Neulich beim Chinesen – zurück und schon wieder weg..

So, mal wieder ein Post! Ich bin nämlich wieder in China. Und fertig wie ein Friteusenschnitzel… Morgen geht es schon wieder weiter und dementsprechend sollte ich heute Mal was posten ;-)
Der Post schlummerte natürlich wieder mal etwas und ich bin mittlerweile am Arsch von China. Das aber nächste Woche…

Aber alles mal von Anfang. Ich flog ja etwas früher, da ich noch private Dinge in Deutschland zu erledigen hatte. Angekommen gab es gleich mal ein kleines Grillfest, da Besuch aus England kurz nach mir eintrudelte. Witzige Gesellen. Auch oder wohl weil jedes zweite Wort mit „F“ anfaengt… So muss das sein. Freitags war dann der 5te Todestag unseres Kumpels und der wurde natürlich, wie jedes Jahr, begossen. Ehre wem Ehre gebuehrt. Danke nochmal an meine Mutter, die uns netterweise um 7.30Uhr abholte. Morgens. Danach waren noch ein paar Freunde zu Besuch bzw. ich besuchte sie als ich geschaeftlich unterwegs war, es ging mit meiner Schwester und ihrer Familie in den Schwabenpark und dann war auch schon der nächste Samstag, an dem ich meinen Boss in Frankfurt am Flughafen abholte.
Der kam mit der gleichen Maschine wie ich, hörte aber nicht auf meinen Ratschlag doch bitte durch die Gepäckausgabe den Flughafen zu verlassen, da ich ihn sonst nicht finden würde. So dauerte das insgesamt mehr als eine halbe Stunde. Zum Glueck geht sein Handy in Deutschland. Anschliessend ging es nach Lohr am Main, wo ein Kumpel von mir aus Hong Kong geschäftlich war. Mit dem und seinem deutschen Geschäftspartner ging es dann zum Griechen. Witziger aber kurzer Abend, da es in China mittlerweile 4Uhr Morgens und mein Chef dementsprechend am Ende war, haha. Morgens ging es dann recht frueh los, da wir erst nach München und dann nach Tschechien mussten. 1.200km insgesamt. Einfach. Insgesamt spulten wir wohl 2.400km auf unseren Mietwagen und nochmals 1.800km auf den von unserem Lieferanten. Ein guter Schnitt für noch nicht mal 8 Tage…

Auf dem Weg nach Tschechien stoppten wir erst mal an einer Rastanlage in Österreich. Wunderschön an einem See gelegen. So lob ich mir das. Abends kamen wir dann in Brün an, wo unser Lieferant ein cooles Hotel für uns gebucht hatte. Sein lokaler Vertreter kam auch noch und dann ging es erst mal was essen. Natürlich stellte ich recht schnell fest das mein Tschechisch doch nicht existent ist, haha. Der Kamerad spricht aber recht gutes deutsch! Am späten Abend waren dann nur noch unser Lieferant und ich über und wir unterhielten uns eine Runde mit den Mädels vom Nachbartisch. Das wir die NICHT mit auf´s Zimmer nahmen war am nächsten Tag noch der Running-Gag. Da ging es nämlich nochmal 200km weiter eine Kläranlage besichtigen. Dort werden nämlich deren Maschinen seit über einem Jahrzehnt erfolgreich eingesetzt. Wie gesagt, ich habe einen interessanten Job und Geld stinkt bekanntlich auch nicht ;-) Trotzdem ist mir Kohle lieber! Nachdem wir nochmals im gleichen Laden zu Mittag gegessen hatten ging es dann auch schon wieder zurück nach München. Mein Chef stieg schon mal in dem Hotel was man uns buchte ab und stürmte sogleich in ein benachbartes Restaurant. Da war nämlich früher ein Chinese drin. Mittlerweile war es aber ein Italiener, der ziemlich bescheiden war. Auf Kommentare wie „wie, Sie wollen schon bezahlen, Sie haben ja noch nicht mal fertig gegessen“ stehe ich nicht wirklich. Der nächste Tag waren dann Besprechungen angesagt und nach dem Mittagstisch, dieses Mal ausnahmsweise beim Chinesen, ging es dann Richtung Heimat. Wir besuchten nämlich meine Familie, die uns lieberweise wieder einmal begrüßte. Mein Chef war ganz entzückt, da er normal außer Hotels, Büros und Fabrikhallen in Deutschland nur Autobahnraststätten sieht und ich sparte es mir 900km am Stück zu fahren ;-) Win-Win.
Von dort aus ging es dann nach „neben Ostfriesland“, wo wir Termine hatten und Abends nach Ibbenbüren, wo unser anderer Lieferant wartete. Die schickten zwei Chinesinnen, von denen ich eine schon kannte und wir speisten erst mal im Außenbereich des Hotelrestaurants. Steak vom Hirsch für mich und Neuseeländisches Lamm für den Rest. Dazu noch ein paar Drinks und viel zu Lachen, haha.

