht nach der Ferne besteht normalerweise auch ein großes Interesse an der fremden, hier der chinesischen Kultur, was dazu führt das man möglichst oft den Kontakt mit den Einheimischen (Locals) sucht.

Das Motto ist eher Zeit hat man nicht, die nimmt man sich und vom planen hält der durchschnittliche Rucksacktourist genauso viel wie Mei Ling und ich, nämlich nichts.

So lässt man sich einfach durch das Land treiben, verbringt hier einen Tag weniger als gedacht und dort 3 Tage mehr. Man holt sich Insidertipps von den Betreibern der Hostels oder den jungen Leuten die dort ebenfalls für ein paar Tage ihr Quartier aufgeschlagen haben und kommt so von der einen schönen Gegend zu anderen. Diese Art zu traveln hat auch von dem Punkt her ihren Reiz das man unkompliziert neue Freunde aus der ganzen Welt kennen lernen kann. Ob sich eine längere Freundschaft daraus entwickelt ist aber jedem selbst überlassen!

Übernachtungsmöglichkeiten in China:

  • Camping
    Ob Camping erlaubt ist weiß ich nicht, aber es gibt auch sonst genügend günstige Alternativen.
  • Hostels / Gästehäuser oder “neudeutsch” Guesthouses in China
    Zuerst sei einmal das Eingangs genannte Hostel genannt. Die besten findet man über´s Internet oder im besagten Lonely Planet (scheibt sich übrigens NICHT Loneley Planet, obwohl man damit auch bei Amazon seine Probeme hat ;-)) [der Lonely Planet in deutsch, für den der ihn so haben möchte, der wohl, entgegen der Meinung meines Kumpels Ralf nicht günstiger ist!] oder auch über eine Website wie HOSTELBOOKERS.COM das Hostel seiner Wahl finden. Hier sind vor allem die günstigen Preise und die Testemonials, also die Bewertungen von anderen, ehemaligen Gästen des Hostels oder Guesthouses interessant. Angezahlt werden nur 10% und den Rest zahlt man, vor Ort und Cash. Eine andere Alternative ist die einen Taxifahrer zu fragen. Hier sollte man sich aber schon vorher in etwa über das Preisniveau informieren, um nicht über den Tisch gezogen zu werden oder man fragt einfach im aktuellen Hostel nach ob man dort am nächsten oder übernächsten Zielort nicht ein befreundetes Hostel kennt, was auch sehr gut funktioniert.
  • Der Hospitality-Club
    Wer es wirklich individuell mag dem sei der Hospitality-Club empfohlen. Mei Ling und ich haben uns auch gerade angemeldet, wer also in die Gegend Chongqing kommen möchte kann sich einfach bei uns melden: Lernt Mei Ling und Sven mal endlich im Real Life kennen! (btw: uns ist es ziemlich egal wie lange jd. bleibt, so lange wir a) Zeit haben und b) die Materie stimmt…)
    Btw: Es geht auch einfacher: Einfach einen witzigen Kommentar hinterlassen und uns sagen warum gerade Ihr bei uns pennen wollt! Die Bar zur Wohnung und bald wohl auch einen Biergarten in Chongqing gibt es gratis dazu ;-) Das erste Bier ebenfalls!


Risikofaktoren beim Backpacking:

China an sich ist ein sehr sicheres Reiseland, jedoch sollte man auch hier seinen gesunden Menschenverstand walten lassen und sein Gepäck nicht unbedingt unbeaufsichtigt lassen. Das bedeutet jedoch nicht das man, wenn man z.B. mit dem Zug reist, nicht schlafen darf ;-) Einfach die Wertsachen am Körper tragen, darin auch die Ausweisdokumente aufbewahren und sich vorher nen Scan selbiger und der ganzen Karten an die hoffentlich vorhandene Email schicken. Es hilft auch freundlich jd. zu fragen, wenn man denn dazu in der Lage sein sollte. Obacht ist auch in größeren Menschenmengen geboten. Die “ich schlitze dir den Rucksack mit der Klinge auf und weg sin deine Wertsachen” Technik hat auch in China ihre Anhänger gefunden. Bislang kenne ich Kriminalität, Außnahmen die ich natürlich nie im Leben in mein Blog schreiben würde bestätigen die Regel, nur vom Hörensagen und davon halte ich genauso viel wie vom Sightseeing…

Gerade mit Hinblick auf das Erdbeben in China macht es auch durchaus Sinn sich bei der dt. Botschaft anzumelden (eigentlich wollte ich euch den Link präsentieren, aber Google spuckt, zu nächtlicher Stunde, zum Thema “anmelden bei der dt. Botschaft” Eheschließungen aus. So schnell sind wir dann doch nicht ;-)), damit die auch weiß wo man steckt. Bis zum Erdbeben war ich auch nicht angemeldet und habe dies für sinnlos erachtet, aber jetzt hat sich meine Meinung diesbezüglich geändert! Wie gesagt, es mag uncool klingen, aber davon bekommt ja niemand etwas mit (bis Ihr es in euren Reiseblog, von dem ich mich natürlich über nen Link freue, reinschreibt ;-))