Donnerstag ging es dann ins Bergwerk Anratzith in Ibbenbüren. Wenn Du nicht weisst wo das ist ist dies kein Beinbruch :-) Da man da natuerlich keine Bilder machen darf hier mal ein paar von Spiegel online. Muss noch nachfragen ob mir jemand die Schnappschüsse nach unserer Grubenfahrt mal schicken kann. http://www.spiegel.de/fotostrecke/deutschlands-tiefster-arbeitsplatz-1630-meter-unter-dem-meer-fotostrecke-76292.html
Mittlerweile kann ich wohl behaupten, dass ich der jenige in meiner Familie bin der den tiefsten Aufzug genommen hatte, haha. So lange bis irgend jemand ein 2km Gebaeude baut und jemand von meiner Familie da mal rauf fährt :-) Ziemlich interessant muss ich sagen. Wir waren übrigens auf der Sohle 6, die man auch bei Spiegel sieht. Also ganz unten. Natürlich war der Fahrstuhl kaputt, weshalb man den Weg zur letzten Etage zu Fuss und auf Foerderbaendern zuruecklegen musste. Das darf man sich bildlich vorstellen. Man wird, liegend, auf einem Foerderband transportiert, weil es da unten bestialisch heiss ist und ein längerer Fußmarsch die Hölle ist. Die Kumpels bekommen wohl sogar ab und an nen Tag Hitzefrei!

Am nächsten Tag ging es noch die Fertigung unseres Lieferanten anschauen. Sehr interessante Maschinen muss ich sagen. Das mag ich an meinem Job. Die meisten Leute beschäftigen sich eher mit der Oberfläche als mit dem was drunter passiert, haha. Anschließend ging es noch nach Düsseldorf zum Japaner und von dort aus nach Wiesbaden. Unser Flug ging nämlich Samstag Mittags und ich hatte keine Lust auf Stress im Stau! Da ich natürlich auch dort Freunde habe rief ich von der Autobahn erst mal meinen Kumpel Martin an. Dieser hatte seine Handynummer gewechselt und mir das auch mitgeteilt, aber die Alte war natürlich noch in meinem Speicher vorhanden, weshalb es erst mal nichts mit einem Treffen wurde. So ging ich mit meinem müden Chef in ein hessisches Restaurant, wo ich mir Handkäs mit Musik bestellte. Alter Spalter. Wenn irgendein Gericht in der Lage ist die weltweiten Hungerprobleme zu stillen, dann dieses. Mein Boss weigerte sich, da das stinkt wie sonst was, aber ich musste es einfach mal probieren. Nach einem Bissen war ich aber schon satt! Nicht des Geschmacks wegen, der eigentlich ganz in Ordnung war, sondern weil das füllte wie sonst was. Im Hotel angekommen hatte ich dann auch schon 3 SMS und 2 Emails von meinem Buddy und erkannte das er eine neue Nummer hat, haha. Er war auf einem Festival und meinte ich könne entweder kommen oder wir könnten uns in der Stadt treffen. Festivals hören sich immer gut an, also dort hin. Mein Chef war zu Müde und meinte nur „viel Spaß!“. Dazu gab er mir eines seiner Handys mit, da meines fast keinen Akku mehr hatte ;-) Gesagt, getan, betrunken. Kam Morgens um 5Uhr im Hotel an, als mein Boss gerade aufgestanden war, haha. Jugend forscht. Auf dem Fest meinte eine Dame mit der mein Kumpel glaub befreundet ist, dass ich ein Unmensch wäre, da ich den Kohlenabbau unterstützen würde. Das war aber schon zu später Stunde und die Dame auch nicht mehr ganz nüchtern. Da Lob ich mir doch meine liberale Gesinnung. Ich hab sogar Polizisten als Freunde, haha.

Der Rückflug mit AirChina war dann auch wieder das Übliche. Hübsche Stewardessen mit einem Lächeln, neuer Flieger und keine Probleme bei der Einreise. So lob ich mir das. Wenn ich den Flug das nächste Mal mit umsteigen in Beijing buche pack ich mir den Koffer so voll mit zollpflichtigen Sachen das er Platzt, haha. Hintergrund ist der, dass Gepäck ab Frankfurt seit geraumer Zeit durchgechecked wird. Denke mal nicht das es den Zoll dann noch interessiert ;-) OK, die Chinesen sind da eh wesentlich kulanter als wir! In Beijing musste mein Chef dann natürlich erst mal Frühstücken. Wasserreis für ihn, Nudeln für mich. Anschließend ging es in die Maschine nach Shanghai. Das war eine alte 747, die früher glaub ich von Frankfurt nach Beijing zum Einsatz kamen. Eine wirklich alte Maschine! Hatte die mal bei meinem ersten Flug nach China und meinte danach das man so schon einen Vorgeschmack auf die VR bekäme, haha. Lang lang ist es her.
Zu guter Letzt mussten wir noch unsere Zugtickets abholen. Meine bescheuerte Kollegin buchte aber natürlich nicht 2 Tickets mit zwei IDs sondern 2x mit dem Perso vom Boss. So durften wir eines wieder stornieren und ein neues buchen. Mitdenken ist hier ab und an die Ausnahme! So kam es dann auch das wir 12h nach Ankunft in Beijing wieder in Shaobo waren. Shit happens. Bin noch kurz ins Büro und dann ins Bett ;-)

Der Rest der Woche war dann entspannt. So entspannt wie man nach einer Woche Hardcore Reisen nur sein kann. Die will nämlich aufbereitet werden…

Wie Eingangs erwähnt bin aktuell wieder on the Road. In dem Fall darf man das wörtlich nehmen. Fahre mit meinem Kollegen nämlich in die Provinz Shaanxi. Genauer gesagt in eine Stadt oberhalb von Xian. Da gibt es Kohle und wir schauen uns Samstag ein Bergwerk an. Wir bleiben da wohl 3 Tage und, da es von Xian zu Meiling nur 700+ Kilometer sind, mach ich danach erst mal bei Ihr Homeoffice ;-) Auf den Trip freu ich mich schon. Irgendwo auf der Strecke zwischen Xian und Chongqing aussteigen, Stunden in dem Kaff auf den nächsten Zug warten und dann nochmals 400km weiterdüsen um danach noch ne Stunde+ Bus zu fahren. Was macht man nicht alles für die Familie! Auf dem Rückweg geht es dann kurz in Hong Kong vorbei, da dort noch unsere Heiratsurkunde wartet. Mir wird es also nicht langweilig!

Derweil geht mir der Kurze meiner Kollegin auf den Sack. Der hat nämlich Ferien und weiß nicht was er mit seiner Zeit anfangen soll. Heute ist der bei mir im Büro und rotzt alle 5 Minuten, natürlich in voller Lautstärke, in den Mülleimer. Wie es mein früherer Geschäftspartner mal am Telefon sagte: „Kinder sind was wunderbares“. Vor allem wenn sie einem um 7 Uhr Morgens ihre Lebensgeschichte erzählen wollen, während meiner einer nur eine Kippe, einen Kaffee und seine Ruhe will.

That’s it. Das Abendessen mit dem Geschäftsführer einer Mine steht bald an. Hoffe zwar das es nicht wie gestern und vorgestern endet, aber von dem was ich so hörte bleibt es wohl beim Wunsch. Der Kofferraum unseres Wagens ist auch Rand voll mit ekligem Schnaps, haha.
Drück mir die Daumen, 
Sven

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2 Gedanken zu „Neulich beim Chinesen – zurück und schon wieder weg..“

  1. Dein Wunsch nach weniger Schnaps wird wohl nicht erhört werden – habe gerade eine ähnliche Woche hinter mir und möchte nie wieder in meinem Leben den Weissschnaps auch nur riechen…

    Daher der gute Approach meiner Freundin: beim gemeinsamen Anstossen jeweils nur angetäuscht trinken, da in der Gruppe keine Trinkkontrolle stattfindet :D

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    1. Moinsen,

      war die Tage in Nordchina. Kunden besuchen. Dem Geschäftsführer einer Mine machste in keiner Hinsicht was vor. Zudem präsentiert man in den Kreisen in denen ich Gelegenheit habe den teuersten Fussel zu konsumieren nicht nur das leere Becherlein, sondern bekommt ab und an sogar die eigene Flasche. Von der Kontrolle durch den Nebenmann mal gar nicht zu reden. Habe gestern in Shenzhen entsprechend keinen Tropfen angerührt…

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