Health Guide China – Was man im Punkto Gesundheit beachten sollte:
Gesundheitlich gelten die gleichen Voraussetzungen wie in anderen asiatischen Ländern. Ich fahre mit der Devise “wo viele Leute essen schmeckt es nicht nur gut sondern es ist auch frisch” eigentlich ganz gut. Jedoch sollte man beachten das unsere europäischen Mägen ab und an gereizt auf den vielen Knoblauch, das scharfe oder süße essen und die teilweise nicht ganz unseren Breiten entsprechenden hygienischen Umständen entsprechen. Es ist jedoch keines Falls notwendig sich bei McDonalds und Co. zu verpflegen, was auch die kleine Reisekasse schnell schmälern würde. Und mal ganz ehrlich, wer möchte sich diese Art von “Essen” auch noch im Ausland antun?! Btw: Ein brasilianischer Kumpel von mir meinte mal er wäre nach einem Gang zu KFC (das sind die die nur Hähnchen und mittlerweile Fischzeugs anbieten), 3 Tage mit Infusionen im Krankenhaus gelegen (was ich von Hot-Pot noch nie gehört habe ;-)).


Nichts desto trotz tut man vorab gut sich ein paar Durchfallmittelchen einzupacken. Gleiches gilt für Toilettenpapier! Neben den, ich nenne die Löcher mal WCs französischen Stils, gibt es zwar normalerweise einen Halter für Klopapier, aber der ist in der Regel leer. Wohl dem der vorgesorgt hat! So könnt Ihr euch auch bei der heißen Schwedin (für die Männer) oder dem braungebrannten Spanier (für die Mädels) [beides natürlich auch gleichgeschlechtlich, dies ist ein freies Blog] beliebt machen. Vielleicht besser als der “Haben wir uns nicht schon in Chengdu im Hostel” Spruch ;-)

Was wohl auch ins Reisegepäck sollte sind Kondome. Ja, ein Thema das man in Deutschland immer gerne ignoriert, aber Aids macht bekanntlich keinen Urlaub. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das die Überzieher hier auch passen und auch qualitativ nicht die schlechtesten sind. Aber ohne Verhüterli sollte hier, wie auch in der Heimat, nichts laufen…

Abschließend empfiehlt sich evt. der Gang zum Reisearzt (UND ZWAR VOR DER ABREISE!). Meiner hat mir eine Impfung gegen Tollwut (gut wenn man mal auf dem Land unterwegs ist, wo a) die Gefahr höher und b) die medizinische Versorgung nicht soo gut ist), die obligatorischen Hepathitisimpfungen, eine gegen japanische Enzephalitis (eine Art von Hirnhautentzündung) und noch ein paar Standardshots verpasst. Wie gesagt, ich lebe hier und bin auch des öfteren mal außerhalb der Stadt unterwegs. Was man selbst für sinnvoll erachtet ist jedem selbst überlassen. Es kostet auch eine Stange Geld. Lasst euch aber auf jeden Fall die Tetanus auffrischen, die Hepatitisshots geben und schnorrt sonst noch alles ab was die Kasse euch bezahlt!

Das Thema Politik…Lasst den “befreit das Hochplateau im Westen Chinas” Sticker lieber daheim und fangt auch sonst keine derartigen Diskussionen ein. Sie sind nämlich nicht erwünscht. Außerdem ist Politik, sagen wir mal Innenpolitik, Ländersache und ihr seit als Gast in diesem schönen Land ;-)

Und last and Least:

Internetnutzung in China:
Ab und an will man sein Blog (wie gesagt, ich freue mich über Erwähnung) mal wieder bestücken oder einfach den Eltern, der restlichen Familie oder den Freunden kurz Bescheid geben das man noch lebt oder was man für Sauereien in sich reingeschaufelt hat.
Dafür geht man einfach in eine Internetbar (Wangba) oder surft im Hostel. Manchmal muss man dort seinen Pass abgeben, aber meistens geht es auch ohne und die Preise dürften zwischen 10 und 50Cent die Stunde liegen (letzteres z.B. im Bahnhof von Peking). Surfen geht hier meistens ohne Einschränkungen, jedoch gibt es Seiten, die man nicht öffnen kann (Inhalte zu kritisch, Blogseiten wir wordpress.com oder ähnliche). Ich empfehle euch anonymouse.org (will den Link nicht aktivieren um nicht auch auf den Index zu kommen) und los geht die Reise. Blogspot.com ist auch des öfteren mal gesperrt, was aber ärgerlich da die für alles was mit Anmeldung zu tun hat httpS, also Verschlüsselung, voraussetzen. Entweder ihr bucht das vor Abreise bei denen (kostet glaub ich 6€ im Monat) oder ihr sucht euch nen anderen Bloghoster (oder macht es wie ich und macht euch ein eigenes Blog ;-))

Keep on Travelling, würde mich freuen den ein oder anderen (und wenn es nur auf der Durchreise zur unsäglichen Yangtse-Kreuzfahrt ist [da habe ich schon mal drüber geschrieben, aber der Bericht ist noch nicht drin ;-)])…

Wer sich etwas mehr mit Land und Leuten auseinandersetzen will und evt. nicht nur mit Händen und Füßen kommunizieren möchte dem sei dieses kleine Büchlein empfohlen, das ich gerade aus dem Amazon Newsletter gefischt habe: der Lonely Planet Sprachführer Mandarin (== chinesisch)

Weitere Links von mir zum Thema “Reisen in China”:

Und andere Fundstücke in den Weiten des Internets:

And some englisch blogs about independent travelling in China:

Bildquelle: Der coole Pinguin mit dem Rucksack (hat zwar mal rein gar nichts mit China zu tun, aber den musste ich reinnehmen) ist von on R.W.W.

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